KIM in der Pflege: Noch hakt die Kommunikation
Wie die gematik jetzt in ihrem Abschlussbericht mitteilte, nahmen elf Pflegeeinrichtungen aus dem ambulanten und stationären Bereich am Pilotprojekt „KIM in der Pflege“ in der TI-Modellregion Franken teil. Start des Projekts war im August 2024, die Auswertung erfolgte im Mai dieses Jahres.
Erfahrungen sollen als Blaupause für die breite Implementierung dienen
Ziel war, die Praxistauglichkeit von KIM im Pflegealltag zu überprüfen. „Die Erfahrungen sollen als Blaupause für die breite Implementierung in weiteren Pflegeeinrichtungen dienen“, heißt es im Abschlussbericht.
Vor der Pilotierung erfolgte die Kommunikation zwischen Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen, Apotheken und Kostenträgern dem Bericht zufolge überwiegend papierbasiert, was zu Medienbrüchen, Verzögerungen und erhöhtem administrativem Aufwand führte. Durch die Anbindung an den KIM-Dienst sollten die beteiligten Einrichtungen erstmals erproben, mit anderen Leistungserbringern medizinische Dokumente und Informationen sicher und standardisiert digital auszutauschen.
Ärzte bleiben teilweise lieber bei Fax und Telefon
Als ein Knackpunkt zeigte sich dabei bei manchen Beteiligten, insbesondere bei Ärztinnen und Ärzten, eine teils fehlende Bereitschaft, digitale Kommunikationswege wie KIM im Versorgungsalltag zu nutzen. Durch eine unregelmäßige Prüfung der KIM-Postfächer blieben Nachrichten dann oft unbemerkt und bestehende Kommunikationswege wie Fax und Telefon wurden bevorzugt.
„Hier bedarf es noch einer ausgeprägteren, flächendeckenderen Aufklärung über den Nutzen und die Vorteile von KIM, um die Leistungserbringer neben der Pflege zur KIM-Nutzung zu motivieren und die Akzeptanz zu steigern“, heißt es im Bericht. Zudem hätten technische Probleme, etwa die fehlerhafte Anzeige des Bearbeitungsstatus oder die fehlende Integration des Verzeichnisdienstes, die Nutzerfreundlichkeit teilweise beeinträchtigt.
Die digitale Kommunikation mit Ärzten und Apotheken fanden viele gut
Trotz der Herausforderungen habe es laut Bericht aber zahlreiche positive Rückmeldungen gegeben. Besonders geschätzt wurden demnach die direkte Zuordnung von KIM-Nachrichten zu Bewohnern sowie die digitale Kommunikation mit Ärzten und Apotheken. Vielfach hätten Beteiligte auch den Wunsch nach einer erweiterten Nutzung von KIM geäußert, etwa für Abrechnung und Wunddokumentation.
Die Pilotphase habe gezeigt, dass KIM einen wichtigen Beitrag zur Digitalisierung der Pflege leisten könne – insbesondere in der Kommunikation mit Ärzten und Apotheken sowie bei der Dokumentation von Patienteninformationen. Die vollständige Integration in die Arbeitsprozesse erfordere jedoch weiterhin Zeit und kontinuierliche Anpassung, heißt es im Bericht.
Eine weitere Pilotierung von KIM in Pflegeeinrichtungen ist ebenfalls in der TI-Modellregion Hamburg und Umland geplant. 20 Pflegeeinrichtungen sollen hier die Anwendung erproben. Die Erprobung soll Ende September starten.