„Amazon Clinic“

Ein Telemedizin-Service mit Apotheke für die ganze USA

mg
Gesellschaft
Amazons Telemedizindienst Amazon Clinic soll künftig landesweit Patienten mit Ärzten verbinden, die bei 35 vordefinierten Problemen helfen und Medikamente verschreiben – die Amazons Apotheke direkt liefert.

Amazon Clinic wurde im November vergangenen Jahres als nachrichtenbasierter virtueller Beratungsdienst eingeführt und verbindet Verbraucher mit Ärztinnen und Ärzten von Drittanbietern, die diagnostizieren und Medikamente verschreiben können. Auf seiner Website definiert das Unternehmen 35 Beschwerden. Diese umfassen von Reflux, Zystitis und Migräne über Fußpilz, vorzeitigem Haarausfall und reduziertem Wimpernwachstum bis hin zu vorzeitiger Ejakulation ein breites Spektrum an gesundheitlichen Problemen, für die es entsprechende Präparate gibt.

Dr. Nworah Ayogu, Chief Medical Officer und General Manager bei Amazon Clinic, schrieb im Unternehmensblog, dass die virtuellen Gesundheitsdienste Kunden dabei helfen, die Pflege und Medikamente, die sie benötigen, auf die für sie bequemste Weise zu erhalten. Um sich behandeln zu lassen, besuchen Kunden dazu einfach Amazon Clinic auf der Amazon-Website oder in der mobilen Amazon-App. Bevor sie mit einem Arzt in Kontakt treten, können sie die Reaktionszeiten und Preise der teilnehmenden Telemedizinanbieter bequem vergleichen.

Service soll Gesundheitsprobleme zu jeder Tageszeit und an jedem Ort lösen

„Als Arzt habe ich aus erster Hand gesehen, dass Patienten gesund sein wollen, ihnen aber die Zeit, die Werkzeuge oder die Ressourcen fehlen, um ihre Pflege effektiv zu verwalten“, schreibt Ayogu in dem Blogbeitrag. Amazon Clinic beseitige Barrieren, heißt es, „indem es den Kunden hilft, ihre alltäglichen Gesundheitsprobleme zu jeder Tageszeit und an jedem Ort zu behandeln.“

Die Erweiterung des Dienstes verzögerte sich aufgrund von Datenschutzbedenken verschiedener US-Bundesstaaten, berichtete das Portal Politico bereits im Juni. Mehrere Senatoren schickten einen Brief an Amazon-Führungskräfte, in dem sie die Sorge äußerten, dass der neue Gesundheitsdienst die privaten Gesundheitsdaten der Benutzer gefährdet. Die Senatoren forderten Amazon auf, offenzulegen, welche Daten an Drittanbieter fließen und ob und wie diese zum Verkauf von Amazon-Produkten oder -Dienstleistungen verwendet werden.

Amazon: „Alle Gesetze werden eingehalten“

Ein Amazon-Sprecher teilte dem Nachrichtendienst auf Nachfrage mit, dass das Unternehmen „alle geltenden Gesetze und Vorschriften“ einhalte. Daten würden mit den Gesundheitsdienstleistern nur soweit geteilt, wie sie für eine ordnungsgemäße Versorgung notwendig seien. Abschließend hieß es: Der Schutz von Kundendaten sei für Amazon „schon immer unglaublich wichtig gewesen“.

Abhängig vom empfohlenen Behandlungsplan ihrer Ärzte können Kunden von Amazon Clinic auch Rezepte für Medikamente erhalten und diese dann bei Amazon Pharmacy einlösen. Das Unternehmen hatte 2018 die Online-Apotheke PillPack gekauft und sie später umbenannt.

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