Kampagne zur ZFA-Ausbildung geht bundesweit an den Start
Auch wenn die Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) nach wie vor unter den Top Ten der Ausbildungsberufe in Deutschland liegt, so merken doch Zahnärztinnen und Zahnärzte immer stärker, wie schwierig es geworden ist, junge Menschen für diesen Berufsweg zu finden. Schließlich gibt es den Fachkräftemangel in vielen Branchen, die alle auf sich aufmerksam machen wollen. Wichtig ist deshalb, die Ausbildung zur/zum ZFA überhaupt erst mal ins Bewusstsein zu bringen. Doch wie kann das gelingen?
Um die Jugendlichen zu erreichen, arbeiten die Zahnärztekammern Nordrhein, Hessen, Berlin und Niedersachsen seit einiger Zeit gemeinsam an einer Ausbildungskampagne – in Nordrhein hatte man bereits 2017 damit begonnen. In diesem Jahr hat man nun die Kampagne zusammen mit einer Düsseldorfer Agentur neu ausgerichtet. Zentrales Element ist diesmal die direkte Ansprache der Zielgruppe über Influencerinnen bei TikTok. Hintergrund: 44 Prozent der 14- bis 29-Jährigen nutzen das Videoportal mindestens einmal pro Woche (ARD/ZDF-Onlinestudie). Im Durchschnitt kommt diese Altersgruppe auf 155 Minuten Videokonsum täglich.
Die TikTok-Videos wurden 2,7 Millionen Mal aufgerufen
Damit die richtige Ansprache gelingt, hat man vier Influencerinnen für die Kampagne gewonnen – darunter mit Jule Nagel (@julesboringlife) die TikTokerin mit den meisten Followern unter allen deutschsprachigen Accounts im vergangenen Jahr (6,5 Millionen Follower). Alle vier Influencerinnen haben einen Tag in einer Zahnarztpraxis verbracht und im Anschluss ihren Followern in zwei Videos (Praxisbericht und Beantwortung von FAQ) über die Arbeit einer/eines ZFA berichtet.
Ausgespielt wurden die TikTok-Videos Ende Februar – mit durchschlagendem Erfolg: Die höchste Reichweite erreichte Jule Nagel mit knapp zwei Millionen Aufrufen, insgesamt kam man auf eine Reichweite von 2,7 Millionen. Dass sich dieser Aufwand lohnt, zeigen die Ausbildungszahlen in Nordrhein, die seit 2017 um 25 Prozent gesteigert werden konnten (siehe Interview mit Kammerpräsident Dr. Ralf Hausweiler).
Ergänzend werden die Eltern adressiert
Aber nicht nur die Jugendlichen selbst sind als Zielgruppe wichtig. Eine große Rolle spielen auch die Eltern. Denn diese sind bei der Berufswahl oft die wichtigsten Berater ihrer Kinder. Deshalb habe die Kampagne über diverse Online-Anzeigen in Eltern-relevanten Medien im vergangenen Dezember und Januar mehrere hunderttausend Personen erreicht und mehrere tausend Interessierte auf die Internetseite der Kampagne gelenkt, berichtet die Zahnärztekammer Nordrhein.
Dass eine solche Kampagne aufwendig und auch nicht ganz günstig zu haben ist, liegt auf der Hand. Um die erfolgreiche Kampagne bundesweit auszubauen, haben die 17 Zahnärztekammern der Länder im Juni beschlossen, ab 2024 gemeinsam an den Start zu gehen. Koordiniert werden soll das Ganze über einen Fachbeirat, der bei der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) angesiedelt ist. Die einzelnen Kammern können sich mit ihren bereits laufenden Projekten einbringen. Die fachliche Führung – so die Zusammenarbeit mit der Agentur – bleibt bei der Zahnärztekammer Nordrhein. BZÄK-Präsident Prof. Dr. Christoph Benz hält eine bundesweite Kampagne für den richtigen Weg: „Personalmangel ist eines der drängendsten Probleme in unseren Praxen. Gleichzeitig sehen wir, dass die klassischen Wege für das Berufsbild ZFA zu werben kaum noch zünden. Das Influencerinnen-Konzept der Landeszahnärztekammer Nordrhein dagegen ist neu und funktioniert so gut, dass wir es jetzt gerne bundesweit übernehmen.“
Weiter geht es mit Beauty-Influencerinnen
Aber natürlich will man mit dem Konzept nicht stehen bleiben. So ist beispielsweise für 2024 angedacht, Beauty-Influencerinnen und -influencer einzubinden, um über die Schiene Zahnmedizin und Ästhetik neue Interessierte anzusprechen. Gleichzeitig möchte man Zahnärztinnen und Zahnärzte, die bereits TikTok- und Kamera-Erfahrung haben, ins Boot holen. Glaubwürdigkeit soll dabei im Vordergrund stehen. Außerdem soll die Kampagnenseite modernisiert werden.
Kampagnenseite: www.zfa-beruf.com






