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Auswertung des Robert Koch-Instituts

Mehrheit der Deutschen verfügt nur über geringe Gesundheitskompetenz

LL
Gesellschaft
Neueste Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen, dass die Gesundheitskompetenz der Erwachsenen in Deutschland weiterhin auf einem niedrigen Stand ist: Konkret haben 81 Prozent nur eine geringe Kompetenz im Umgang mit gesundheitsrelevanten Informationen und Entscheidungen.

Die Auswertung der Daten einer neue Befragungswelle des RKI-Panels „Gesundheit in Deutschland“ zeigt, dass die Gesundheitskompetenz vieler Erwachsenen in Deutschland auf einem niedrigen Niveau stagniert.

Vier Fünftel können Informationen nicht gut einordnen

Eine allgemeine Gesundheitskompetenz umfasst laut RKI Fähigkeiten sowie die Motivation und das Wissen, um Informationen zur Gesundheit in unterschiedlichen Lebenssituationen zu finden, zu begreifen, zu bewerten und anzuwenden ؘ– mit dem Ziel , gesundheitsrelevante Entscheidungen zu treffen. Der Mensch erwirbt seine Gesundheitskompetenz durch alltägliche Erfahrungen, in sozialen Beziehungen und auch durch das Bildungs- oder Gesundheitswesen.

Eine geringe Gesund­heits­kompetenz ist laut RKI mit ungünstigem Gesund­heits­verhalten und in der Folge mit einem höheren Ver­sorgungs­bedarf assoziiert. Das äußere sich in mehr Krankenhausaufenthalten und einer höheren Nutzung der Notfallversorgung. Umgekehrt werden Angebote zur Früherkennung seltener in Anspruch gekommen.

Bei den Erwachsenen mit dem höchsten Bildungs­stand ist auch die Gesund­heits­kompetenz am höchsten, lautet ein zentrales Ergebnis. Weitere Kernaussagen:

  • Etwa vier Fünftel der Bevölkerung fielen in die Kategorie „geringe allgemeine Gesundheitskompetenz“.

  • Der Anteil geringer Gesundheitskompetenz nahm bei Frauen im Altersverlauf tendenziell ab (Ausnahme 80 Jahre und älter). Bei Männern zeigte sich keine vergleichbare Abnahme.

  • Zwischen den Bildungsgruppen zeigten sich bei beiden Geschlechtern in den drei mittleren Altersgruppen signifikante Unterschiede. Personen der hohen Bildungsgruppe hatten den niedrigsten Anteil an geringer Gesundheitskompetenz.

„Die Ergebnisse weisen auf erheblichen Handlungs­bedarf zur Förderung von Gesund­heits­kompetenz hin. Diese sollte nicht primär an individuellen Fähig­keiten an­setzen, sondern Angebote und Strukturen so gestalten, dass gesund­heits­kompetentes Handeln ermöglicht wird“, lautet die Schluss­folgerung der Forschenden.

Die Schätzung der allgemeinen Gesund­heits­kompetenz der Bevölkerung in Deutschland basiert auf Daten der Jahres­erhebung 2024 des Panels „Gesundheit in Deutschland“ des Robert Koch-Instituts. Für die Analysen wurden Daten von 26.817 Befragten ausgewertet.

Jordan S, Löbl S. Die allgemeine  Gesundheitskompetenz Erwachsener in  Deutschland. Ergebnisse des Panels „Gesundheit in Deutschland“ 2024. J Health Monit. 2026;11:04.  doi: 10.25646/13820

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