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PingPongParkinson-Weltmeisterschaften in Hannover

Warum Tischtennis bei Parkinson hilft

Regelmäßiges Tischtennis kann Parkinson-Symptome spürbar lindern. olga_gl - stock.adobe.com
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Gesellschaft
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Die PingPongParkinson-Weltmeisterschaften machen auf die positiven Effekte von Tischtennis für Menschen mit Parkinson aufmerksam. Studien belegen, dass der Sport mit dem kleinen Ball den Tremor in Schach hält.

Die siebten PingPongParkinson-Weltmeisterschaften stellen schon vor dem ersten Ballwechsel einen Rekord auf: 806 Spielerinnen und Spieler treten in Hannover an. Im vergangenen Jahr waren in Italien gut 300 an Parkinson erkrankte Aktive dabei. Vom 26. bis 30. September wird im Sportpark Hannover gespielt.

Mit Pingpong gegen das Zittern

PingPongParkinson ist eine gemeinnützige Organisation, die Tischtennis-Angebote für Menschen mit Parkinson international fördert. Auch Workshops für Erkrankte und ihre Familien stehen bei der PPP-WM auf dem Programm.

Tischtennis fordert gleichzeitig Beweglichkeit, Koordination und Gleichgewicht – Fähigkeiten, die durch Parkinson beeinträchtigt werden. Nach Angaben von Wissenschaftler kann das regelmäßige Spielen deshalb dazu beitragen, motorische Fähigkeiten zu verbessern und Symptome wie das Zittern während des Spiels zu verringern. Zudem aktiviert die Bewegung das körpereigene Belohnungssystem des Gehirns und fördert die Ausschüttung von Dopamin.

Regelmäßiges Spielen kann dadurch Parkinson-Symptome spürbar lindern und in bestimmten Fällen auch dazu beitragen, den Medikamentenbedarf zu reduzieren.

Aktuelle Studienlage

Tischtennis verbessert Motorik und Alltagskompetenz

Tischtennis gilt in der Neurorehabilitation als besonders vielversprechende Bewegungstherapie bei Morbus Parkinson. Der Sport vereint schnelle Blick-Hand-Koordination, Antizipation, Feinmotorik und Gleichgewichtstraining sowie aerobe Ausdauer. Die klinische Evidenz zeigt positive Effekte.

Studien beobachten signifikante Verbesserungen auf der Movement Disorder Society-Unified Parkinson's Disease Rating Scale. Diese MDS-UPDRS-Skala ist das wichtigste und weltweit anerkannte Standardinstrument zur umfassenden Beurteilung des Schweregrads und des Verlaufs der Parkinson-Krankheit.

Patientinnen und Patienten zeigen Verbesserungen beim Gehen, der Schrittsicherheit; die Bradykinesie (Bewegungsverlangsamung) und auch der Tremor gehen zurück. Durch die ständigen Schwerpunktverlagerungen und Reaktionen auf den Ball wird die Haltungskontrolle (posturale Stabilität) gestärkt, was das Sturzrisiko senkt.

Tischtennis fordert exekutive Funktionen, visuelle Verarbeitung und schnelle Entscheidungsfindung. Neben den physischen Parametern bestätigen Pilotprojekte und Reviews eine Reduktion depressiver Symptome und einen hohen Wohlfühl- und Motivationseffekt durch das soziale Gruppenerlebnis.

Tischtennis wird als sichere, adressatengerechte und nebenwirkungsarme Therapieform für Stadien I bis IV nach Hoehn & Yahr eingestuft. Die Hoehn-und-Yahr-Skala ist eine medizinische Skala zur Parkinson-Krankheit, die den Schweregrad und den Verlauf der motorischen Beeinträchtigungen in fünf Hauptstadien (plus Zwischenschritte) einteilt

Obwohl die Ergebnisse in der Praxis, zum Beispiel im Rahmen von Initiativen wie PingPongParkinsonund in Pilotstudien durchweg positiv ausfallen, weisen Übersichtsarbeiten darauf hin, dass viele Studien nur kleine Stichprobengrößen aufweisen. Große, randomisierte kontrollierte Studien befinden sich derzeit weiter in der Durchführung, Ziel ist, die Langzeiteffekte und spezifische Dosis-Wirkungs-Beziehungen genauer zu belegen.

Inoue K, Fujioka S, Nagaki K, Suenaga M, Kimura K, Yonekura Y, Yamaguchi Y, Kitano K, Imamura R, Uehara Y, Kikuchi H, Matsunaga Y, Tsuboi Y. Table tennis for patients with Parkinson's disease: A single-center, prospective pilot study. Clin Park Relat Disord. 2020 Dec 30;4:100086. <link url="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8299968/" target="new-window" url-fragment="" seo-title="" follow="follow">doi: 10.1016/j.prdoa.2020

Khalid, Alisa & Khalid, Rayyan. (2025). The Effects of Table Tennis on Motor Function and Cognitive Performance in Parkinson’s Disease. Cureus. 10.7759/cureus.96383. doi:10.7759/cureus.96383

Barbera A, Woodward M, Buard I, Sillau S, Montes RO, Feuerstein J. A Pilot Table Tennis-Based Neurorehabilitation Program to Improve Parkinson's Disease Symptoms. NeuroRehabilitation. 2026 Sep;59(2):241-248. doi: 10.1177/10538135261468787. Epub 2026 Jul 15. PMID: 42454977

Gespielt wird nach Spielstärke

Insgesamt sind 35 Nationen sind bei der derzeitigen WM vertreten. Rund zwei Drittel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus Deutschland. Etwa drei Viertel sind Männer, ein Viertel Frauen. Gespielt wird in drei Hallen an insgesamt 90 Tischen. Auf dem Programm stehen insgesamt sechs Einzel- und sechs Doppel-Konkurrenzen sowie drei Mixed-Konkurrenzen. Insgesamt sind rund 3.000 Einzel-, 1.000 Doppel- und 500 Mixed-Partien angesetzt.

Die Spielerinnen und Spieler treten je nach Spielstärke in drei Klassen an. 14 Prozent starten in der stärksten Klasse 1, 34 Prozent in Klasse 2 und 52 Prozent in Klasse 3. Die Einstufung war für die Organisatoren eine besondere Herausforderung, denn mehr als die Hälfte der Gemeldeten nimmt erstmals an den Weltmeisterschaften teil.

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