Kölner Studie

Auch milde Verläufe können Long-COVID zur Folge haben

LL
Gesellschaft
Viele Patienten mit milden oder anfänglich asymptomatischen Verläufen haben auch nach sieben Monaten noch anhaltende Beschwerden, darunter doppelt so viele Frauen als Männer.

Die Abteilung der Infektiologie und die Medizinische Fakultät der Uniklinik Köln haben bei 958 Patienten untersucht, ob und welche Spätfolgen nach ihren milden Infektionsverläufen auftraten.

Sieben Monate Begleitung

Während bisherige Studien die Langzeitbeschwerden von COVID bei schweren und hospitalisierten Krankheitsfällen betrachteten, standen hier die schwachen, meist anfänglich symptomlosen Verläufe, die die Mehrheit der mit SARS-CoV-Infizierten betreffen, im Zentrum. Hierfür wurden die Probanden über sieben Monate begleitet und umfassend medizinisch untersucht, unter anderem auch mittels Antikörper-Bestimmung.

Im Fachmagazin Lancet Regional Health veröffentlichten die Wissenschaftler nun ihre Ergebnisse. Vier Monate nach der Infektion trat bei 9 Prozent der Patienten Kurzatmigkeit auf, 12 Prozent meldeten eine Geruchsstörung, 11 Prozent einen Geschmacksverlust und 10 Prozent der berichteten von einer ungewohnten Müdigkeit.

Long-COVID betraf doppelt so viele Frauen wie Männer.

Mindestens eines dieser Symptome trat bei 28 Prozent der Patienten im vierten Monat und bei 35 Prozent im siebten Monat nach Feststellung der Infektion auf. Diese Symptome werden als Long-COVID beziehungsweise Post-COVID-Syndrom (PCS) zusammengefasst. 13 Prozent zeigten auch über sieben Monate hinaus PCS-Symptome. Unter den Betroffenen befanden sich doppelt so viele Frauen wie Männer.

Als weitere Risikofaktoren für PCS stellten die Forscher einen niedrigeren Ausgangswert von Antikörpern (SARS-CoV-2-IgG) sowie Riechstörungen und Durchfall während der akuten Erkrankung fest.

Studienleiterin Prof. Dr. Clara Lehmann: „Da bis zu 81 Prozent aller mit SARS-CoV-2-infizierten Patienten eine milde Erkrankung aufweisen, ist zu erwarten, dass PCS eine größere Anzahl von Personen betreffen wird als ursprünglich angenommen, was vermutlich große medizinische, soziale und wirtschaftliche Herausforderungen mit sich bringen wird.“

Lehmann, C. et al: „Post-COVID syndrome in non-hospitalised patients with COVID-19: a longitudinal prospective cohort study“ published in The Lancet Regional Health:https://doi.org/10.1016/j.lanepe.2021.100122

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