Bundesregierung zur Nährwertkennzeichnung

Ampel hält EU-weiten Nutri-Score für sinnvoll

pr
Politik
Die Bundesregierung plädiert für eine EU-weit einheitliche Lebensmittelkennzeichnung mit dem Nutri-Score. Zusammen mit anderen EU-Staaten setzt sie sich für dessen Weiterentwicklung auf europäischer Ebene ein.

Die Bundesregierung hält eine EU-weit einheitliche, verpflichtende erweiterte Nährwertkennzeichnung für sinnvoll und erforderlich. Das System des Nutri-Score erfülle aus ihrer Sicht alle Voraussetzungen für ein EU-weites verpflichtendes Nährwertkennzeichnungs-Modell. Aus diesem Grund setze sie sich auch für die Einführung des Nutri-Score in der EU ein, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (Drucksache 20/10623, 13.03.2024).

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) arbeite gemeinsam mit anderen am Nutri-Score beteiligten Staaten (Belgien, Frankreich, Luxemburg, Niederlande, Schweiz und Spanien) fortlaufend an der einheitlichen Anwendung und zweckdienlichen Weiterentwicklung des Nutri-Score, heißt es in der Antwort weiter. Gemeinsam mit diesen Staaten werbe die Bundesregierung bei geeigneten Möglichkeiten auf EU-Ebene für den Nutri-Score als europäisches Modell, so zum Beispiel bei einem gemeinsamen deutsch-französischen Vortrag vor Mitgliedern des Europäischen Parlamentes, bei Sitzungen des Rates (AGRIFISH) oder einem geplanten wissenschaftlichen Symposium der belgischen EU-Ratspräsidentschaft am 25. April 2024 zum Nutri-Score und anderen erweiterten Nährwertkennzeichnungs-Modellen. Auch in Form eines Positionspapiers habe die Regierung ihre Auffassung vertreten und in eine öffentliche Konsultation der EU-Kommission zur Entwicklung einer EU-weit einheitlichen erweiterten Nährwertkennzeichnung eingebracht.

Nutzung des Nutri-Scores bleibt freiwillig

Der Bundesregierung seien die unterschiedlichen Positionen hinsichtlich der Verwendung von Ampelfarben – wie beim Nutri-Score – bei der Lebensmittelkennzeichnung bekannt, heißt es in der Antwort weiter. Sie halte im Einklang mit einer großen Zahl von Ernährungswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern die Verwendung von Ampelfarben für sinnvoll und zielführend. Studien legten nahe, dass Verbraucherinnen und Verbraucher dazu neigten, einfachere, bewertende und farbcodierte Nährwertkennzeichnungs-Modelle, wie den Nutri-Score, leichter zu verstehen als komplexere, wiederholende und monochrome Modellvarianten. Dies scheine besonders für Verbraucher von Bedeutung zu sein, die beim Lebensmitteleinkauf unter Zeitdruck stehen, weniger Kapazität oder Interesse zur Verarbeitung der verfügbaren Nährwertinformationen haben, führt die Regierung in ihrer Antwort weiter auf.

Der Nutri-Score kann nach Angaben des Verbraucherzentrale Bundesverbands seit Ende 2020 rechtssicher in Deutschland genutzt werden. Bisher entscheiden die Hersteller allerdings freiwillig, ob sie ihn nutzen oder nicht. Er wird für 100 Gramm oder 100 Milliliter eines Lebensmittels berechnet und bewertet günstige sowie ungünstige Inhaltsstoffe. Das dunkelgrüne A zeigt die beste Bewertung an, das rote E die schlechteste. Er soll dabei helfen, Lebensmittel ausgewogener auszuwählen. Auch einige europäische Nachbarländer nutzen den Nutri-Score als erweiterte Nährwertkennzeichnung, wie Belgien, die Schweiz, die Niederlande, Spanien und Luxemburg.

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