Sie wurden erfolgreich abgemeldet!

KZV Berlin zum Tag der gesunden Ernährung

„Eine antiinflammatorische Ernährung kann helfen, Entzündungsherde im Mund zu verhindern“

nb
Politik
Eine entzündungshemmende Ernährung und regelmäßige Zahnarztbesuche können dazu beitragen, Autoimmunerkrankungen vorzubeugen, sie frühzeitig zu erkennen oder ihre Auswirkungen zu lindern. Darauf weist die Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV) Berlin anlässlich des diesjährigen Tags der gesunden Ernährung am 7. März hin.

„Autoimmunerkrankungen und Mundgesundheit beeinflussen sich oft gegenseitig und die Ernährung spielt bei beidem eine wichtige Rolle“, sagt Frank Göpner, niedergelassener Zahnarzt in Berlin und in der Patientenberatung der KZV Berlin tätig.

Chronisch verlaufende Infektionen, zu denen die Parodontitis zählt, führten zu einer andauernden Überstimulation der Immunabwehr und seien damit potenzielle Auslöser einer Autoimmunerkrankung. So hätten Menschen mit Parodontitis zum Beispiel ein erhöhtes Risiko für Rheumatoide Arthritis. Umgekehrt könnten Autoimmunerkrankungen wie Lupus erythematodes, das Sjögren-Syndrom (Mund- und Augentrockenheit) und Lichen ruber planus (rötliche Knötchen auf der Haut, weiße Linien auf der Mundschleimhaut) symptomatisch die Mundgesundheit schädigen.

Antientzündliche Ernährung als Präventionsansatz

Ein wichtiger Ansatz zur Prävention entzündlicher Prozesse sei laut KZV Berlin eine antiinflammatorische Ernährung. Sie könne dazu beitragen, Entzündungsherde im Mund und im gesamten Körper zu reduzieren oder Schmerzen zu lindern. Zu den empfohlenen Lebensmitteln zählen vor allem:

  • schwefelhaltiges Gemüse wie Lauch und Zwiebeln

  • buntes Gemüse, etwa Brokkoli, Paprika oder Wurzelgemüse

  • Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen und Bohnen

  • fermentierte Produkte wie Sauerkraut

  • ungesättigte Fettsäuren, beispielsweise aus fettem Fisch wie Lachs, Makrele oder Hering

Demgegenüber sollten hochverarbeitete Lebensmittel, schnell verfügbare Zucker sowie größere Mengen tierischer Fette möglichst reduziert werden.

Regelmäßige Zahnarztbesuche zur Früherkennung

Auch regelmäßige zahnärztliche Kontrollen spielen laut KZV Berlin eine wichtige Rolle für die Früherkennung entzündlicher Prozesse. „Entsteht ein Entzündungsherd im Mund, kann ein Zahnarztbesuch dies frühzeitig aufdecken und damit einen möglichen Risikofaktor für Autoimmunerkrankungen rechtzeitig therapieren“, betont Göpner.

Für Dr. Jana Lo Scalzo, stellvertretende Vorsitzende der KZV Berlin, zeigt das Thema vor allem eines: Mund- und Allgemeingesundheit müssen stärker zusammen gedacht werden. „Eine Parodontitis steht nicht nur im Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen“, sagt sie. „Sie ist auch mit zahlreichen weiteren Komorbiditäten verbunden – darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes oder Demenz – und kann zudem das Risiko für Frühgeburten erhöhen.“

Vor diesem Hintergrund kritisiert Lo Scalzo Forderungen aus Teilen der Politik, die Zahnmedizin aus Kostengründen aus der gesetzlichen Krankenversicherung auszugliedern. Ein medizinischer Bereich mit so weitreichenden Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit dürfe nicht aus dem Versorgungssystem herausgelöst werden. „Einen medizinischen Sektor aus dem Fokus zu verlieren, der einen so großen Einfluss auf andere Bereiche der Gesundheit hat, wäre ein Eigentor“, so Lo Scalzo. „Statt Kosten einzusparen, könnten dadurch langfristig sogar zusätzliche Belastungen für das Gesundheitssystem entstehen.“

Der Aktionstag „Tag der gesunden Ernährung“ wird vom Verband für Ernährung und Diätetik (VFED) veranstaltet und steht in diesem Jahr unter dem Schwerpunkt „Autoimmunerkrankung und Ernährung“.

Melden Sie sich hier zum zm Online-Newsletter an

Die aktuellen Nachrichten direkt in Ihren Posteingang

zm Online-Newsletter


Sie interessieren sich für einen unserer anderen Newsletter?
Hier geht zu den Anmeldungen zm starter-Newsletter und zm Heft-Newsletter.