Fortbildung: Implantologie

All on 3 – Kunststoffprothesen auf drei Implantaten

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CME-
PUNKTE
CME-Fortbildung
Diese Fortbildung ist abgelaufen.

Patientenfall 2:

69-jähriger Mann mit Atrophieklasse V bis VI im Oberkiefer:

Zur besseren Orientierung der zu setzenden Implantate fertigten wir eine Panoramaschichtaufnahme mit kleinen Metallmarkierungen an (Abbildung 3a). Da die Implantate sehr kurz waren, verzichteten wir zur genauen Implantat-Orientierung auf die von uns entwickelte Camlog-Guide-Methode [Ewers et al., 2006]. Trotz der ausgeprägten Kieferatrophie war es möglich, vier 4,0 x 5,0 mm Bicon-Implantate zu inserieren (Abbildung 3b). Sechs Monate nach der Implantatinsertion konnte nach reizloser Einheilung die Implantatfreilegung vorgenommen werden. Nach entsprechender Abdrucknahme und zwischenzeitlicher Wachsanprobe mit der von dem Dentallabor Paolo Perpetuini aus Cisterna di Latina, Italien, angefertigten Bissprobe wurde dann wenige Tage später die mit CAD/CAM-Technik fertiggestellte, zwölfgliedrige, metallfreie Glasfaser-verstärkte Trinia-Hybridprothese zuerst einmal provisorisch zementiert (Abbildungen 3c bis 5). Die zwölfgliedrige Kunststoff-Keramik-Prothese, die in Verbundtechnik hergestellt wird, wiegt nur wenige Gramm und hat keine Gaumenabdeckung, was die Patienten sehr zu schätzen wissen (Abbildung 5c).

Abbildung 6: Ausschnittsvergrößerung einer Panoramaschichtaufnahme nach vierjähriger Tragezeit der Trinia-Prothese ohne radiologisch erkennbarem marginalem Knochenverlust  | Ewers et al.

Abbildung 7: seitliches Fernröntgenbild mit Implantat-getragenen und zementierten Ober- und Unterkieferprothesen | Ewers et al.

Bei manchen Patienten ist die Oberkieferatrophie so ausgeprägt – wie bei diesem 69-jährigen Patienten –, dass wir Durchmesser-reduzierte 3,0 x 8,0 mm kurze Bicon-Implantate verwenden müssen (Abbildungen 6 und 7). Trotz einer Schrägstellung der Implantate, bedingt durch die vorgegebene Okklusion, und somit sehr ungünstiger Belastungen – vor allem der beiden Durchmesser-reduzierten Implantate in der Front – sind bisher keine Probleme aufgetreten. Beide Prothesen werden nun über mehr als vier Jahre getragen.

All-on-3-Pilotstudie

Da unsere bis zu siebenjährigen Erfahrungen mit den ultrakurzen und Durchmesser-reduzierten Bicon-Implantaten in den atrophen Kiefern so zufriedenstellend waren, sind wir dazu übergegangen, zu testen, ob die Trinia™-Prothesen auf nur drei Implantaten stabil genug abgestützt sind und die Implantate nicht überbelastet werden.

Abbildung 8: a: intraoperative Situation während der Insertion eines 4,0 x 5,0 mm Bicon-Implantats mit einem 2,0 mm dicken Inserter/Retiver, b: Insertion von drei 2,5 mm dicken Titan-Abruckpfosten mit ihren dazugehörigen blauen Abdruckhülsen bei der nach drei Monaten erfolgten Freilegung der Implantate, c: eingesetzte verschraubbare Abutments (fixed detachable abutments) | Ewers et al.

Abbildung 9: a: intraorale Aufnahme mit eingeschraubter Trinia-Prothese: Die Schraubenlöcher sind mit Kunststoff abgedeckt, b: Panoramaschichtaufnahme mit festgeschraubter zwölfgliedriger Trinia-Prothese  | Ewers et al.

