Ständige Impfkommission am RKI

STIKO empfiehlt Impfung für Kleinkinder mit Vorerkrankungen

pr
Gesellschaft
Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat sich dafür ausgesprochen, Kleinkinder unter fünf Jahren mit Vorerkrankungen gegen COVID-19 zu impfen. Immungesunden Kindern wird die Impfung nicht empfohlen.

Die STIKO empfiehlt Eltern mit Kindern zwischen sechs Monaten bis vier Jahren, die aufgrund von Grunderkrankungen ein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf haben, eine vollständige Grundimmunisierung mit einem für diese Altersgruppe zugelassenen mRNA-Impfstoff. Auch Frühgeborene, die das zweite Lebensjahr noch nicht vollendet haben, tragen ein erhöhtes Risiko und sollen demnach geimpft werden, meldet die STIKO.

Für die Impfung soll den Empfehlungen zufolge vorzugsweise der Comirnaty-Kinder-Impfstoff verwendet werden (drei Impfstoffdosen, je 3 μg, im Abstand von mindestens drei und acht Wochen zur jeweils vorangegangenen Impfung). Alternativ könne der Kinder-Impfstoff Spikevax verwendet werden (zwei Impfstoffdosen, je 25 μg, im Abstand von mindestens vier Wochen). Dieser sei jedoch in der für Kleinkinder vorgeschriebenen Dosierung in Deutschland derzeit nicht verfügbar, heißt es.

Bei Kindern, die bereits eine labordiagnostisch gesicherte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, empfiehlt die STIKO, die Impfserie um eine Dosis zu reduzieren (das heißt zwei Impfstoffdosen Comirnaty beziehungsweise eine Impfstoffdosis Spikevax). Bei Kindern mit Immundefizienz, die eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, sollte im Einzelfall entschieden werden, ob eine vollständige Impfserie verabreicht werden soll. Dies hänge maßgeblich von Art und Ausprägung der Immundefizienz ab, so die STIKO.

Für immungesunde Kinder ohne Vorerkrankungen empfiehlt das Gremium hingegen derzeit keine COVID-19-Impfung, weil schwere Verläufe in dieser Altersgruppe sehr selten seien und der weitaus größte Teil der Infektionen bei gesunden Kindern mild oder asymptomatisch verlaufe.

STIKO relativiert Impfempfehlung für Kinder unter 12 Jahren

Weiterhin relativiert die STIKO ihre Impfempfehlung für alle Kinder im Alter unter 12 Jahren zum Schutz von Angehörigen und weiteren Kontaktpersonen. Aktuelle Daten zeigten, dass die Impfung nur für einen kurzen Zeitraum vor der Übertragung der Omikron-Variante schütze und dieser Infektionsschutz nicht verlässlich sei. Daher rät die STIKO dazu, nach individueller Abwägung und unter Berücksichtigung des Wunsches der Eltern zu entscheiden, ob eine Impfung mit dem Ziel eine mögliche Ansteckung zu verhindern, durchgeführt werden soll.

Ferner hat die STIKO ihre Empfehlung für die Fünf- bis Elfjährigen überprüft. Hier bleibt das Gremium bei der bestehenden Empfehlung: Kindern, die aufgrund von Grunderkrankungen ein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf haben, wird eine Grundimmunisierung mit zwei Impfstoffdosen sowie bis zu zwei Auffrischungsimpfungen empfohlen. Die Vervollständigung der Grundimmunisierung bei gesunden Kindern dieser Altersgruppe hält die STIKO vor dem Hintergrund der hohen Seroprävalenz und dem überwiegend milden Krankheitsverlauf aktuell aber nicht für notwendig.

Die Empfehlung wurde imEpidemiologischen Bulletin 46/2022 vom 17. November 2022veröffentlicht.

KBV: "STIKO sorgt für Klarheit"

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