Medizin

Tamoxifen auch bei genetischem Mamma-CA

sp/pm
Nachrichten
Eine weltweit angelegte Studie konnte nun zeigen, dass auch Hoch-Risikopatientinnen nach einer Primärbehandlung des Mammakarzinoms von Tamoxifen profitieren können.

Neue Untersuchungen haben ergeben, dass Frauen mit einer hohen genetischen Veranlagung für Brustkrebs ein stubstanziell geringeres Risiko haben, ein Rezidiv zu entwickeln, wenn sie mit Tamoxifen nach der ersten Tumorerkrankung therapiert werden. Die weltweit durchgeführte Studie unter der Leitung der University of Melbourne und des Peter MacCallum Cancer Centre wurde am 7. August 2013 im Fachmagazin Journal of Clinical Oncology veröffentlicht.

Die Studie umfasste 2.500 Frauen aus Europa, Nordamerika und Australien, deren Erbanlagen Mutationen in BRCA1 oder BRCA2 (die für Brustkrebs empfänglichen Gene) aufwiesen und mit Brustkrebs diagnostiziert wurden. Rund ein Drittel der Frauen wurden mit Tamoxifen behandelt.

Tamoxifen wird seit Jahrzehnten erfolgreich zur Therapie von Brustkrebs eingesetzt.Bis jetzt gab es nur unzureichende Informationen darüber, ob Tamoxifen das Brustkrebsrisiko auch bei Frauen mit dem höchsten Risiko aufgrund von BRCA1 oder BRCA2 senkt. Leitautor Professor Kelly-Anne Philips sagte, die bis dato umfassendste Studie deute darauf hin, dass Tamoxifen bei diesen risikobelasteten Frauen wirke und ihr Brustkrebsrisiko halbiere.

Die  Prophylaxe-Amputation könnte überflüssig werden

"In der Vergangenheit war invasive Chirurgie und die Entfernung der Brüste und/oder der Eierstöcke die einzige Möglichkeit, das Brustkrebsrisiko bei diesen Risikopatientinnen zu reduzieren", sagte Philips. "Für Frauen, die sich gegen eine derartige Operation entscheiden oder sie aufschieben möchten, bis sie älter sind, könnte Tamoxifen nun eine realistische Alternative sein."

Bei der amerikanischen Schauspielerin Angelina Jolie, die sich beide Brüste amputieren ließ, war eine Mutation in einem dieser Gene nachgewiesen worden. Frühere Forschungen von Professor Philips ergaben, dass nur eine von fünf australischen Frauen mit einer Mutation in BRCA1 und BRCA2 sich für eine beidseitige Mastektomie entscheidet.

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