Hier trainieren die Studierenden Arzt-Patienten-Gespräche mit KI
Bisher übernehmen Schauspielpatientinnen und -patienten bei einem simulierten Arzt-Patienten-Gespräch die Rolle der Erkrankten, Medizinstudierende führen Anamnesen durch, überbringen Diagnosen oder üben schwierige Gesprächssituationen.
Gelernt wird Empathie, aber auch das Überbringen schlechter Nachrichten
„Neben fachlicher Struktur lernen sie so Empathie, aktives Zuhören sowie den professionellen Umgang mit Unsicherheit, Konflikten oder schlechten Nachrichten“, teli das UKW mit. Das Training sei didaktisch wertvoll, und fester Bestandteil der medizinischen Ausbildung, aber auch personal- und kostenintensiv.
Hier setzt das Projekt KIPS (KI-basierte Patientensimulation) des UKW an: Ein Large Language Model (LLM) übernimmt in Echtzeit die Rolle eines virtuellen Patienten. Es verarbeitet die verbalen Eingaben der Studierenden, reagiert situationsadäquat und simuliert realistische Dialogverläufe. Im Anschluss generiert das System ein objektives, metrikbasiertes Feedback zu Empathie, fachlicher Korrektheit und Gesprächsstruktur.
Longitudinales Lernen im virtuellen Setting
Didaktisch neu ist zudem laut UKW der longitudinale Ansatz: Studierende begleiten ihre virtuellen Patientinnen und Patienten über mehrere Visiten hinweg im Rahmen eines stationären Aufenthalts. Therapeutische Entscheidungen – etwa die Anordnung eines neuen Medikaments – zeigen im weiteren Verlauf simulierte Auswirkungen, die reflektiert werden können. „Damit wird nicht nur die Gesprächsführung trainiert, sondern auch das Bewusstsein für klinische Entscheidungsprozesse und deren Konsequenzen geschärft“, führt das UKW aus.
Die Projektverantwortlichen betonen, dass KIPS reale Schauspielpatienten nicht ersetzen soll. Vielmehr versteht sich die KI-gestützte Simulation als Ergänzung: Sie ermögliche häufigeres Üben, standardisierte Feedbackprozesse und eine flexible Integration in Curricula – unabhängig von Raum- und Personalressourcen.





