E-Zigaretten helfen kaum beim Rauchstopp
Das internationale Forschungsnetzwerk Cochrane wertet kontinuierlich die relevante Studienlage aus. In die jüngste Aktualisierung zum Thema Rauchstopp mithilfe von E-Zigaretten haben die Autorinnen und Autoren insgesamt 80 abgeschlossene randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) mit 29.861 erwachsenen Teilnehmenden einbezogen. Die Studien wurden in 13 Ländern durchgeführt: 40 davon in den USA, 16 in Großbritannien und sechs in Australien.
„Durch den Umstieg auf nikotinhaltige E-Zigaretten gelingt es Menschen häufiger, mindestens sechs Monate lang nicht mehr zu rauchen, als mit etablierten Nikotinersatzpräparaten wie Nikotinpflastern oder Nikotinkaugummis“, bilanzieren die Wissenschaftler. Nach sechs bis zwölf Monaten seien etwa zehnvon 100 Menschen, die nikotinhaltige E-Zigaretten dampfen, rauchfrei.
Nur zehn Prozent hören ganz auf
Weiter heißt es: „Unter jenen, die Nikotinersatzpräparate verwenden, sind es etwa sechsvon 100 Personen.“ Laut der Forschenden basiert dieses Teilergebnis auf elf Studien mit insgesamt 4.114 Teilnehmenden.
Ein weiteres Ergebnis: E-Zigaretten mit Nikotin helfen Raucherinnen und Rauchern wahrscheinlich etwas besser dabei, nach mindestens sechs Monaten rauchfrei zu sein.
„Von 100 Menschen, die mithilfe von nikotinhaltigen E-Zigaretten vom Rauchen loskommen wollen, gelingt das nämlich zwei Personen mehr als von 100 Menschen, die aufhören wollen zu rauchen und dazu E-Zigaretten ohne Nikotin nutzen“, erläutern die Autorinnen und Autoren, die für diese Fragestellung sieben Studien mit insgesamt 1.918 Teilnehmenden analysiert haben.
Anscheinend wirkt Dampfen besser als Verhaltenstherapie
Der Review ist auch der Frage nachgegangen, ob E-Zigaretten beim Rauchstopp besser unterstützen als ausschließlich verhaltenstherapeutische oder gar keine Unterstützung.
„Hier zeigt sich: Die E-Zigarette ist möglicherweise überlegen. Mittelfristig sind neun von 100 Menschen, die E-Zigaretten konsumieren, rauchfrei. Unter jenen, die lediglich verhaltenstherapeutische Unterstützung oder keinerlei Hilfe erhalten, sind es hingegen etwa fünfvon 100 Personen“, so das Fazit. Das Ergebnis basiert auf elf Studien mit insgesamt 7.214 Teilnehmenden, die meist sechs bis zwölf Monate, in einem Fall aber auch zwei Jahre lang liefen.
Die Forschenden sehen dieses Ergebnis allerdings mit einer „recht großen Restunsicherheit behaftet“, unter anderem weil die Raucherinnen und Raucher in den verschiedenen Studien unterschiedlich intensiv verhaltenstherapeutisch unterstützt wurden.
Wie sieht es auf lange Sicht aus?
Auch darauf weist der Review hin: „Unbeantwortet bleibt die Frage, was die E-Zigaretten zur Rauchentwöhnung langfristig – also über ein bis zwei Jahre hinaus – bewirken: Werden die Raucher*innen zu reinen „Dampfer*innen“ oder konsumieren sie dauerhaft gleichzeitig Tabak- und E-Zigaretten weiter?“ Dazu, so die Autorinnen und Autoren, fehlten bislang geeignete Daten.
Die Übersichtsarbeit ist als „Living Systematic Review“ angelegt und liefert in regelmäßigen Abständen eine Zusammenfassung der Studienlage zum Thema „Elektronische Zigaretten zur Rauchentwöhnung“. Als „rauchfrei“ gelten Menschen, die keine herkömmlichen Tabakzigaretten mehr rauchen. Der Konsum von E-Zigaretten zählt in dieser Definition nicht als Rauchen.


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