Vertreterversammlung 2011 der apoBank

Auf Konsolidierungskurs

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Gute Nachricht für Kunden der apoBank: Nachdem die Bank im vergangenen Jahr erstmals in ihrer Geschichte keine Dividende für das Geschäftsjahr 2009 ausschütten konnte, hat die Bank 2010 wieder einen satten Gewinn erwirtschaftet. Dies kommt einer Dividendenzahlung von vier Prozent gleich, die an die Kunden gezahlt wird. Die Finanzspritze ist symbolhaft: Insgesamt befindet sich das Institut auf Konsolidierungskurs.

Dies ist auch das erklärte Ziel von Vorstandssprecher Herbert Pfennig, der auf der Vertreterversammlung am 17.06.2010 in Düsseldorf den Delegierten erneut die angepeilte Marschrichtung der Bank nannte: Nach den waghalsigen – und gescheiterten – Ausflügen in die Welt der Hochfinanz und der Risikopapiere soll die apoBank wieder „back to the roots“ – zurück zu den originären Finanzbedürfnissen von Ärzten, Apothekern und anderen Heilberuflern, ihrem traditionellen Kundenstamm, dem sie ein verlässlicher und seriöser Partner sein wolle.

Gutes Kreditgeschäft

Die Rückbesinnung auf die Kernkompetenzen der Bank ist Pfennigs Credo, seit er als Vorstandssprecher 2009 das Ruder übernahm. Offensichtlich mit Erfolg: Für 2010 konnte die Bank einen Jahresüberschuss von 53 Millionen Euro erwirtschaften. Neben der Dividendenausschüttung will die Bank 20 Millionen davon zu den Reserven packen.

Die wesentlichen Wachstumstreiber stellten laut Pfennig das Kredit- und das Einlagengeschäft dar. Zudem konnte die Bank durch gute Ergebnisse im Darlehensgeschäft (vier Milliarden Neuausleihungen in 2010) fast an das Rekordergebnis des Jahres 2009 anknüpfen. Von den vier Milliarden Euro entfällt die Hälfte auf Existenzgründungen und Praxisinvestitionen. Pfennig: „2009 war ein einmaliger Ausreißer. Dank unseres starken genossenschaftlichen Geschäftsmodells ist es uns im Jahr 2010 gelungen, wieder auf die Erfolgsspur zurückzukehren.“

Der Erfolg geht vor allem auf ein Plus im Kundengeschäft zurück: Die Geschäftsvolumina im Kreditgeschäft, im Einlagengeschäft sowie im Anlagegeschäft der Bank sind weiter gestiegen. Dies auch dank 14 000 Neukunden, die zur apoBank stießen. Was die Aussichten für 2011 anbelangt, so konnte Pfennig von einen „im Plan“ befindlichen Verlauf berichten, Ziel sei es, weiter die Eigenkapitalquote zu erhöhen.

Des Weiteren sei es gelungen, die Risiken aus den strukturierten Finanzprodukten weiter zu senken. Am 31. Dezember 2010 lag der Wert bei 4,2 Milliarden Euro, aktuell belaufe er sich auf nur noch 3,6 Milliarden Euro. Damit habe es die Bank in rund zwei Jahren geschafft, die umstrittenen Anlagen um 35 Prozent zu reduzieren. Um den Abbau voranzutreiben, wurden Wertpapiere in Höhe von drei Milliarden Euro an die Union Investment abgegeben, die sich um das Management kümmert. Die Papiere wurden für diesen Zweck in einen Spezialfonds überführt, an dem die Bank sämtliche Anteile hält. Pfennig wies darauf hin, dass dies keine Bad Bank sei und dass die Fondsanteile auf den Büchern der apoBank verbleiben.Die Gruppe der angestellten Heilberufler, so Pfennig, wird für die Bank immer interessanter. Daher wolle sich das Institut in nächster Zeit verstärkt „mit maßgeschneiderten Geschäftsmodellen“ um diese Kunden kümmern. Ebenfalls soll mehr getan werden, Kunden in der Vermögensverwaltung zu betreuen.Zu den Untersuchungen gegenüber den ehemaligen Vorständen Stefan Mühr und Claus Verfürth konnte der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Apotheker Hermann S. Keller, berichten, dass sich keine Hinweise auf Verfehlungen der beiden ergeben hätten. In der VV sprachen mehrere Delegierte eine Wiederherstellung der Reputation der beiden Ex-Vorstände an.

Vorstand für 2010 entlastet

Die Mitglieder des Vorstands – Herbert Pfennig, Dr. Thomas Siekmann, Bernd Span, Stefan Mühr und Claus Verfürth – wurden antragsgemäß von der Vertreterversammlung für das Geschäftsjahr 2010 entlastet.Im Hinblick auf die zwischenzeitlich erho-bene Klage auf Schadenersatz gegen Günter Preuß, Gerhard K. Girner, Günther Herion und Werner Albert Schuster, hat die Vertreterversammlung auf Vorschlag des Aufsichtsrats beschlossen, die Entlastung der Herren für das Geschäftsjahr 2009 zu verweigern. Bei Schuster betrifft dies auch die Entlastung für seine Tätigkeit im Jahr 2010. Im Vorjahr hatte der Aufsichtsrat wegen laufender Untersuchungen zu möglichen Verfehlungen bei Geschäften mit strukturierten Wertpapieren vorgeschlagen, die Entlastung von Preuß, Girner, Herion und Schuster auf die VV 2011 zu verschieben.Pfennig ging auch auf Korruptionsvorwürfe ein, die die Bank im Herbst 2010 belasteten. Damals wurden Vorwürfe laut, apoBank-Mitarbeiter sollen in eine Betrugsaffäre um denkmalgeschützte Immobilien der Unternehmen Licon und Medicon verwickelt sein. Infolge der gewonnenen Erkenntnisse einer intern eingesetzten Untersuchungskommission hat sich die Bank mittlerweile von insgesamt drei leitenden Vertriebsmitarbeitern getrennt. Um derartigen Vorkommnissen vorzubeugen, habe die Bank zahlreiche Maßnahmen ergriffen: Der Vorstand wurde neu aufgestellt, Zuständigkeiten wurden neu verteilt, bei allen Geschäftsentscheidungen wurde ein Vier-Augen-Prinzip sichergestellt und das Filialnetz neu organisiert.

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