Sie wurden erfolgreich abgemeldet!

Digital Health Report 2026 von Doctolib

So erleben Ärzte, MFA und Patienten die Digitalisierung!

LL
Praxis
Das Terminbuchungsportal Doctolib hat in einer Studie abgefragt, wie Ärzte, Medizinische Fachangestellte (MFA) und Patienten zur Digitalisierung des Gesundheitswesens stehen – vom Zugang zur Versorgung bis zum Einsatz von KI.

„Während andere Länder ihre Gesundheitssysteme konsequent digitalisieren und entbürokratisieren, hat Deutschland starken Nachholbedarf“, betont Doctolib-CEO Nikolay Kolev. „Fachkräftemangel, steigende Kosten und eine wachsende Bürokratielast bringen das medizinische Fachpersonal an seine Belastungsgrenze.“ Die Auswirkungen seien überall spürbar.

Den meisten Patienten geht die Digitalisierung zu langsam

Die Ergebnisse des repräsentativen Digital Health Report 2026 von Doctolib zeigen, dass sowohl Ärzte als auch Patienten digitalen Anwendungen grundsätzlich offen gegenüber sind. Als besonders hilfreich werden digitale Helfer gesehen, die den Praxisalltag verbessern, dagegen wird bei medizinischen Einschätzungen weiterhin mehrheitlich die menschliche Expertise bevorzugt.

Insgesamt finden 70 Prozent der befragten Patienten, dass die Digitalisierung zu langsam vorangeht. Nur 19 Prozent sind zufrieden mit dem aktuellen Stand. Über zwei Drittel sind überzeugt, dass Deutschland international bereits abgehängt ist. 63 Prozent bemängeln daher ungenutzte Potenziale. 64 Prozent haben zudem schon auf Arzttermine verzichtet, weil die Suche nach einer Praxis oder einem Termin zu schwierig war. Insgesamt wünschen sich Patienten kürzere Wartezeiten, eine schnellere Praxis- und Terminfindung sowie eine schnellere Erreichbarkeit der Praxen.

Von digitalen Gesundheitsbegleitern wollen 60 Prozent der befragten Patienten Vorsorgeerinnerungen und 30 Prozent mehr Gesundheitsinformationen. KI-Assistenten, die medizinische Fragen beantworten, finden 27 Prozent gut. Mit 72 Prozent würde eine Mehrheit jedoch KI-Terminassistenten nutzen. Fast zwei Drittel würde Gesundheitsdaten mit einer KI teilen, wenn die Nutzung auf Freiwilligkeit basiert und jederzeit beendet werden kann. Für ein Mehrheit spielen Datensicherheit und -schutz eine wichtige Rolle.

Ärzte nutzen private KI-Tools, weil zertifizierte Alternativen fehlen

Unter den befragten Ärzten wird deutlich: Der Bedarf an digitaler Entlastung ist längst da: So nutzen 40 Prozent der Ärzte private KI-Tools wie ChatGPT für Recherchezwecke und knapp 30 Prozent auch für die Dokumentation, weil ihnen entsprechende zertifizierte Alternativen für die Praxis fehlen.

29 Prozent sagen, dass sie KI im administrativen und medizinischen Bereich bereits nutzen und zufrieden sind. Knapp die Hälfte misstraut KI bei medizinischen Aufgaben. Insgesamt halten acht von zehn Ärzten die Digitalisierung für hilfreich, betonen aber zugleich, dass der menschliche Kontakt im Mittelpunkt bleiben muss. Die Studie zeigt auch die Grenzen: 60 Prozent der Ärzte und MFA haben Bedenken bezüglich der Korrektheit medizinischer Aussagen von KI, etwa bei Diagnosen.

Die Technik soll für die MFA möglichst die Verwaltung stemmen

Ein Drittel der befragten MFA sieht in der Digitalisierung die Lösung für viele Probleme im Gesundheitswesen. Sie fordern demnach Entlastung bei Routineaufgaben, um mehr Zeit für die Menschen in der Praxis zu haben. In Zeiten des Fachkräftemangels müssten Prozesse durch Digitalisierung für alle vereinfacht werden, etwa die Terminbuchung, die Dokumentation und auch die Abrechnung. Ziel sei, dass der menschliche Kontakt stärker in den Mittelpunkt rückt, wenn die Technik die Verwaltungsaufgaben übernimmt. 53 Prozent der Ärzte und MFA wünschen sich einen schnelleren Zugriff auf Patientendaten anderer Praxen.

Diese Chancen leitet Doctolib aus den Studienergebnissen ab:

  1. KI-Assistenten werden Standard.

  2. Digitale Gesundheitsbegleitung schaffen mehr Prävention.

  3. Online-Terminbuchungserfolg könnten auf weitere digitale Lösungen übertragen werden.

  4. Die vernetzte Versorgung wird Realität.

Methodik
Das Umfrageinstitut YouGov befragte im Auftrag von Doctolib 204 Ärztinnen und Ärzte sowie 210 Medizinische Fachangestellte im Rahmen eines Online-Survey unter Mitgliedern des YouGov Panel zwischen dem 28. Juli und 12. August 2025. Die Patientenbefragung unter 1.000 Personen fand vom 28. bis 31. Juli 2025 statt. Die gesamte Studie gibt es hier zum Download.

Melden Sie sich hier zum zm Online-Newsletter an

Die aktuellen Nachrichten direkt in Ihren Posteingang

zm Online-Newsletter


Sie interessieren sich für einen unserer anderen Newsletter?
Hier geht zu den Anmeldungen zm starter-Newsletter und zm Heft-Newsletter.