Verordnungspraxis in den USA

3,5 Prozent der US-Zahnärzte verschreiben weiterhin oft Opioide

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Zahnmedizin
Obwohl die meisten US-Zahnärzte weniger Opioide verordnen, verschreibt ein kleiner Prozentsatz immer noch regelmäßig sehr hohe Raten. Das zeigt eine neue Studie, die im Januar im Journal of the American Dental Association (JADA) veröffentlicht wurde.

In ihrer Studie untersuchten die Forscherinnen und Forscher die nationalen Verschreibungsdaten von 2015 bis 2019. Dabei identifizierten sie Zahnärzte, die im Laufe der Jahre durchweg Opioide zu niedrigen Raten verschrieben hatten, als auch Zahnärzte, die 2015 viele Opioide verordneten und anschließend ihre Verschreibungen reduzierten, sowie Zahnärzte, die 2015 viele Opioide verordneten und dies auch weiterhin taten.

Die Autorinnen und Autoren gingen zwei Modellrechnungen nach. In Modell 1 identifizierten sie 199.145 Zahnärztinnen und Zahnärzte aus dem sogenannten IQVIA-Longitudinal Prescription-Datensatz, die in den USA von 2015 bis 2019 aktiv Opioide verschrieben hatten. Davon stellten 14,8 Prozent der Zahnärzte so wenig Rezepte aus, dass ihre Gesamtanzahl unter 1 Prozent aller Verschreibungen lag. Eine große Gruppe von 46 Prozent verordnete nur geringe Raten (2015: 5,5 bis 16,9 Prozent; 2019: 1,5 bis 11,9 Prozent), eine kleine Gruppe von 7,3 Prozent schrieb schnell weniger Rezepte (2015: 29,4 Prozent; 2019: 5,1 Prozent), zwei Gruppen von zusammen 28,5 Prozent verordneten mäßig viel (2015: 28,7 und 39,2 Prozent; 2019: 18,1 und 28,8 Prozent) und 3,4 Prozent der Zahnärzte verordneten durchgängig hohe Raten (2015: 54,6 Prozent; 2019: 44,7 Prozent). In Modell 2 wurden von konstant hohen Verschreibern (n = 6.845) vier Gruppen identifiziert, davon lehnte eine Gruppe (7,5 Prozent) die Verschreibung rasch ab. 

MKG-Chirurgen verschreiben mehr Opioide statt weniger

Im Ergebnis sank von 2015 bis 2019 die Zahl der von Zahnärzten verschriebenen Opioide insgesamt um 34,4 Prozent. Alles in allem stellten die Autorinnen und Autoren aber große Unterschiede in der Verordnungspraxis der Zahnärzte fest. Während 60 Prozent der Zahnärzte ihre Verschreibungsquote um 30 bis 83 Prozent reduzierten, verordneten 3,4 Prozent der Zahnärzte Opioide jedoch weiterhin durchweg häufig.

Auffällig war, dass Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen ihre Verordnungen nicht herunterfuhren, sondern im Gegenteil sogar noch erhöhten (13,0 Prozent versus 18,4 Prozent), was den Forschern zufolge möglicherweise auf die Art ihrer Eingriffe zurückzuführen sei, die invasiver und oft mit starken Schmerzen verbunden seien. Zudem gab es 2019 mehr Medicaid-Patienten als 2015 (2,5 Prozent versus 1,0 Prozent).

„Einige Zahnärzte verschreiben weiterhin Opioide in hohen Mengen, was darauf hindeutet, dass zusätzliche Informationen erforderlich sind, um die politische und klinische Entscheidungsfindung besser zu informieren“, bilanzieren die Wissenschaftler und weisen darauf hin, dass ein besseres Verständnis der Merkmale von Verschreibern mit hohen Dosen erforderlich sei, um gezielte Interventionen zu entwickeln.

Khouja T, Shah NH, Suda KJ, Polk DE. Trajectories of opioid prescribing by general dentists, specialists, and oral and maxillofacial surgeons in the United States, 2015-2019. Journal of the American Dental Association (1939). 2023 Nov 19.

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