Jede dritte Arztpraxis erwägt PVS-Wechsel
Wie das Zi meldet, erwägt weit mehr als die Hälfte der Praxen einen PVS-Wechsel wegen mangelnder Nutzerfreundlichkeit, zu hohen Lizenzgebühren und unzureichendem Kundensupport. Jeweils 46 Prozent nannten laut der Befragung versteckte Preissteigerungen und zu hohe Wartungskosten als zentrale Gründe für Überlegungen, das PVS zu wechseln.
Enorme Fehlerhäufigkeit bei zentralen PVS-Prozessen
Ein Grund für die verbreitete Unzufriedenheit ist laut der Befragung außerdem die Fehlerhäufigkeit zentraler PVS-Prozesse. Demnach berichteten 82 Prozent der Praxen von regelmäßigen Problemen beim Auslesen der elektronischen Gesundheitskarte. Bei über 81 Prozent treten beim Verbindungsaufbau des Konnektors mit der Telematikinfrastruktur (TI) häufig Fehler auf. Mehr als 71 Prozent klagten über Schwierigkeiten bei der Erstellung des elektronischen Rezepts.
Laut Zi überwiegen im Schnitt die kritischen Bewertungen. Hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit stuften die Nutzenden fünf PVS als exzellent ein. Insgesamt würden sie jedoch 18 der 32 meistgenutzten Systeme nicht weiterempfehlen. „Die Ergebnisse zur Fehlerhäufigkeit spezifischer Prozesse offenbarten [...] neue systematische Schwachstellen. Insbesondere im Bereich der TI-Anwendungen – wie etwa der Erstellung des eRezepts – bildete die hohe Fehleranfälligkeit einen bedeutenden Belastungsfaktor im Praxisalltag“, bilanziert das Zi.
Mehr als 3.100 Praxisinhaber und Leiter von Medizinischen Versorgungszentren beteiligten sich im vergangenen Jahr an der bundesweiten Umfrage des Zi und bewerteten ihre Praxissoftware. Im Mittelpunkt stand die Nutzerzufriedenheit. Gefragt wurde unter anderem nach der Benutzerfreundlichkeit, der Fehlerhäufigkeit und dem Kundensupport. In die wissenschaftliche Studie flossen die Antworten zu 32 Systemen ein, die zusammen über einen Marktanteil von 77,4 Prozent verfügen.
Die Erhebung des PVS-Monitorings 2025 per Online-Fragebogen erstreckte sich vom 2. Mai bis zum 10. Juni 2025. Insgesamt wurden dazu 95.036 Praxisinhaberinnen und -inhaber sowie MVZ-Leiterinnen und -Leiter eingeladen. Davon beteiligten sich 3.205 an der Erhebung. Gültige Angaben zum verwendeten PVS lagen für 3.191 Praxen und MVZ vor, das sind 3,4 Prozent der angeschriebenen Personen.




