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Präklinische Studie

Warum Hypophosphatasie die Zähne unterschiedlich stark schädigt

Bei der Hypophosphatasie, einer seltenen erblichen Erkrankung, die Knochen und Zähne betrifft, kann der vorzeitige Verlust von Milchzähnen das erste oder sogar einzige erkennbare Anzeichen sein. Gorodenkoff - stock.adobe.com
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Zahnmedizin
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Studienergebnisse deuten darauf hin, dass die jeweilige ALPL-Genvariante die Ausprägung der dentalen Veränderungen bei Hypophosphatasie beeinflusst – auch wenn das übrige Skelett nur geringfügig betroffen ist.

Forschende der Universität Osaka haben bei Patienten mit Hypophosphatasie beobachtete genetische Veränderungen in Mausmodellen nachgebildet. Die Ergebnisse zeigen, dass Zähne und Zahnhalteapparat beeinträchtigt sein können, selbst wenn die Veränderungen am übrigen Skelett nur gering ausgeprägt sind. Zudem liefern sie Hinweise darauf, warum die dentalen Manifestationen der Erkrankung unterschiedlich stark ausgeprägt sein können.

Die Forschenden erzeugten Mausmodelle mit drei bei Patienten nachgewiesenen Varianten des ALPL-Gens. Zwei Modelle, die mildere Verlaufsformen der Erkrankung repräsentieren, untersuchten sie genauer. Beide zeigten eine verminderte Alveolarknochendichte sowie Veränderungen der Gewebe des Zahnhalteapparats.

Bei einem Modell mit der Genvariante p.R184W waren am übrigen Skelett kaum auffällige Veränderungen festzustellen. Gleichzeitig zeigten sich jedoch Anomalien des Dentins, des Wurzelzements und des Zahnhalteapparats. Das andere Modell mit den Varianten c.1559delT und p.F327L wies leichte Skelettveränderungen sowie umfassendere dentale Defekte auf. Dazu gehörten eine verminderte Mineralisation von Schmelz und Dentin sowie eine reduzierte Dentindicke.

ALPL-Genvarianten beeinflussen dentale Manifestationen

Die Unterschiede in den dentalen Manifestationen ließen sich nicht allein anhand der Blutwerte der gewebeunspezifischen alkalischen Phosphatase (TNAP) erklären. Das Enzym wird durch das ALPL-Gen kodiert und ist für die Mineralisation von Knochen und Zähnen von zentraler Bedeutung. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass auch die jeweilige krankheitsverursachende ALPL-Variante beeinflusst, wie sich die dentalen Symptome entwickeln.

Da dentale Symptome bereits auftreten können, bevor deutliche Veränderungen am Skelett erkennbar sind, unterstreicht die Arbeit zudem die potenzielle Bedeutung der Zahnärzteschaft für die frühzeitige Erkennung der Erkrankung.

Die Studie ist präklinisch. Aus den Ergebnissen lassen sich derzeit keine unmittelbaren Empfehlungen für eine individualisierte zahnmedizinische Behandlung ableiten. Die Forschenden hoffen aber, dass die Mausmodelle als Grundlage dienen, um Behandlungsmöglichkeiten zur Vermeidung von Zahnverlust, zum Schutz des zahnumgebenden Kieferknochens und zur Verbesserung der Sicherheit zahnmedizinischer Behandlungen, etwa kieferorthopädischer Maßnahmen, zu erforschen.

Okawa R, Ochiai M, Kurosaka H, et al. Creation and characterization of novel knock-in mouse models of hypophosphatasia. JBMR Plus. 2026 Aug 25;10(10):ziag147. doi: 10.1093/jbmrpl/ziag147. PMID: 42801137; PMCID: PMC13615531.

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