Mundspülung hilft bei Krebsprognose

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Zahnmedizin
Forscher der Johns Hopkins University in Baltimore haben herausgefunden, dass Patienten, die nach der Therapie eines Oropharynxkarzinoms noch Krebs-DNA in ihrem Körper haben, nach etwa sieben Monaten erneut erkranken. Ermittelt haben sie die DNA-Spuren per Mundspülung.

Hintergrund:HP-Virusinfektionen bedingte Oropharynxkarzinome (HPV-OPC) nehmen in den USA zu. Und obwohl diese durch humane Papillomviren (HPV) entstehenden Erkrankungen eine günstige Prognose vorweisen, kommt der Krebs in 10 bis 25 Prozent der Fälle zurück. Der Nachweis von Krebs-DNA in Mundspülungen wird zwar auf HPV-OPC zurückgeführt, doch war seine Leistung als prognostizierender Biomarker unklar.

Ziel:Die Forscher wollten deshalb herausfinden, ob nach der Krebstherapie der Nachweis der HPV-DNA in Mundspülungen Rückschlüsse zulässt im Hinblick auf eine Wiedererkrankung beziehungsweise Heilung.

Studien-Setting:Dazu wurden 124 an HPV-OPC erkrankte Patienten mit ein oder mehreren Nachbehandlungen an an vier Krebszentren in den USA von 2009 bis 2013 begleitet. Sie gurgelten und spülten mit der Mundspüllösung bei der Diagnose und nach der Behandlung (jeweils 9, 12, 18 und 24 Monate nach der Diagnose). Diese Proben wurden auf die Krebs-DNA getestet.

Ergebnisse:Insgesamt bei 67 (54 Prozent) der 124 Probanden wurde zum Zeitpunkt der Diagnose HPV-DNA Typ 16 nachgewiesen. Nach der Behandlung war dies dagegen nur noch bei 6 (5 Prozent) der Fall, 5 von ihnen hatten die Krebs-DNA schon bei der Diagnose. All diese 5 erkrankten erneut an dem hartnäckigen Krebs.

Im Unterschied dazu kehrte die Krankheit nur bei 9 von 119 Teilnehmern (8 Prozent) zurück, die bei der Diagnose keine Krebs-DNA aufwiesen. Die Forscher konnten hier nicht eindeutig klären, ob bei diesen Patienten DNA-Spuren zu finden waren, weil die Behandlung den Krebs nicht vollständig beseitigt hat oder ob er erneut aufgetreten ist.

Tatsache ist den Forschern zufolge jedoch, dass die Patienten, die nach Behandlung DNA-Spuren aufwiesen, innerhalb von etwa sieben Monaten erneut erkrankten und so eine Probe per Mundspülung nach der Therapie Behandlung ein einfacher Test und Grundlage für eine Prognose sein könnte.

Fazit:Humane Papillomviren-DNA Typ 16 findet sich oft in Mundspüllösungen bei der Diagnose, aber selten nach der Krebsbehandlung. Die Daten legen laut Autoren den Schluss nahe, dass Mundspülungen für die obgleich seltenen, aber hartnäckigen  HPV DNA Typ 16 in der Nachbehandlung ein Tool zur Langzeitbeobachtung darstellen, insbesondere für lokal auftretende Herde.

1 Prognostic Implication of Persistent Human Papillomavirus 16 DNA Detection in Oral Rinses for Human Papillomavirus-Related Oropharyngeal Carcinoma, Eleni M Rettig, MD; Alicia Wentz, MA; Marshall R Posner, MD; Neil Gross, MD; Robert I Haddad, MD; Maura L Gillison, MD, PhD; Carole Fakhry, MD; Harry Quon, MD; Andrew G Sikora, MD PhD; William J Stott, CCRP; Jochen H Lorch, MD; Christine G Gourin, MD; Yingshi Guo, MS; Weihong Xiao, MD; Brett A Miles, DDS, MD; Jeremy D Richmon, MD; Peter E Anderson, MD; Krzysztof J Misiukiewicz, MD; Christine H Chung, MD; Jennifer E Gerber, MSc; Shirani D Rajan, MSPH; Gypsyamber D'Souza, PhD, JAMA Oncol. Published online July 30, 2015. doi:10.1001/jamaoncol.2015.2524.

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