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Nach Hilfeersuchen der US-Behörden

Mit Ebola infizierter US-Arzt wird in der Charité behandelt

ao
Medizin
In der Berliner Charité wird seit Mittwoch ein US-Arzt behandelt, der sich im Kongo mit Ebola infiziert hatte. Gestern folgte seine Familie. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) schätzt das Risiko für die deutsche Bevölkerung durch den Ebola-Ausbruch in Afrika jedoch als sehr gering ein.

Die Ehefrau und die vier Kinder eines mit dem Ebola-Virus infizierten US-Amerikaners sind seit Donnerstag ebenfalls in der Berliner Charité. Sie wurden wie zuvor der Mann in die Sonderisolierstation des Universitätsklinikums gebracht, wie das BMG mitteilte. Hintergrund war ein entsprechendes Hilfeersuchen der US-Behörden.

Der Vater, ein Arzt, hatte sich im Osten der Demokratischen Republik Kongo mit dem Virus angesteckt. Auch seine Familienmitglieder hatten sich den Angaben zufolge zuvor dort aufgehalten. Sie gelten als Kontaktpersonen des Infizierten.

Andere Patienten sind nicht gefährdet

Für die Bevölkerung und für andere Patienten der Charité bestehe durch die Behandlung des US-Arztes keinerlei Gefahr, versichert das BMG in FAQs zum Thema. Der Patient sei vollständig isoliert auf der Sonderisolierstation aufgenommen worden und werde dort behandelt.

Die Sonderisolierstation der Charité stellt laut BMG eine hochspezialisierte Infrastruktur für die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hochansteckenden lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten sowie für medizinische Lagen mit unklaren biologischen, chemischen oder radiologischen Kontaminationen dar.

Die Station sei als eine in sich geschlossene und geschützte Einheit konzipiert und ermögliche die sichere Isolation, Diagnostik und Behandlung von bis zu 20 Menschen gleichzeitig, ohne die regulären Krankenhausabläufe zu beeinträchtigen.

Gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte nach dem Ausbruch von Ebolafieber in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) und ersten Fällen in Uganda am 17. Mai eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite ausgerufen. Das Auswärtige Amt hat wegen Ebola eine Teilreisewarnung für bestimmte Regionen des Kongo herausgegeben.

Das BMG schätzt das Risiko für die deutsche Bevölkerung durch den Ebola-Ausbruch in Afrika dennoch „grundsätzlich als sehr gering“ ein. Nach Angaben des Ministeriums beträgt die Inkubationszeit mit dem Ebola-Virus zwischen zwei und 21 Tagen, im Mittel sechs bis zehn Tage.

Ein begründeter Verdacht auf eine Ebolafieber-Erkrankung liege nur bei Personen vor, die in den letzten 21 Tagen aus Gebieten mit Ebolafieber-Erkrankungen eingereist sind, mindestens Fieber oder erhöhte Temperatur mit Ebolafieber-typischen Begleit­symptomen haben und vor Ort Kontakt zu Ebolafieber-Erkrankten oder -Verstorbenen, mit deren Körper­flüssigkeiten oder mit (kranken) Wildtieren hatten.

Nach Informationen des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin beginnt die Ebola-Erkrankung meist plötzlich mit hohem Fieber, starkem Krankheitsgefühl, Kopf- und Muskelschmerzen. Im Verlauf treten häufig Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen hinzu.

Schwere Verläufe gehen demnach mit Schock und Multiorganversagen einher. Es kann es zu inneren und äußeren Blutungen kommen. Die Sterblichkeitsrate variiert je nach Virusart und medizinischer Versorgung und liegt zwischen 25 und 90 Prozent.

Die FAQs des BMG zum Thema Ebola.

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