Krankheitskosten sind auf rund 528 Milliarden Euro gestiegen
Die Krankheitskosten liegen mit 37,5 Milliarden Euro noch einmal um 7,6 Prozent über dem Vorjahr. Pro Kopf erhöhten sich die Kosten durchschnittlich um 430 Euro auf 6.330 Euro. Ein Plus von 7,3 Prozent. Zu den direkten Krankheitskosten zählen die unmittelbar mit einer medizinischen Heilbehandlung, Präventions-, Rehabilitations- oder Pflegemaßnahme verbundenen Ausgaben, so das Statistische Bundesamt (Destatis). Sie bilden somit nicht die gesamten volkswirtschaftlichen Kosten durch Krankheit ab, wie etwa aufgrund von Arbeitsausfällen.
Bei Frauen lagen die Pro-Kopf-Kosten mit 6.960 Euro um 1.280 Euro und damit um 22,5 Prozent höher als bei Männern mit 5.680 Euro. Das begründe sich zum einen durch geschlechtsspezifische Erkrankungen, Kosten für Schwangerschaft sowie Geburt und vor allem durch eine höhere Lebenserwartung bei Frauen beziehungsweise den größeren Anteil an den Hochbetagten. Von den rund 2,9 Millionen ab 85-Jährigen in Deutschland waren im Jahr 2024 knapp zwei Drittel (65 Prozent) weiblich.
Nach Krankheitsbildern und Geschlecht betrachtet, verursachten bei Frauen psychische und Verhaltensstörungen, darunter Demenzerkrankungen, mit durchschnittlich 990 Euro die höchsten Krankheitskosten pro Kopf. An zweiter und dritter Stelle standen bei den Frauen Krankheiten des Muskel- und Skelettsystems (840 Euro) und Krankheiten des Kreislaufsystems (800 Euro). Bei Männern waren dagegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 860 Euro am kostenintensivsten, gefolgt von psychischen und Verhaltensstörungen (650 Euro) und Neubildungen (630 Euro).
Krankheiten des Kreislaufsystems sowie psychische und Verhaltensstörungen sind Kostentreiber
Die höchsten Kosten verursachten im Jahr 2024 Krankheiten des Kreislaufsystems mit 13,1 Prozent (69,4 Milliarden Euro) und psychische und Verhaltensstörungen mit 13,0 Prozent (68,7 Milliarden Euro). Auf diese beiden Krankheitskapitel entfielen mehr als ein Viertel der gesamten Krankheitskosten. Als nächstes sind die Kosten für Muskel-Skelett-Erkrankungen mit 10,3 Prozent (54,3 Milliarden Euro) Teil der Gesamtkosten. Weitere 10,2 Prozent (53,7 Milliarden Euro) standen im Zusammenhang mit Krankheiten des Verdauungssystems.
Neubildungen, darunter Krebserkrankungen, machten 9,9 Prozent (52,1 Milliarden Euro) der Krankheitskosten aus. Der gemeinsame Anteil dieser fünf Krankheitskapitel an den Gesamtkosten liegt in der längerfristigen Betrachtung bereits seit 2015 jeweils bei 55 Prozent.
Krankheitskosten steigen mit dem Lebensalter an
Mit fortschreitendem Alter nehmen die Krankheitskosten deutlich zu. Mehr als die Hälfte der Gesamtkosten (53,8 Prozent oder 284,3 Milliarden Euro) entstand allein bei der Bevölkerung ab 65 Jahren. Laut den Angaben von Destatis entsprach das Pro-Kopf-Kosten von 15.080 Euro in dieser Altersgruppe.
Die geringsten Pro-Kopf-Kosten entstanden in der Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen mit 2.390 Euro, gefolgt von den unter 15-Jährigen mit 2.620 Euro. Auf die 30- bis unter 45-Jährigen entfielen mit 3.130 Euro pro Kopf geringere Kosten als auf die 45- bis unter 65-Jährigen mit 5.590 Euro. Bei den 65- bis unter 85-Jährigen lagen die Kosten schon bei 12.300 Euro, bei den Hochbetagten (über 85-Jährige) bei 30.150 Euro pro Person.








