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Wartezeiten-Frist: "Aktionismus in Reinkultur"

pr/pm
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Der NAV-Virchow-Bund, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, verurteilt die Vierwochen-Frist bei Wartezeiten als „Aktionismus der Koalitionäre“.

Als „populistischen Aktionismus in Reinkultur, der an den Versorgungsrealitäten vorbeigeht“, bezeichnete die Bundeshauptversammlung des NAV-Virchow-Bundes die Einigung der Koalitionsparteien, dass Facharzttermine innerhalb von vier Wochen erteilt werden sollen.

"Die niedrigsten Wartezeiten überhaupt"

Im Antrag, den die Delegierten einstimmig auf ihrer Jahrestagung am 8. und 9.11. in Berlin verabschiedeten, heißt es weiter: „Laut repräsentativer Versichertenbefragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung 2013 wartet nur ein Fünftel der Patienten mehr als drei Wochen auf einen Facharzttermin." Im Vergleich der westlichen Industrienationen liege Deutschland "deshalb auf den vordersten Rängen und hat mit die niedrigsten Wartezeiten überhaupt".

Bei dem Lösungsvorschlag der Koalitionäre, lang wartende Patienten in den Krankenhäusern behandeln zu lassen, handele es sich um eine qualitative Versorgungsverschlechterung, weil die Behandlung in der Klinik im Unterschied zur Praxis keinen Facharztstandard garantiere. Zudem würden aufgrund der Kapazitäten in den Ambulanzen der Krankenhäuser die Wartezeiten noch weiter steigen.

Ein Einzelproblem

Gleichzeitig betonten die Delegierten, dass Problem vereinzelt langer Wartezeiten weiterhin angehen zu wollen: „Der NAV-Virchow-Bund steht für eine qualitativ hochwertige Versorgung unserer Patientinnen und Patienten. Dazu gehören selbstverständlich akzeptable Wartezeiten. Hierbei haben sich im Versorgungsalltag in Konsens und Kooperation erzielte Lösungen als wesentlich besser erwiesen als dirigistische Maßnahmen.“ 

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