ePA bald mit Volltextsuche
Umgesetzt werde 2026 die Funktion „Push Benachrichtigung für Versicherte“. „Dadurch erhalten Versicherte umgehend die Information zu neuen Dokumenten und Inhalten in ihrer ePA und können sich aktiv damit befassen“, heißt es in der Antwort des BMG (Drucksache vom 21/3769 vom 21. Januar 2026). Die Push-Funktionalität im Frontend der Versicherten werde mit ePA Release 3.1 im Sommer 2026 erfolgen und somit die Nutzungsmöglichkeiten der ePA-App weiter verbessern. Krankenkassen könnten dann zum Beispiel mittels dieser Funktion Erinnerungsmöglichkeiten für ihre Mitglieder integrieren.
Die Volltextsuche soll Ende 2026 verfügbar sein
Ab Ende 2026 sollen dann die Volltextsuche innerhalb der ePA sowie die Datenausleitung aus der ePA an das Forschungsdatenzentrum verfügbar sein. Leistungserbringende müssen dann entsprechende Nachweise erbringen, dass ihre informationstechnischen Systeme die von der gematik festgelegten Anforderungen erfüllen, Stichwort Konformitätsbestätigungsverfahren.
Nutzung hält sich in Grenzen
Gerade einmal 3,6 Prozent beträgt der derzeitige Anteil aktiver ePA-Nutzerinnen und Nutzer im Verhältnis zur Zahl der angelegten E-Akten. Das ergab die Umfrage des RND bei mehreren großen deutschen Krankenkassen Anfang Januar, die zusammengenommen weit mehr als die Hälfte der Versicherten abdecken. Rückmeldungen gaben die Techniker Krankenkasse (TK), die Barmer sowie elf der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOKen).
Die Grünen wollten mit ihrer Anfrage (Drucksache 21/3428 vom 23. Dezember 2025) „Transparenz schaffen“ über den Stand und die Planungen der Bundesregierung zu den Kernfragen rund um die ePA: von der Vereinheitlichung des ePA-Backends über die Beschleunigung der Spezifikationen bis hin zur Gewährleistung von IT-Sicherheit und der Schließung der Identitäts- und Governance-Lücken. „Trotz der Fortschritte bei der Bereitstellung der ePA bestehen weiterhin erhebliche strukturelle und technische Herausforderungen. Die bisherige MultiProvider-Struktur der ePA führt zu Fragmentierung und Reibungsverlusten. Unterschiedliche technische Architekturen, redundante Infrastruktur und fehlende zentrale Steuerung erschweren die Durchsetzung einheitlicher Standards“, kritisierten sie in ihrer Anfrage.
„Solange der Zugang kompliziert bleibt und zentrale Funktionen fehlen, werden Push-Nachrichten die Nutzung nicht entscheidend erhöhen."
Dr. Janosch Dahmen, Arzt und Grünenpolitiker im Bundestag
Der Gesundheitsexperte der Grünen, Dr. Janosch Dahmen, rügte, die Ankündigungen aus dem Ministerium könnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die ePA unter BMG-Chefin Nina Warken (CDU) in ihrem ersten Amtsjahr kaum substanziell vorangekommen sei: „Solange der Zugang kompliziert bleibt und zentrale Funktionen fehlen, werden Push-Nachrichten die Nutzung nicht entscheidend erhöhen." Sie seien kein Digitalisierungsdurchbruch. Der eigentliche Nutzen der ePA entstehe erst, wenn relevante medizinische Inhalte strukturiert und verständlich verfügbar seien. Das verschiebe die Bundesregierung aber weiter in die Zukunft.
Seit Januar 2025 haben alle gesetzlich Versicherten eine ePA von ihrer Krankenkasse eingerichtet bekommen, sofern sie nicht widersprochen haben. Seit 1. Oktober 2025 sind Praxen und Kliniken verpflichtet, wichtige Daten wie Befunde oder Laborwerte einzustellen.




