Gemeinde unterstützt Praxisgründung

Eine Zahnärztin für die Region

Nadja Alin Jung
Mainhardt ist ein kleiner Luftkurort mit rund 6.000 Einwohnern im Landkreis Schwäbisch Hall in Baden-Württemberg. Die historischen Wurzeln der Gemeinde reichen zurück bis in die Römerzeit. Die Gemeinde hat das „Schlössle“, ein Mineralfreibad, ein Freilichttheater, natürlich den Schwäbischen Wald – und künftig auch einen Gesundheitskomplex mit neuer Zahnarztpraxis.

Mainhardt braucht eine verlässliche medizinische Versorgung, und dazu gehört selbstverständlich auch eine gut aufgestellte Zahnmedizin. Aber gerade auf dem Land wird es zusehends schwieriger, junge Ärzte und Zahnärzte zu finden, die bereit sind, dort eine Praxis zu eröffnen. Bürgermeister Damian Komor erkannte sofort die Chance, als Iryna Leicht in Mainhardt einen Standort für ihre Niederlassung suchte.

Und Leicht, die in einer Unternehmerfamilie aufwuchs, war früh klar, dass sie als Zahnärztin einmal auf eigenen Füßen stehen wollte. Zumal sie ihre Werte – Umweltbewusstsein, Nachhaltigkeit und Tierwohl – in ihrer angestellten Tätigkeit nie vollständig umsetzen konnte.

Das Vivendi-Quartier

  • zwei Tiefgaragengeschosse + Außenstellplätze mit 72 Stellplätzen

  • Barrierefreiheit: Aufzug von der Tiefgarage bis ins oberste Stockwerk

  • 16 moderne Wohnungen in den oberen Etagen, zwei weitere Geschäftsflächen zur freien Vermietung

  • Gesamtvolumen: rund 9 Millionen Euro

„Frau Leichts Vision hat uns überzeugt – nicht nur wegen ihres medizinischen Anspruchs, sondern weil sie sich von Anfang an als Teil unserer Gemeinde verstanden hat. Solche Initiativen sind auf dem Land selten – umso mehr wollten wir sie unterstützen", erzählt Komor. Die Gemeinde bot Support an – ideell, strukturell und über die eigens gegründete Kommunalbau Mainhardt GmbH auch organisatorisch: Die Praxis wird zum Herzstück des sogenannten Vivendi-Quartiers, um das herum Wohnungen und Gewerbeflächen geplant wurden. Hier wurde eine Praxis nicht in ein Haus integriert – das Haus wurde um die Praxis gebaut.

Die Gemeinde kaufte einfach das Grundstück

Dabei wird der gesamte Bauprozess von Architekten, Baufirmen und Handwerkern aus der Region getragen. Für Leicht ein zentraler Punkt: „Wenn wir Verantwortung übernehmen wollen, muss das auch beim Bauen beginnen.“ Das Projekt ist somit fest in der Gemeinde verwurzelt. Wenn man sich heute den neuen Praxiskomplex im Zentrum von Mainhardt anschaut, bekommt man eine Ahnung davon, wie vielschichtig das Bauvorhaben ist. Die Anfänge reichen zurück bis ins Jahr 2011: Damals kaufte die Gemeinde das Grundstück, auf dem jetzt das Gesundheitsgebäude steht. Doch erst mit Leichts Anfrage – vermittelt durch einen Unterstützer – nahm das Projekt Fahrt auf.

Aus dem Terminzettel wächst eine Pflanze

In ihrer Praxis EdelLeicht kann Leicht ihre Haltung leben: vom Einsatz plastikfreier Verpackungen über Terminzettel aus Blumensamenpapier bis hin zu geplanten Baumpflanzaktionen mit bis zu 100 Bäumen jährlich. Auch Tierschutzprojekte sollen regelmäßig Spenden erhalten. EdelLeicht steht für einen ganzheitlichen Anspruch – medizinisch, gesellschaftlich und ökologisch.

Ende des Jahres ist die Eröffnung geplant. Leicht setzt dabei konsequent auf offene Türen: Statt eines sterilen Wartezimmers erwartet die Patienten ein offener Empfangsbereich, lichtdurchflutete Räume und eine große Terrasse. Geht ein Terminzettel verloren, wächst daraus mit etwas Glück eine Pflanze – und erinnert daran, dass Nachhaltigkeit oft im Kleinen beginnt.

Die Farbpalette orientiert sich an der Innenraumgestaltung. Dieses Corporate Design zieht sich von der Website bis hin zum Bauzaunbanner durch.

Um ihre Werte nach außen sichtbar zu machen, holte sich Leicht die professionelle Unterstützung einer erfahrenen Praxismarketing-Agentur. Der Praxisname „EdelLeicht“ verbindet den Nachnamen der Gründerin mit dem Anspruch an moderne Zahnmedizin: „Edel“ steht für höchste Qualität, „Leicht“ für Vertrauen und einen einfühlsamen Zugang – auch für Kinder. Der Name schafft eine klare Identität und bietet Raum für Erweiterungen.

Ein Haus mit Mehrwert für alle

Die zusätzlichen Gewerbeflächen im Vivendi-Quartier stehen aktuell zur Vermietung. Auch wenn es seitens der Gemeinde kein festes Ziel ist, ein medizinisches Versorgungszentrum zu etablieren, steht man Ideen wie Logopädie oder Ergotherapie offen gegenüber. Ziel ist, langfristig ein Haus mit Mehrwert für alle Bürgerinnen und Bürger zu schaffen. Schon jetzt spürt man die Vorfreude in Mainhardt. Alle verfolgen den Baufortschritt mit Spannung. Dass beim Richtfest so viele Einwohnerinnen und Einwohner anwesend waren, zeigt: Dieses Projekt hat Rückhalt – und Strahlkraft.

Nadja Alin Jung

Nadja Alin Jung

m2c | medical concepts & consulting
Frankfurt am Main

Melden Sie sich hier zum zm-Newsletter des Magazins an

Die aktuellen Nachrichten direkt in Ihren Posteingang

zm Heft-Newsletter


Sie interessieren sich für einen unserer anderen Newsletter?
Hier geht zu den Anmeldungen zm Online-Newsletter und zm starter-Newsletter.