Herpesausbruch durch Feinstaub
Feinstaub dringt über die Lunge in den menschlichen Körper ein. Die winzigen Partikel, die oftmals Schwermetalle oder krebserzeugende Kohlenwasserstoffe an ihrer Oberfläche tragen, verstärken die Symptome von Asthma und COPD und schränken die Lungenfunktion ein. Wissenschaftler des Helmholtz Zentrum München konnten nun zeigen, dass bestimmte Nanopartikel in der Luft sogar latente, virale Infektionen aufblühen lassen können.
„Aus vorangegangenen Modellstudien wussten wir bereits, dass das Einatmen von Nanopartikeln eine entzündliche Wirkung hat und das Immunsystem verändert“, so Studienleiter Tobias Stöger gegenüber Doc check news. Gemeinsam mit seinen Kollegen konnte er nun zeigen, dass eine Exposition mit Nanopartikeln in der Lunge latente Herpesviren reaktivieren kann.
Ihre Versuche führten die Forscher mit vier verschiedenen Nanopartikeln durch, wie sie zum Teil typischerweise bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern entstehen. Als Versuchsmodell dienten den Wissenschaftlern humane Zellen, Mauszellen, sowie Mäuse, die dauerhaft mit dem Herpesvirus MHV-68 infiziert waren.
Feinstaubpartikel aktivieren den Virus im latenten Infektionszustand
Im aktiven Infektionszustand konnten die Feinstaubpartikel das Verhalten des Herpesvirus nicht beeinflussen. Konfrontierten die Forscher die Mäuse jedoch mit den Feinstaubpartikeln, während sich das Herpesvirus in den latenten Infektionsstatus zurückgezogen hatte, konnten sie nach wenigen Stunden einen deutlichen Anstieg viraler Proteine nachweisen, die nur bei aktiver Virusvermehrung produziert werden.
Doc Check news nach: Nanoparticle exposure reactivates latent herpesvirus and restores a signature of acute infection