Nachwuchsakademie startet in Hannover
„Die Zukunft der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an den Universitäten wird geprägt durch die Qualität und das Können des wissenschaftlichen Nachwuchses. Mit der DGZMK-Nachwuchsakademie wollen wir jungen Kolleginnen und Kollegen dabei helfen, sich wissenschaftlich weiterzuentwickeln. Dafür ist eine Nachwuchsakademie ein wertvolles Instrument", erklärte DGZMK-Präsident Prof. Dr. Dr. Peter Proff zum Start der Auftaktveranstaltung in der Zahnklinik an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).
Rund 40 junge forschungsbegeisterte Mitarbeiter von Standorten der Universitätszahnmedzin aus ganz Deutschland waren auf Einladung der DGZMK gekommen, um sich das Wissen für eine künftige Karriere in der Wissenschaft anzueignen. Zuvor hatten sich die Teilnehmer mit einer Projektskizze ihres eigenen Forschungsvorhabens für die Akademie beworben. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Tätigkeit an einem deutschen Universitätsklinikum.
Projektpräsentationen mit Feedback
Ein zentraler Bestandteil der Präsenztage war die Kurzpräsentation der Projektideen und die anschließende kollegiale Diskussion. Von den jeweiligen Chair-Personen der Sessions erhielten die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler hilfreiches Feedback. So konnten sie unterschiedliche Perspektiven einbeziehen und methodische Fragen klären, um ihre eigenen Vorhaben weiter zu konkretisieren.
Darüber hinaus erhielten die Teiulnehmenden Einblicke in Forschungsfelder der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde von Chirurgie, Parodontologie, Zahnerhaltung, Kieferorthopädie und Prothetik bis zur interdisziplinären Verbundforschung. Auch die Planung von Studien unter Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) stand auf dem Programm.
Anschubfinanzierung am Ende der Akademie
Die Nachwuchsakademie erstreckt sich über ein Jahr. Sie umfasst drei Präsenzphasen. Auf den Auftakt in Hannover folgen weitere im März und Oktober 2027. Zwischen den Präsenzterminen sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Forschungsprojekte weiterentwickeln. Bis zum nächsten Treffen im März erarbeiten sie nach Anleitung einen fundierten Förderantrag.
Nach einer Begutachtung werden von den 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern 20 für das nächste Vor-Ort-Treffen ausgewählt und eingeladen. Am Ende der Nachwuchsakademie sollen 10 Bewerberinnen und Bewerber Fördermittel von jeweils 25.000 Euro als Anschubfinanzierung für ihr Projekt erhalten.
Unterstützung von erfolgreichen Karrieren in der Wissenschaft
Als Koordinatorin der Nachwuchsakademie konnte die DGZMK mit Prof. Dr. Meike Stiesch eine ausgewiesene Forschungsexpertin gewinnen. Stiesch war lange Mitglied des Fachkollegiums Medizin in der DFG, ist Mitglied im Medizinausschuss des Wissenschaftsrats und ist seit 2025 Forschungsdekanin der MHH. Sie ist zudem Sprecherin des Sonderforschungsbereichs (SFB)/TRR 298 SIIRI, der sich mit der Aufklärung grundlegender Mechanismen periimplantärer Infektionen und der Entwicklung autoregulativer Sensor-Aktor-Systeme zur Erkennung und Bekämpfung dieser Infektionen beschäftigt.
„Wir haben in der DFG verschiedene Nachwuchsakademien evaluiert. Ihr Ziel ist es, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in frühen Karrierephasen dabei zu unterstützen, eigenständige Forschungsvorhaben zu entwickeln und Drittmittel-Anträge zu stellen. Sie stärken damit wichtige Voraussetzungen für erfolgreiche Karrieren in der Wissenschaft “, sagte Stiesch. „Es ist daher wunderbar, dass die DGZMK nun ihrerseits eine solche Nachwuchsakademie ermöglicht.“
In die Durchführung der Präsenztage waren sowohl das Team um Stiesch als auch Referentinnen und Referenten von anderen Kliniken der Medizinischen Hochschule Hannover und anderen Universitätsstandorten eingebunden.





