IDS 2021 in Köln

Safety first

Das Corona-Virus stellt auch die Dentalbranche vor bislang nicht gekannte Herausforderungen. Noch sind die Auswirkungen auf die Märkte nicht absehbar. Die Internationale Dental-Schau (IDS) als globale Leitmesse soll dennoch stattfinden – unter strikten Corona-Sicherheitsauflagen.

Insgesamt 160.000 Fachbesucher aus 166 Ländern reisten im März 2019 zur 38. IDS nach Köln. 2.327 Aussteller aus 64 Ländern zeigten auf einer Fläche von 170.000 m² ihre Produkte. Damals drängten sich die Gäste in den Hallen, überall Massenaufläufe. Allein die Vorstellung erscheint heute undenkbar. Doch die nächste IDS steht vor der Tür, vom 9. bis 13. März ist sie in Köln-Deutz geplant.

Frage: Wie organisiert man eine Veranstaltung von dieser Größe in Corona-Zeiten?

„Die IDS 2021 nimmt die Krise zum Anlass, ihre Messephilosophie neu zu denken und sich auf Anforderungen einzustellen, die nach Corona definitiv nicht dieselben sein werden wie zuvor“, teilt die Kölnmesse auf ihrer Homepage mit. „Dennoch bleibt die direkte persönliche Begegnung für die Pflege bestehender Kontakte wie für die Entfaltung neuer Geschäftsmöglichkeiten unerlässlich. Nur dann lassen sich gemeinsam Lösungen zur Krisenbewältigung entwickeln, bestehende Geschäftsbeziehungen sichern und neue Businesskontakte erschließen.“

Dentsply Sirona sagt IDS ab

Herr Petersohn, Sie sagten, Sie befürchten, dass Dentsply Sirona seinen Kunden nicht das gewohnte Messe-Erlebnis bieten kann. Was macht denn dieses Erlebnis aus?

Auch wenn es weh tut: Ist das traditionelle Messekonzept, das auf direkten Kontakt setzt, überholt? Setzt ein Wandel ein, der durch die Pandemie nur schneller in Gang kommt?

Für die Branche sei die IDS der entscheidende Kick-off für einen Neustart nach der Corona-Krise sagt Oliver Frese von der Kölnmesse. Müsste ein Gigant wie Dentsply Sirona nicht gerade jetzt ein Zeichen setzen und die Dentalbranche mit der Teilnehme an der Messe unterstützen?

Direkte persönliche Kontakte unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln – wie soll das auf einer Messe – in diesem Fall der weltweit größten ihres Faches – gehen?

„Wir haben in den vergangenen Monaten in intensiven Prozessen und engem Austausch mit allen relevanten Behörden ein weitreichendes Konzept für den Re-Start von Messen in Köln entwickelt“, berichtet der Geschäftsführer der Koelnmesse Oliver Frese. Oberstes Ziel sei, das sichere Miteinander auf der Messe zu regeln und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass die Begegnungen entspannt verlaufen können. Unter „B-SAFE4BUSINESS“ seien nach den Vorgaben der Corona-Schutzverordnung in NRW und in Abstimmung mit den Behörden in Köln entsprechende Maßnahmen definiert worden.

Networking mit Abstand

Ganz oben stehen die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln. Man will die Stände großzügiger planen, damit der Mindestabstand eingehalten werden kann. Solange eine Distanz von 1,5 Metern gewahrt werden kann, werde die Zahl der Besucher an einem Stand nicht reglementiert. Ein weiterer Vorteil: das digitale Leitsystem. Geplant ist, mithilfe technischer Hilfsmittel die Verteilung der Teilnehmer und damit die Besucherströme zu überwachen und gegebenenfalls zu steuern.

Die Branche braucht ein starkes Zugpferd

Zum Sicherheitskonzept gehört auch, dass nur Online-Tickets verkauft werden. Um an den Eingängen Schlangen zu vermeiden, müssen die Gäste über ein digitales Zulassungssystem einen Time Slot buchen.

Sicherheitsmaßnahmen auf der IDS 

  • Desinfektion und Reinigung: An allen wichtigen Stellen auf dem Gelände werden Desinfektionsspender aufgestellt; Counter, Tische und Handläufe) verstärkt gereinigt.

  • Für alle gilt eine Mund-Nasen-Schutz-Pflicht – mit Ausnahme der Sitzplätze an Messeständen oder in der Gastronomie. 

  • Die Räumlichkeiten sind mit modernsten Lüftungsanlagen für eine getrennte Fort- und Abluftschaltung ausgerüstet.

