Licht und Schatten
Die Einwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) ist ebenso rasant wie verblüffend. Diejenigen, die das Aufkommen des Internets miterlebt haben, können sich sicher noch an die Entwicklungssprünge erinnern. Schon damals hatte man manchmal das Gefühl: Himmel, geht das schnell! Rückblickend kann man sagen, dass sich die Verbreitung des Internets zu einem überall greif- und nutzbaren Medium fast in Zeitlupe vollzogen hat. Zumindest wenn man dies mit der rasend schnellen Verbreitung von KI vergleicht. Zwar ist KI schon länger in verschiedensten Bereichen im Einsatz. Aber der großflächige Durchbruch auch im „consumer“-Bereich erfolgte vor knapp drei Jahren mit der Veröffentlichung von ChatGPT. Experten sind sich sicher, dass damit eine neue Zeitrechnung der technischen Entwicklung begonnen hat. Seit November 2022 ist einige Zeit vergangen und KI hält in immer mehr Bereichen der Lebens- und Arbeitswelt Einzug. Neben Euphorie – ob der schier endlosen Möglichkeiten – auf der einen Seite gibt es nicht wenige kritische Stimmen, die davor warnen, dass sich diese Technik eines Tages gegen uns Menschen wenden könnte. Zwischen diesen Extremen liegt das, was die Anwenderinnen und Anwender im Alltag beim Einsatz von KI erleben. Da liegen Licht und Schatten oft nah beieinander.
Und wie sieht es in der Zahnmedizin aus? Dies wollen wir in unserer neuen Serie „KI für die Zahnmedizin“, die in dieser Ausgabe startet, beleuchten. Zum Start erklären die Experten des DGZMK-Arbeitskreises „Artificial Intelligence in Dental Medicine“ (AIDM), um was es sich beim „Automatisierungs-Bias“ handelt. Dieser spielt insbesondere in der Diagnostik eine nicht zu unterschätzende Rolle. Und was lässt sich in der Zahnarztpraxis heute schon sinnvoll nutzen? Kann da die KI schon Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vollwertig ersetzen? Darüber sprachen wir mit einem Experten, der sich die aktuellen Anwendungen und ihren praktischen Einsatz näher angeschaut hat. Ohne zu viel zu verraten: Auch hier liegen Licht und Schatten nah beieinander.
Unser KI-generiertes Titelbild ist Ihnen vermutlich aufgefallen – ebenso die deutlichen Fehler. In der Fotoerzeugung kann KI inzwischen bestechende Ergebnisse liefern, aber manchmal auch heftig daneben greifen. Licht und Schatten eben.
Viele kennen Dr. Doris Seiz als Präsidentin der Landeszahnärztekammer Hessen. Vor einem Jahr ist sie in die Berufspolitik auf europäischer Ebene eingestiegen – und wurde kürzlich zur Generalsekretärin der European Regional Organisation (ERO) der World Dental Federation (FDI) gewählt. Im Interview verrät die Oralchirurgin aus Kelsterbach nahe Frankfurt am Main, wie sie die Anliegen der deutschen und der europäischen Zahnärzteschaft in ihrer Amtszeit voranbringen will und warum ein Engagement auf internationaler Ebene sinnvoll und wichtig ist.
Und auch in zm STARTER haben wir diesmal wieder ein prall gefülltes Themenpaket. So stellen wir das neue Lehrgebäude der Zahnklinik am Universitätsklinikum Bonn vor, das vor drei Monaten eröffnet wurde. Mit innovativen Lehrformaten will man dort neue Maßstäbe in der zahnärztlichen Ausbildung setzen. Dann berichtet Lena Pulczynski vom Fachschaftsrat der Uni Greifwald, wie sie mit anderen Studierenden die sogenannten „Dental Days“, also interaktive Fortbildungstage, ins Leben gerufen hat. Sie erzählt, was sie dazu gebracht hat und was für die Umsetzung alles nötig war. Und wie läuft ein Zahnmedizinstudium in Budapest? Davon berichtet in zm STARTER Leon Föllmer.
Viel Spaß bei der Lektüre
Sascha Rudat
Chefredakteur