Sie wurden erfolgreich abgemeldet!

Forschungsverbund untersucht Risiken und soll Resilienz stärken

Wie steht es um die psychische Gesundheit von Studierenden?

mg
Gesellschaft
In Deutschland studieren fast drei Millionen Menschen und viele von ihnen berichten von psychischen Belastungen. Ein neuer Forschungsverbund versucht nun, Risiken frühzeitig zu erkennen.

Der neue Forschungsverbund innerhalb des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (DZPG) arbeitet unter Leitung der Universitätsmedizin Halle und wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit rund 730.000 Euro gefördert. Bisherige Daten deuten darauf hin, dass in einzelnen Fachbereichen etwa ein Viertel der Studierenden an depressiven Symptomen und rund ein Drittel an Angststörungen leidet, meldet das DZPG

„Psychische Belastungen unter Studierenden nehmen seit Jahren deutlich zu, mit teils gravierenden Folgen für den Studienerfolg, das Wohlbefinden und die Funktionsfähigkeit des Hochschulsystems. Die internationale Datenlage ist lückenhaft. Eine Übersicht für den deutschen Bildungssektor fehlt vollständig. Bisherige Untersuchungen sind schwer vergleichbar, nicht aktuell und berücksichtigen oft nur bestimmte Fächergruppen“, erklärt Prof. Dr. Oliver Tüscher, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik an der Universitätsmedizin Halle. Gemeinsam mit Prof. Dr. Stefan Watzke, dem Leiter der Medizinischen Psychologie, koordiniert er den neuen Forschungsverbund.

„Die im Rahmen der Projekte erhobenen Daten und die darauf aufbauenden Maßnahmen sollen Studierenden, Schüler:innen und Auszubildenden zugutekommen. Das Vorhaben zielt darauf ab, die psychische Gesundheit langfristig zu stärken, indem Risikofaktoren aufgedeckt und die Resilienz durch passende Maßnahmen gefördert wird. Auf diese Weise sollen Ausbildungsabbrüche reduziert und junge Menschen besser auf eine zunehmend komplexe Arbeitswelt vorbereitet werden“, fasst Prof. Stefan Watzke zusammen.

Die Forschenden knüpfen an bisherige Arbeiten an. Zunächst werden internationale wissenschaftliche Studien systematisch ausgewertet und mit umfangreichen Versorgungsdaten der gesetzlichen Krankenversicherungen sowie des Deutschen Jugendinstituts zusammengeführt. Ein Aspekt ist dabei beispielsweise die Rolle von Sport als Mittel, um Stress und Ängste zu reduzieren.

Bundesweite Erhebung geplant

Um die Datengrundlage zu vervollständigen und die psychische Gesundheit von Studierenden im Zeitverlauf untersuchen zu können, folgt eine umfassende Ist-Analyse von Studierenden aus Berlin, München, Halle (Saale), Jena, Mainz, Braunschweig und Mannheim. Die Erhebungen finden zu verschiedenen Zeitpunkten im Studienjahresablauf statt. Über die Online-Studienplattform „DigiHero“ werden weitere Teilnehmende aus dem ganzen Bundesgebiet einbezogen. So sollen sowohl standortspezifische Hintergründe als auch ein bundesweiter Überblick erfasst werden.

Ein Ziel der Forschenden ist es, Warnzeichen zu identifizieren, die sich negativ auf die psychische Gesundheit auswirken, sogenannte „Red Flags“. In die Analyse fließen sowohl psychologische Daten als auch (neuro)biologische Marker und Abfragen zur mentalen Gesundheitskompetenz ein. Das ist die Fähigkeit, die eigene psychische Gesundheit einzuschätzen und bewusst damit umzugehen.

Melden Sie sich hier zum zm Online-Newsletter an

Die aktuellen Nachrichten direkt in Ihren Posteingang

zm Online-Newsletter


Sie interessieren sich für einen unserer anderen Newsletter?
Hier geht zu den Anmeldungen zm starter-Newsletter und zm Heft-Newsletter.