UPD-Monitor Patientenberatung

UPD sieht Anzeichen für Überversorgung älterer Patienten bei Implantaten

von pr
Politik
Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) sieht Anzeichen für eine Überversorgung älterer Menschen bei Implantaten. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) rät hier grundsätzlich zu einer ausführlichen Beratung beim Zahnarzt oder bei den zahnärztlichen Patientenberatungsstellen.

2019 hat die UPD insgesamt 4.763 Mal zu Themen rund um die zahnmedizinische Versorgung beraten. In ihrem aktuellen Monitor thematisiert die UPD auch die zahnmedizinische Versorgung älterer Menschen. Laut UPD-Geschäftsführer Thorben Krumwiede gebe es Hinweise darauf, dass sich unterbliebene Aufklärungen zu Behandlungsalternativen häufen würden.

KZBV: Patienten sollten sich vor der Behandlung beraten lassen

Die Versorgung mit Implantaten sei nicht Gegenstand der vertragszahnärztlichen Versorgung, sondern es handelt sich um Leistungen, die von den Versicherten privat bezahlt werden müssen, entgegnete die KZBV. Sie empfiehlt grundsätzlich allen Patienten, die sich über Alternativen bei der Versorgung mit Zahnersatz informieren wollen, sich vor einer geplanten Behandlung von ihrem behandelnden Zahnarzt ausführlich beraten zu lassen oder das breit gefächerte Beratungsangebot der Zahnärztlichen Patientenberatungsstellen in den Ländern in Anspruch zu nehmen.

Bei Zahnersatzbehandlungen besteht laut KZBV in der Regel kein Zeitdruck, so dass die Inanspruchnahme des vielfältigen Beratungsangebots der Zahnärzteschaft jederzeit möglich sein sollte. Kein Patient sei gezwungen, sich in der Praxis unter Zeitdruck für oder gegen eine bestimmte Behandlung zu entscheiden.

UPD: Eine Narkose bei Kindern sei nur das Mittel der letzten Wahl

Auch in der Zunahme von Vollnarkose bei Kindern sieht die UPD einen beunruhigender Trend. Aus Sicht der UPD sollte dieses Thema kritisch beobachtet werden. UPD-Berater hätten 2019 zunehmend Fragen zu kinderzahnärztlichen Behandlungen in Vollnarkose registriert. Eltern wünschten oft für ihre Kinder die beste Behandlung. Sie seien dabei empfänglich für Werbebotschaften und oft auch bereit, viel Geld für vermeintlich bessere Behandlungen zu bezahlen. Aus medizinischer Sicht sollte eine Narkose jedoch nur das Mittel der letzten Wahl sein, heißt es in dem Report.

Kassen kommunizieren unzureichend mit den Versicherten

Das kritisierte  auch die Patientenbeauftragte der Bundesregierung Prof. Dr. Claudia Schmidtke: „Es ist nicht nachvollziehbar, dass dieses Problem weiterhin besteht. Bereits im vergangenen Jahr und kurz nach der Veröffentlichung des Monitors 2018 hat die Aufsichtsbehörde die Krankenkasse ausdrücklich ermahnt, sich an die klaren Vorgaben zum Ablauf des Widerspruchsverfahrens zu halten." Sie habe das zuständige BAS bereits gebeten, sicherzustellen, dass alle ihm unterstellten Krankenkassen diese Vorgaben zukünftig einhalten.

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