EDV-Statistik

Auch Kieferorthopäden rechnen immer mehr elektronisch ab

Im vierten Quartal 2009 reichten die Zahnärzte aus dem Saarland und aus Thüringen ihre konservierend-chirurgischen (KCH) Abrechnungen erstmals ausnahmslos als Datei ein: In diesen zwei Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZVen) hat der Erfassungsschein Kons-Chir somit ausgedient. Aber auch die Kieferorthopäden nutzen in hohem Maße die elektronische Abrechnung.

Im vierten Quartal des vergangenen Jahres wurden in den Zahnarztpraxen 98,4 Prozent aller Abrechnungen konservierend-chirurgischer Leistungen elektronisch erstellt. Das sind 41 911 von 42 606 – gerade einmal 695 Abrechnungen gingen bei den KZVen in Papierform ein. Dagegen wurden noch 3 706 der insgesamt 8 503 kieferorthopädischen Abrechnungen per Papier erstellt – 43,6 Prozent.

Grafik 1 gibt prozentual an, wie viele Zahnärzte je KZV für die Bereiche KCH (dunkelblauer Balken) und KFO (hellblauer Balken) elektronisch abgerechnet haben. Im Saarland und in Thüringen gingen alle KCH- Abrechnungen erstmals elektronisch ein.

Die größte Abweichung davon gab es mit 97,3 Prozent in Sachsen – das sind gerade einmal 2,7 Prozent –, die sich gegenüber dem Vorjahr übrigens um weitere 0,5 Prozent verringerte. Anders im Bereich KFO: Hier liegt die Differenz zwischen der KZV mit den meisten elektronischen Abrechnungen (KZV Bremen: 100 Prozent) und der mit den wenigsten (KZV Mecklenburg-Vorpommern: 26,4 Prozent) bei 73,6 Prozent. Wobei viele Zahnärzte in geringem Maße kieferorthopädisch tätig sind, und es umgekehrt Kieferorthopäden gibt, die nur wenige konservierend-chirurgische Leistungen erbringen. Gerade diese Abrechnungen werden zumeist in Papierform bei der KZV eingereicht, weil es sich für die Praxischefs nicht lohnt, sich dafür ein Extra-Programm anzuschaffen. In Grafik 1 sind sie nichtsdestotrotz enthalten.

Am Beispiel Rheinland-Pfalz wird der Unterschied zwischen den eingereichten Abrechnungen und den absoluten Abrechnungsfällen deutlich: Im 4. Quartal 2009 rechneten nur 13 Zahnärzte per Papier ab, das entspricht 0,8 Prozent. Diese Abrechnungen enthielten 2 442 Fälle, was wiederum umgerechnet 0,2 Prozent der insgesamt 1 115 908 KCH-Fälle ausmacht.

Viel gravierender ist die Diskrepanz jedoch in der KFO: Hier ergeben 135 Papierabrechnungen 32,6 Prozent aller Abrechnungen, sie enthalten jedoch insgesamt lediglich 1 284 Fälle, die nur 1,6 Prozent der gesamten 78 931 KFO-Fälle ausmachen. Das eine Drittel Papierabrechnungen steht damit den 1,6 Prozent per Papier abgerechneten Fällen gegenüber. Was zeigt: Auch im KFO-Bereich wird die elektronische Abrechnung intensiv genutzt.

Insgesamt wurden die KCH-Abrechnungen (Grafik 2) mit 64 verschiedenen Zahnarztprogrammen erstellt, davon haben 56 weniger als drei Prozent Marktanteil und sind unter „Andere“ zusammengefasst. Nahezu die Hälfte aller KCH-DTA-Abrechnungen (48 Prozent) wurde mit den beiden Programmen Z1 (CompuGroup Medical Dentalsysteme) und DS-WIN-Plus (Dampsoft) erstellt. Beide konnten ihren Marktanteil im Vergleich zur Vorjahreserhebung ausbauen. An dritter Stelle findet sich wieder ChreMaSoft – Die Zahnarztsoftware (vorher: Windent) der CompuGroup Medical Dentalsysteme mit 9,3 Prozent. Das Praxissystem Charly (Solutio) hat seinen Marktanteil ebenfalls vergrößert und liegt jetzt an vierter Stelle.

Im Laufe der vergangenen fünf Jahre ist der Anteil der unter „Andere“ zusammengefassten Praxissystemhersteller um etwa zehn Prozent oder acht Programme gesunken, während die beiden führenden Programme Z1 und DS-WIN-Plus insgesamt um 12,3 Prozent zugelegt haben.

Der Anteil der kieferorthopädischen Praxissysteme am Datenträgeraustausch ist in Grafik 3 dargestellt. Wie in den Jahren zuvor hat das Programm KFO-Win (Firma Computer konkret) seine Führung behaupten und leicht stärken können, das Praxissystem Z1 (CompuGroup Medical Dentalsysteme) liegt ebenfalls unverändert auf dem zweiten Rang. DS-WIN-Plus (Dampsoft) hat mit zehn Prozent seine dritte Position gefestigt. Insgesamt wurden 54 Praxissysteme zur KFO-DTA-Abrechnung eingesetzt. 44 Programme haben weniger als drei Prozent Marktanteil und laufen unter „Andere“. Ihre Anzahl ist seit Jahren unverändert.

Anhand der absoluten Zahlen (Grafik 4) wird deutlich, dass knapp ein Viertel der insgesamt 41 911 elektronischen KCH-Abrechnungen mit Z1 erzeugt wurde. Wurden mit Z1 im Vorjahr noch 150 DTA-Abrechnungen mehr verfasst als mit DS-WIN-Plus, sind es jetzt 770 – obwohl auch DS-WIN-Plus seine Position im Vergleich zu 2008 verbesserte. Der Zuwachs bei Z1 liegt wohl auch darin begründet, dass einige Zahnärzte vom firmeneigenen Programm ZahnarztRechner zu Z1 wechselten. Die „Anderen“ bestehen aus 49 Programmen, mit denen bis zu 493 DTA-Abrechnungen erstellt wurden. Von diesen 49 liegen 28 Praxissysteme unter zehn, davon wurde wiederum mit 17 Programmen nur eine Abrechnung gemacht.

Mit dem kieferorthopädischen Abrechnungssystem KFO-WIN von Computer konkret wurden 1 116 der insgesamt 4 797 DTA-Abrechnungen erstellt (Grafik 5), das ist nahezu jede vierte Abrechnung. In der Rubrik „Andere“ sind 39 Praxissysteme zusammengefasst, mit denen bis zu 43 Abrechnungen durchgeführt wurden. Aus elf Programmen geht jeweils nur eine Abrechnung hervor, davon sind sieben Softwaresysteme, die die Kieferorthopäden selbst für ihre Praxis geschrieben haben.

Susanne Bonin, M.A.KZBV-VertragsinformatikUniversitätsstr. 7350931 Köln

Nach KZV-Bereichen aufgegliederte Übersichten über die Software-Hersteller, eine TOP-10 über die KCH-Abrechnungen per Datenträgeraustausch und eine KFO-TOP-5 gibt es bei der KZBV (S.Bonin@KZBV.de).  

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