Klinischer Leitfaden – Teil 4

Peri-implantäre Gesundheit, peri-implantäre Mukositis und Peri-implantitis

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EFP

Die neue Klassifikation parodontaler und peri-implantärer Erkrankungen und Zustände

Die European Federation of Periodontology (EFP) hat einen Leitfaden zur Anwendung der neuen Klassifikation parodontaler und peri-implantärer Erkrankungen und Zustände entwickelt. Die zm veröffentlichen den von Prof. Dr. Dr. Søren Jepsen, Bonn, (für die EFP) und Prof. Dr. Henrik Dommisch, Berlin, (für die DG PARO) ins Deutsche übersetzten Leitfaden – analog der Gliederung der EFP – in vier Teilen:

1. Parodontale Gesundheit und Gingivitis (zm 11/2019)
2. Parodontitis (zm 12/2019)
3. Systemische und andere parodontale Zustände (zm 13/2019)
4. Peri-implantäre Gesundheit, peri-implantäre Mukositis und Peri-implantitis (in diesem Heft)

  • Peri-implantäre Erkrankungen und Zustände waren in der bisherigen Klassifikation parodontaler Erkrankungen von 1999 nicht enthalten.
  • Der World Workshop 2017 präsentierte Falldefinitionen und diskutierte die Charakteristika peri-implantärer Gesundheit, peri-implantärer Mukositis und von Peri-implantitis.
  • Blutung auf Sondierung (BOP) wird verwendet, um zwischen gesunder und entzündeter peri-implantärer Mukosa zu unterscheiden.
  • Knochenverlust dient der Unterscheidung zwischen peri-implantärer Mukositis und Peri-implantitis.
  • Die Progression der Peri-implantitis ist schneller als die, die bei Parodontitis beobachtet wird und tritt in einem nicht-linearen und beschleunigenden Muster auf.

Einleitung

Obwohl die Klassifizierung von peri-implantären Erkrankungen und Zuständen erstmals im Rahmen des World Workshop 2017 adressiert wurde, waren zuvor bereits Definitionen von peri-implantären Erkrankungen auf mehreren Workshops der EFP zur Parodontologie vorgestellt worden.
Der Begriff „Definition“ hat oft Missverständnisse hervorgerufen. Es gibt eine klare Notwendigkeit, zwischen einer Krankheitsdefinition und einer Falldefinition zu unterscheiden. Krankheitsdefinitionen sind beschreibend und stellen die typischen Charakteristika einer Erkrankung vor, wohingegen Falldefinitionen klinische Leitlinien zur Diagnose vorgeben sollen.
Auf dem World Workshop 2017 stellte die Arbeitsgruppe 4 Falldefinitionen vor und behandelte fokussierte Fragen zu den Merkmalen von peri-implantärer Gesundheit, peri-implantärer Mukositis und Peri-implantitis.
Der wichtigste Bestandteil der Falldefinitionen ist das Auffinden von Blutungen (BOP) oder Eiterungen bei Sondierung und der röntgenologisch sichtbare Knochenabbau. BOP ist das Schlüsselinstrument zur Unterscheidung zwischen gesunder und entzündeter peri-implantärer Mukosa, während der Knochenabbau zur Unterscheidung zwischen peri-implantärer Mukositis und Peri-implantitis verwendet wird. Der Knochenverlust sollte hierbei mögliche Veränderungen des krestalen Knochenniveaus, die sich aus dem anfänglichen Knochenumbau nach Implantation ergeben, überschreiten.

"Es besteht die Notwendigkeit, zwischen einer Krankheitsdefinition und einer Falldefinition zu unterscheiden."

Peri-implantäre Gesundheit

Peri-implantäre Hart- und Weichgewebe entstehen als Ergebnis eines Wundheilungsprozesses nach der Implantatinsertion. Die Bildung neuen Knochens in Kontakt mit dem Implantat wird als Osseointegration bezeichnet, während die Ausbildung der peri-implantären Mukosa den Aufbau eines Saumepithels und einer Bindegewebszone in Kontakt mit Komponenten des Implantats beinhaltet.
Die peri-implantäre Gesundheit ist durch das Fehlen klinischer Anzeichen von Entzündung wie Schwellungen, Rötungen und BOP gekennzeichnet. Es ist jedoch nicht möglich, einen Bereich von Sondierungstiefen zu definieren, die mit „Gesundheit“ vereinbar sind. Darüber hinaus kann peri-implantäre Gesundheit um Implantate mit reduziertem Knochenniveau bestehen.
Es gibt verschiedene Szenarien, in denen peri-implantäre Gesundheit und reduziertes Knochenniveau zusammenfallen können, da peri-implantäre Gesundheit an Stellen erreicht werden kann, an denen eine Peri-implantitis erfolgreich behandelt worden ist. Darüber hinaus kann die Einheilung nach Implantatinsertion an Stellen mit Kieferkammdefiziten zu einem Knochenniveau apikal der Implantatschulter führen, bei dem Teile der peri-implantären Mukosa den intraossären Anteilen des Implantats anliegen.

Abbildung 1: Peri-implantäre Gesundheit | EFP

 Falldefinition der peri-implantären Gesundheit in der täglichen klinischen Praxis:
- Fehlen von klinischen Anzeichen einer Entzündung
- Fehlen von Blutungen/Eiteraustritt bei sanfter Sondierung
- Keine Erhöhung der Sondierungstiefen im Vergleich zu früheren Untersuchungen
- kein Knochenabbau

"BOP ist das Schlüsselinstrument zur Unterscheidung zwischen gesunder und entzündeter peri-implantärer Mukosa, während der Parameter Knochenverlust zur Unterscheidung zwischen peri-implantärer Mukositis und Peri-implantitis verwendet wird."

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