Arztbesuch? 14 Millionen US-Amerikaner fragen stattdessen die KI!
Etwa 70 Prozent der Erwachsenen in den USA geben an, dass sie schon einmal ein KI-Tool oder einen Chatbot genutzt haben, jeder Vierte, um Informationen oder Ratschläge zum Gesundheitswesen zu erhalten. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von US-Amerikanern, die das West Health-Gallup Center on Healthcare in America durchgeführt hat.
Wer in den letzten 30 Tagen KI zu Gesundheitsinformationen befragte, verwendete sie der Umfrage zufolge oft für eigene Recherchen vor (59 Prozent) oder nach (56 Prozent) dem Arztbesuch. Ein Teil der Befragten wandte sich auch an die KI, weil sie sich einen Arztbesuch nicht leisten konnten (14 Prozent), weil sie keinen Arzt erreichen konnten (16 Prozent) oder weil sie sich in der Vergangenheit von einem Arzt nicht ernst genommen oder ignoriert fühlten (21 Prozent).
Unabhängig davon sagte fast die Hälfte von ihnen (46 Prozent), dass ihnen das KI-Tool oder der Chatbot mehr Sicherheit im Gespräch mit einem Arzt oder beim Stellen von Fragen gegeben habe und dass es ihnen geholfen habe, Probleme früher zu erkennen (22 Prozent) oder unnötige medizinische Tests oder Eingriffe zu vermeiden (19 Prozent).
Genutzt werden ChatGPT oder Copilot und Google AI
Das am häufigsten genannte KI-Tool für diese Zwecke sind allgemeine dialogbasierte KI-Systeme wie ChatGPT oder Copilot (61 Prozent), gefolgt von KI-Tools, die in Websuchen eingebettet sind, wie Google AI-Zusammenfassungen (55 Prozent).
Dabei nehmen jüngere Erwachsene KI häufiger für eigenständige Recherchen in Anspruch als ältere. So geben 69 Prozent der 18- bis 29-Jährigen an, KI-Tools vor einem Arztbesuch zu einzubinden, verglichen mit 43 Prozent der über 65-Jährigen.
Außerdem steigt die KI-Nutzung, wenn Kosten-, Zugangs- und Qualitätsbarrieren eine Rolle spielen. So geben 32 Prozent der Erwachsenen in Haushalten mit einem Jahreseinkommen von unter 24.000 US-Dollar an, dass sie KI genutzt haben, weil sie sich einen Arztbesuch nicht leisten konnten, verglichen mit nur 2 Prozent derjenigen, die 180.000 US-Dollar oder mehr verdienen.
Was wollen US-Amerikaner von der KI wissen? Am häufigsten sagten die Befragten, dass sie KI zur Beantwortung alltäglicher Gesundheitsfragen nutzen. Über die Hälfte (59 Prozent) befragte ein KI-Tool oder einen Chatbot zu Ernährung oder Bewegung, und ein ähnlich hoher Anteil (58 Prozent) zu körperlichen Symptomen. Außerdem habe KI ihnen dabei geholfen, klinische Informationen zu verstehen und sich auf Arzttermine vorzubereiten. So nutzten 46 Prozent KI-Tools, um Nebenwirkungen von Medikamenten zu verstehen, 44 Prozent zur Interpretation medizinischer Informationen und 38 Prozent zur Recherche einer Diagnose oder eines Krankheitsbildes.
Je ein Drittel vertraut der KI, ist unentschlossen oder misstrauisch
Allerdings berichteten auch 14 Prozent der Befragten, dass sie aufgrund von KI-generierten Informationen oder Ratschlägen in den letzten 30 Tagen auf einen Arztbesuch verzichtet haben. Hochgerechnet auf die gesamte erwachsene Bevölkerung entspricht dies schätzungsweise 14 Millionen US-Amerikanern.
Insgesamt vertraut der KI etwa ein Drittel, ein Drittel ist unentschlossen und ein Drittel misstrauisch. Etwa jeder Zehnte (11 Prozent), gibt an, dass die KI ihm Gesundheitsinformationen ausgespuckt hat, die er für unsicher hielt. Nur 4 Prozent vertrauen der Genauigkeit KI-generierter Inhalte uneingeschränkt. Dies deutet den Autoren zufolge darauf hin, dass zwar viele Amerikaner Gesundheitsentscheidungen auf der Grundlage von KI treffen, sich aber nicht rückhaltlos darauf verlassen.
Diese Ergebnisse stammen aus einer repräsentativen Umfrage unter mehr als 5.500 US-Erwachsenen, die vom 27. Oktober bis 22. Dezember 2025 mithilfe des Gallup Panels durchgeführt wurde.


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