Abbildung 10: a: intraorale Aufnahme mit drei auf die Universal-Abutments aufgesetzten, retentiven Teleskopkäppchen vor dem Zementieren, b: Trinia-Prothese von unten nach Zementierung der retentiven Teleskopkäppchen in die Prothese, c: intraorale Situation der eingesetzten und festgeklopften Universal-Abutments  | Ewers et al.

Patientenfall 3: 

79-jährige Frau mit problemloser Insertion von drei ultrakurzen 4,0 x 5,0 mm Bicon-Implantaten (Abbildung 8a):

 Drei Monate später erfolgte die Freilegung mit gleichzeitiger Abdruck- und Bissnahme (Abbildung 8b). Anschließend erfolgte die Bissanprobe und wenig später das Einsetzen der im CAD/CAM-Verfahren hergestellten zwölfgliedrigen metallfreien Glasfaser-verstärkte Trinia-Hybridprothese (Abbildungen 8c und 9a). Bei dieser Patientin entschieden wir uns für eine verschraubte Brückenlösung. Die Reinigung der Prothese ist wegen des ausreichenden Abstands zur Schleimhaut möglich (Abbildung 9b). Die Perforationen in den Zähnen zum Lösen der Schrauben werden mit provisorischem Kunststoff verschlossen (Abbildung 9a).

Abbildung 11: a: intraorale Aufnahme der eingesetzten zwölfgliedrigen Trinia-Prothese auf drei retentive Teleskop-Abutments, b: Panoramaschichtaufnahme mit eingesetzter zwölfgliedriger Trinia-Prothese | Ewers et al.

Abbildung 12: a: intraorale Aufnahme mit drei eingesetzten und festgeklopften Locator-Abutments, b: Trinia-Prothese von unten mit drei mit Kunststoff eingesetzten Locator-Matrices  | Ewers et al.

Abbildung 13: a: intraorale Aufnahme der eingesetzten zwölfgliedrigen Trinia-Prothese auf drei Locator Abutments, b: Panoramaschichtaufnahme mit drei eingesetzten Locator-Abutments  | Ewers et al.

Variante „Herausnehmbare Lösungen“:

Sollten Patienten eine herausnehmbare Prothese wünschen, gibt es drei Möglichkeiten: 

Die Teleskop-Lösung: Die zweifelsohne eleganteste, technisch aufwendigste ist die Teleskop-Lösung. Manche Patienten, vor allem ältere, haben Schwierigkeiten, immer genau die Einschubrichtung zu finden, damit es zum endgültigen Halt der Prothese kommt (Abbildungen 10 und 11).

Der Locator: Wesentlich weniger aufwendig ist die Versorgung mit Locator, die die Patienten sehr schätzen, weil die Prothese sehr leicht zu entfernen ist (Abbildungen 12 und 13).

Der Dolder-Steg: Die für die Patienten am einfachsten zu handhabende Lösung ist nach wie vor die Dolder-Steg-Lösung (Abbildungen 14 und 15).

Abbildung 14: a: Dolder-Steg an drei Abutments auf Gipsmodell, b: Trinia-Prothese von unten mit einpolymerisierten Dolder-Steg-Matrizen, c: zwölfgliedrige Trinia-Prothese | Ewers et al.

Abbildung 15: a: intraorale Aufnahme mit auf drei Abutments befestigtem Dolder-Steg, b: intraorale Aufnahme einer auf Dolder-Steg befestigten zwölfgliedrigen Trinia-Prothese, c: Panoramaschichtaufnahme mit Dolder-Steg, der an drei Abutments verlötet ist  | Ewers et al.

Abbildung 16: DVT-Aufnahmen eines 65-jährigen Patienten acht Wochen nach Zahnentfernung: Auf beiden Aufnahmen erkennt man den ausgeprägten Knochenverlust im Alveolarbereich der Front, aber ausreichend Knochen um das Foramen incisivum (a: transversale Ansicht, b: sagittale Ansicht). | Ewers et al.

Abbildung 17: DVT-Aufnahmen des in das Foramen incisivum und den Canalis nasopalatinus  inserierten 4,5 x 6,0 mm Bicon-Implantats (a: transversale Ansicht, b: sagittale Ansicht, c: Frontalansicht) | Ewers et al.

 

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