  • Die Sanitäranlagen werden in hohem Takt gereinigt. Handwasch- und Desinfektionsmöglichkeiten existieren in ausreichendem Abstand.

  • Alle Türanlagen außer Brandschutztüren bleiben dauerhaft geöffnet, um den Kontakt mit Oberflächen zu reduzieren. 

  • Die Zahl der Besucher wird durch Online-Registrierung und Online-Tickets gesteuert, so dass der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann.

  • Wird mehr Platz gebraucht, werden die Flächen und damit die Bewegungsmöglichkeiten für Besucher und Aussteller vergrößert. 

  • Anpassung der Gangbreiten und Verkehrsflächen zur Einhaltung des Mindestabstands.

  • Bei Konferenzen werden die Bestuhlung und die Zahl der Sitzplätze angepasst. Stehplätze wird es nicht geben, getrennte Zu- und Austritte werden fesgelegt.

  • Für jeden Eingang werden Durchtrittsgeschwindigkeiten und maximale Personenanzahlen berechnet, in den Wartebereichen Mindestabstände vorgegeben.

  • Der Mindestabstand gilt auch an den Messeständen. 

  • Auch bei Geschäftsterminen sollte der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten und auf Körperkontakt und Händeschütteln verzichtet werden.

  • Auf jedem Stand müssen Desinfektionsmittel bereitgestellt und die Oberflächen nach jedem Termin gereinigt werden. 

  • Auf Events mit Partycharakter an den Ständen muss in Corona-Zeiten leider verzichtet werden.

  • Monitoring: Digitale Systeme geben einen Überblick über die Verteilung Besucherströme. Aussteller und Besucher erhalten dazu eine App. 

  • Ein digitales Leitsystem informiert zielgenau an Hotspots.

  • Es wird spezielle Regelungen für Garderobe, Taschenkontrolle, Drehsperren, Infocounter, Parkscheinautomaten und Aufzüge geben. 

  • Nachverfolgung: Alle Messegäste müssen sich über den Online-Tickets oder ihren Ausstellerausweis vorab registrieren.

  • Der Ticketverkauf findet ausschließlich online statt. Die mobil verfügbaren Tickets ermöglichen einen kontaktlosen Zutritt. 

  • Das Konzept zur Hallengastronomie und zum Standcatering entspricht den gesetzlichen Anforderungen. Dazu gehören Maßnahmen wie das kontaktlose Bezahlen.

  •  Eine qualifizierte medizinische Betreuung steht vor Ort jederzeit zur Verfügung.

  • Aufenthalt in Köln: Die Hotels sind verpflichtet, die geltenden Hygiene-und Infektionsschutzstandards im Rahmen der Coronaschutzverordnung von NRW umzusetzen.

„Wir schaffen eine sichere Kommunikationsplattform, auf der Experten, Enthusiasten und Entscheider aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammenkommen, um gemeinsam neue, nachhaltige Wege für die dentale Branche zu gehen“, verspricht Frese. Seine Erwartung: Die IDS 2021 soll das internationale Dental-Business wiederbeleben. „Gerade jetzt braucht die Branche ein starkes Zugpferd.“

Auch Mark Stephen Pace, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Deutschen Dental-Industrie e.V. (VDDI), hält die IDS 2021 für den entscheidenden Kick-Off für einen Neustart nach der Pandemie: „Die internationale Branche blickt mit großen Erwartungen auf die IDS 2021, denn sie spielt eine maßgebliche Rolle bei einer erfolgreichen Krisenbewältigung, besonders im persönlichen Austausch von Strategien in den unterschiedlichen Märkten und Regionen. Nur im direkten Dialog lassen sich eigene Bedarfe und Positionen prüfen und eine Neuorientierung auch im Sinne von Wertschöpfungsketten analysieren.“

1.300 Aussteller hatten sich im Juli bereits angemeldet – die Zahlen sind laut einem Sprecher der Kölnmesse vergleichbar mit den Registrierungen zu Nicht-Corona-Zeiten. Zahnärzte und ihre Teams können erst im November Tickets kaufen. Im Oktober wollen die Organisatoren endgültig entscheiden, ob 2021 ein IDS-Jahr wird.

Die IDS findet alle zwei Jahre in Köln statt. Sie wird veranstaltet von der Gesellschaft zur Förderung der Dental-Industrie mbH (GFDI), dem Wirtschaftsunternehmen des Verbandes der Deutschen Dental-Industrie e.V. (VDDI), und durchgeführt von der Koelnmesse GmbH, Köln.

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