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Auch die weiteren Ergebnisse der DMS • 6 zeigen: Prävention wirkt!

Romy Ermler
,
Martin Hendges

Vor einem Jahr haben wir mit dem ­Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) die ersten Ergebnisse der Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6) der Öffentlichkeit präsentiert. Nach neun Jahren – die DMS V erschien 2016 – lag damit erstmals wieder eine aktuelle, wissenschaftlich fundierte Übersicht über die Mundgesundheit der deutschen Bevölkerung vor. Die DMS • 6 ist die größte repräsentative oralepidemiologische Bevölkerungsstudie in Deutschland und liefert umfassende Einblicke in den Zustand der Mundgesundheit der Bevölkerung in Deutschland – von den Kindern bis zu den Menschen im Rentenalter. In dieser Form weltweit einmalig, ist sie ein hervorragendes Stück Wissenschaft, das das IDZ mit großem Aufwand und Engagement erarbeitet hat.

Die DMS • 6 zeigt, dass unsere präventiven Maßnahmen in der zahnmedizinischen Versorgung in Deutschland nachhaltige Früchte tragen. Das Motto der Studie bringt es auf den Punkt: ­Prävention wirkt! Wir können mit erhobenem Haupt in die Diskussion mit der Politik gehen, denn die Ergebnisse sind auch ein Beleg für die Richtigkeit unserer vergangenen standespolitischen Entscheidungen: Zahnmedizin und die Mundgesundheit der Bevölkerung entwickeln sich in die richtige Richtung.

Jetzt haben wir den zweiten Teil der DMS • 6 vorgestellt. Mithilfe von Längsschnittanalysen wurden die Probanden von 2016 erneut untersucht, um die Entwicklung der Mundgesundheit der Bevölkerung nachzuvollziehen und erstmalig detaillierte Einblicke in individuelle Krankheitsverläufe zu erhalten. Mit den Ergebnissen beweist die Zahnärzteschaft erneut, dass Prävention der Schlüssel zum Erfolg bei der Mundgesundheit ist. Dass bei zum Zeitpunkt der DMS V kariesfreien Kindern, also den heute 20-Jährigen, innerhalb des Untersuchungszeitraums im Durchschnitt maximal ein Zahn an Karies erkrankte, ist ein fantastisches Ergebnis.

Die Daten zu Parodontitis zeigen jedoch, dass hier noch dringender Handlungsbedarf besteht. Um dieser Volkskrankheit mit schweren Folgen für die Allgemeingesundheit endlich Herr zu werden, muss sie möglichst früh behandelt werden. Mit der präventionsorientierten Parodontitisbehandlungsstrecke in der GKV haben wir eine wirksame und auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Therapie in der Versorgung, die aber durch das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz mit seiner strikten Budgetierung ausgebremst wurde. Und auch jetzt wurden seitens der Finanzkommission Gesundheit Vorschläge vorgelegt, die die Erfolge in der Zahn- und Mundgesundheit der vergangenen Jahre nachhaltig beschädigen können. Dabei ist es höchste Zeit, dass die Politik Prävention zum Leitbild gesundheitspolitischen Handelns macht. Jegliche Sparmaßnahmen schränken die Präventionsfähigkeit massiv ein und haben fatale Folgen – sowohl für die Gesundheit unserer Patientinnen und Patienten als auch für die GKV-Finanzen durch hohe Folgekosten.

Die Längsschnittergebnisse der DMS • 6 belegen eindeutig, wie wirkungsvoll die langjährige, strukturierte Präventionsorientierung der Zahnmedizin ist. Patientinnen und Patienten sollten die vielfältigen Angebote von Anfang an und über den gesamten Lebensbogen hinweg in Anspruch nehmen. Im internationalen Kariesvergleich ist Deutschland Weltklasse. Menschen mit chronischen Erkrankungen, wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, haben allerdings einen überdurchschnittlichen Zahnverlust. Hier bedarf es einer intensivierten Zusammenarbeit der Zahnärzteschaft mit den Allgemeinärztinnen und -ärzten sowie weiteren Fachgruppen.

Auf Basis dieser Daten können wir ­sehen, wo es Versorgungsnotwendigkeiten gibt, die neu entstanden sind oder die bisher nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Damit hat die deutsche Zahnärzteschaft wieder einmal ihre Hausaufgaben gemacht. Diesen erfolgreichen Weg weitergehen können wir natürlich nur, wenn die Politik die entsprechenden Rahmenbedingungen im jetzt anstehenden Gesetzgebungsverfahren schafft. Auch angesichts des Berichts der Finanzkommission sind wir überzeugt, dass man an den Ergebnissen der DMS • 6 – auch was die kieferorthopädische Versorgung angeht – nicht vorbeikommt.

Martin Hendges
Vorsitzender des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung

Dr. Romy Ermler
Präsidentin der Bundeszahnärztekammer

Dr. Romy Ermler, Vizepräsidentin der Bundeszahnärztekammer

Dr. Romy Ermler

Präsidentin der
Bundeszahnärztekammer

Martin Hendges

Vorstandsvorsitzender der KZBV
Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung

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