Bundeszahnärztekammer veröffentlicht neue Ergebnisse des Zahnärztlichen Satellitenkontos

Zahnarztpraxen schaffen über 36 Milliarden Euro Wertschöpfung

Die zahnärztliche Versorgung leistet mit 0,8 Prozent der gesamten Wertschöpfung und 1,2 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse einen beachtlichen Beitrag zur Schaffung des Wohlstands in der Bundesrepublik.

Einmal im Jahr beziffert die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) auf Basis des Zahnärztlichen Satellitenkontos (ZSK) die ökonomische Bedeutung des zahnärztlichen Systems, die neben den Zahnarztpraxen selbst unter anderem auch die Dentalindustrie, den Dentalhandel und das Zahntechnikerhandwerk umfasst.

Die Zahlen sind beeindruckend: Gäbe es keine zahnärztliche Versorgung wäre das Bruttoinlandsprodukt der Bundesrepublik 47,5 Milliarden Euro niedriger und es wären über 800.000 Personen weniger beschäftigt.

Erstmals wurde in diesem Jahr auch der ökonomische Fußabdruck speziell für die ambulanten Zahnarztpraxen berechnet: Dieser liegt bei 36,4 Milliarden Euro beziehungsweise 627.000 Beschäftigten. Einbezogen werden nicht nur die 387.000 direkt in den Praxen beschäftigten Personen, sondern auch die, die etwa einen Behandlungsstuhl herstellen, den Bankkredit bearbeiten oder deren Beschäftigung vom privaten Konsum all dieser Menschen abhängig ist.

Adressat für diese Zahlen: in erster Linie die Politik

Adressat für diese Zahlen ist in erster Linie die Politik: Sie soll dem Gesetzgeber verdeutlichen, dass die zahnärztliche Versorgung mit all ihren kleinteiligen ökonomischen Verflechtungen – es gibt über 41.000 selbstständige Praxen – ein bedeutender Wirtschaftsfaktor ist. Regulatorische Änderungen im Gesundheitsbereich, die gegebenenfalls gar nicht primär auf die Zahnärzteschaft zielen, müssen daher sinnvollerweise bereits im Vorfeld auch unter ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet werden. Und eben dies kann das Zahnärztliche Satellitenkonto leisten.

Abb. 1 | Quelle: Zahnärztliches Satellitenkonto; BMWi – Gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung

Das ZSK bereitet die ökonomischen Zusammenhänge des zahnärztlichen Systems detailliert auf. Es betrachtet die private und die gesetzliche Leistungserbringung in verschiedenen Praxistypen, differenziert für privat vollversicherte und gesetzlich versicherte Patienten, jeweils in Abhängigkeit davon, wer die Leistung letztlich bezahlt. Konkret: Wie viele über dem GKV-Niveau liegende Kronenleistungen werden in Einzelpraxen an GKV-Patienten erbracht und wieviel wird hierfür von der GKV, von Zusatzversicherungen oder vom Patienten direkt bezahlt?

Schaut man sich die veröffentlichten betriebswirtschaftlichen Zahlen zu Zahnarztpraxen an, sieht man zunächst: Der Gewinn der Zahnarztpraxen steigt, die Zahl der Niederlassungen geht zurück, aber insgesamt sind immer mehr Menschen in Zahnarztpraxen tätig – für die Politik seit Jahren ein Grund zu sagen: Kein Handlungsbedarf, der Zahnärzteschaft geht es gut! Die Folge: Seit über 30 Jahren ist der GOZ-Punktwert unverändert – oder anders gesagt: Stagnierende Preise sind seit über 30 Jahren verordnet, während alle sonstigen Preise steigen.

Die jahrzehntelange Stagnation der GOZ bremst

Die Ergebnisse des Zahnärztlichen Satellitenkontos zeigen: Solche pauschalen Rückschlüsse greifen deutlich zu kurz. Wie steht es also tatsächlich um die Zahnarztpraxen und die mit der zahnärztlichen Versorgung eng verzahnte Wirtschaft?

Es stimmt, die Wertschöpfung steigt – und damit auch der Gewinn. Warum? Weil die Preise in der gesetzlichen Versorgung steigen, weil mehr gearbeitet wird. So werden beispielsweise immer mehr Prophylaxeleistungen (insbesondere Professionelle Zahnreinigung) erbracht, Zahnärzte schließen sich vermehrt zusammen ... Und doch: Sowohl im Vergleich zur Gesundheitswirtschaft insgesamt als auch zur Gesamtwirtschaft entwickeln sich die Zahnarztpraxen wie auch das zahnärztliche System als Ganzes unterdurchschnittlich.

Abb. 2 | Quelle: Zahnärztliches Satellitenkonto (BASYS)*Kernbereich ohne Zahnärztliches System

Und es ist eben die jahrzehntelange Stagnation in der GOZ, die hier bremst. Für den wichtigen Bereich der PKV-Vollversicherten und Beihilfeberechtigten finden sich keine positiven Impulse, weder bei den Mengen noch bei den Preisen. Betrachtet man nur diese Patientengruppe, die auf die gesamte GOZ zurückgreift, zeigen sich die negativen Auswirkungen stagnierender Preise schon deutlich. Was würde die dringend geforderte Preisanpassung kosten und wem käme sie zugute? Auch dies zeigt das ZSK auf. Überraschender Befund: Für den Staat, der die Beihilfe trägt, wäre eine GOZ-Punktwerterhöhung aufgrund zu erwartender Steuerrückflüsse nahezu kostenneutral!

Ein mögliches Gesetz als ökonomisches Szenario im Vorfeld bereits zu berechnen – dies ist nur möglich, wenn das Rechenmodell auch alle Aspekte des Gesetzes bereits abbilden kann. Daher versucht die BZÄK, das Rechenmodell kontinuierlich weiterzuentwickeln und auch neue Zusammenhänge abzubilden, um für künftige Entwicklungen und Herausforderungen gerüstet zu sein.

Dr. Klaus Bartling
Präsident der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe
Vorsitzender des Ausschusses Statistik der Bundeszahnärztekammer

 

Die aktuellen Ergebnisse des Zahnärztlichen Satellitenkontos finden sich im Statistischen Jahrbuch der Bundeszahnärztekammer, das auf deren Webseite bestellt werden kann.

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