Editorial

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Liebe Leserinnen und Leser,

die ältere Generation sieht sich derzeit im Fokus öffentlicher Diskussionen. Auf der einen Seite wird eine kontroverse politische Diskussion um den frühen oder späten Eintritt ins Rentenalter geführt – der Schlagabtausch um das Für und Wider der Rente mit 63 geht in die nächste Runde. Auf der anderen Seite steht das Thema Pflege:

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe bringt neue Regelungen zur Definition der Pflegebedürftigkeit auf den Weg – ein weiterer Schritt Richtung großer Reform im von ihm ausgerufenen Jahr der Pflege. Derweil lobt der Bundes-Pflegebevollmächtigte Karl-Josef Laumann die Einführung der Pflegeversicherung vor rund 20 Jahren als Meilenstein, sie habe maßgeblich dazu beigetragen, den oft schwierigen letzten Lebensabschnitt würdevoll zu gestalten.

Dazwischen stehen die Senioren selbst mit ihren jeweiligen Lebenswirklichkeiten. Und zwischen dem Eintritt ins Rentenalter und dem möglichen Pflegefall passiert bei ihnen eine ganze Menge. Viele sind körperlich und geistig noch sehr präsent und bleiben dies aufgrund ihrer Lebenserwartung immer länger. Zwar laborieren sie bereits an der einen oder anderen chronischen Erkrankung, fühlen sich aber gesundheitlich noch fit genug, Sport zu treiben, am sozialen Leben teilzuhaben, sich familiär, im Freundeskreis oder im Ehrenamt zu engagieren und auch Zeit für sich selbst zu finden.

Unsere Titelgeschichte zeigt, dass im Seniorenalter noch ganz viel Luft nach oben ist. Gesundheitsbezogene Lebensqualität ist hierbei ein zentrales Stichwort. Das Reisen zum Beispiel hat – vorausgesetzt natürlich, man ist materiell und finanziell gut auf- gestellt – bei der älteren Generation einen großen Stellenwert. Wer trotz chronischer Erkrankungen in Urlaub fährt, stellt sich mit seiner Reiseplanung darauf ein und trifft Vorkehrungen für Ernstfälle.

Ärzte sind zunehmend gefordert, wenn es darum geht, gesundheitliche Fragen – auch komplexerer Art – rund um das Thema Reisen mit in die Beratung einzubeziehen. Was müssen Patienten mit Herz-Kreislauf- Erkrankungen bei der Planung einer Flug-reise beachten? Was sollten Diabetiker wissen, wenn sie in Urlaub fahren wollen? Ein klärendes Gespräch mit dem Mediziner ist angebracht. Das bedeutet für Ärzte, sich entsprechend fachlich aufzustellen, um die Bedürfnisse ihrer chronisch kranken älteren Patienten auch in dieser Hinsicht im Blick zu behalten.

Aufgrund des engen Zusammenhangs von Allgemeingesundheit und Mundgesundheit sind auch die Zahnärzte mit im Boot. Ihnen kommt bei der Aufklärung eine besondere Rolle zu. Denn es sind nicht selten zahnärztliche Untersuchungen und Behandlungen, bei denen sich erste Anzeichen für eine Allgemeinerkrankung zeigen. Das betrifft auch viele Senioren. Der Zahnarzt kann im Gespräch mit dem Patienten herausfinden, wo es hakt, zur weiteren Konsultation an den Allgemeinarzt verweisen – und damit seinen ganz eigenen Obolus zu einem Mehr an gesundheitsbezogener Lebensqualität beitragen.

Mit freundlichen Grüßen

Gabriele PrchalaStellvertretende Chefredakteurin

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