Zahnärzte sind wieder leicht pessimistischer
Zu Beginn des Jahres sank die Stimmung in drei der vier beobachteten ärztlichen Fachgruppen. Den massivsten Rückgang verzeichneten dabei die Psychologischen Psychotherapeuten. Ihre Stimmung brach um 20,3 Punkte ein und liegt nun auf dem tiefsten Stand seit 2017. Auslöser ist die Entscheidung des Erweiterten Bewertungsausschusses, die Vergütung psychotherapeutischer Gesprächsleistungen kurzfristig zum 1. April 2026 zu senken.
Auch die Hausärzte sind deutlich pessimistischer geworden: Ihr Stimmungswert sank um 7,9 Punkte und liegt nun bei -30,4. Im Vergleich der Fachgruppen liegen sie damit wieder auf dem letzten Platz.
Leichte Einbußen gab es bei der Stimmung der Zahnärzte: Mit einem Rückgang um 1,4 Punkte verzeichnen sie einen Stimmungswert von -27,5 und damit ein ähnliches Niveau wie in den Vorquartalen.
Positiv entwickelte sich lediglich die Stimmung der Fachärzte: Nach einem Plus von 4,3 Punkten erreichen sie derzeit einen Wert von -25,8 und damit den zweiten Rang unter den betrachteten Gruppen.
Die aktuelle wirtschaftliche Lage beurteilten 21,9 Prozent der Zahnärzte als „gut“, 50 Prozent als „befriedigend“ und 28,1 Prozent als „schlecht“. Damit liegt ihre Einschätzung vor den Hausärzten (17,8 Prozent, 51,7 Prozent und 30,5 Prozent) und nur leicht abweichend von derer anderen Fachärzte (23,9 Prozent, 48,5 Prozent und 27,6 Prozent).
Größter Störfaktor sind Entscheidungen „von oben“
Nachdem im Vorquartal zum ersten Mal die Digitalisierung als größter Negativ-Faktor anführte wurde, liegt sie in diesem Quartal mit 63,0 Prozent auf dem zweiten Platz. Am häufigsten nannten die Ärzte – wie schon häufig zuvor – die Entscheidungen, Regelungen und Vorgaben von Regierung beziehungsweise Selbstverwaltung als Störfaktor: Mehr als zwei Drittel (68,6 Prozent) gaben an, dass diese einen negativen Einfluss auf ihre Arbeit nehmen. Mit deutlichem Abstand folgten als weitere Störfaktoren die übrige Praxis-Administration (47,9 Prozent), Auswirkungen aktueller Ereignisse (44,0 Prozent) sowie die eigene Arbeitszeit (43,1 Prozent).
Am falschen Ende gespart
Prof. Dr. med. Dr. rer. pol. Konrad Obermann, Forschungsleiter der Stiftung Gesundheit, kommentiert die Ergebnisse so: „Im aktuellen Stimmungsbarometer ist die Zuversicht der Psychologischen Psychotherapeuten um mehr als 20 Punkte eingebrochen. Das ist kein atmosphärisches Rauschen, sondern ein Warnsignal. Gerade weil diese Fachgruppe im Vergleich noch relativ gut dasteht, ist der Absturz so aufschlussreich: Er speist sich nicht aus dem üblichen Systemfrust, sondern aus einer konkreten politischen Entscheidung, die als Geringschätzung verstanden wird. Auslöser ist die Entscheidung des Erweiterten Bewertungsausschusses, die Vergütung psychotherapeutischer Gesprächsleistungen kurzfristig zum 1. April 2026 zu senken.“
Dabei sei der Effekt auf die Kassenfinanzen marginal: „Ambulante Psychotherapie verursacht nur 1,5 Prozent der Gesamtkosten, das Einsparpotenzial liegt bei rund 0,05 Prozent. Für diesen Minimalbetrag wird Motivation beschädigt und der gesellschaftliche Bedarf ignoriert. Das ist weder klug noch vorausschauend. Es ginge deutlich besser“.
Methodik
Die repräsentative Erhebung mittels Online-Fragebogen lief zwischen dem 03. Und 15. März 2026. Für jede Berufsgruppe wurde eine repräsentative geschichtete Zufallsstichprobe angeschrieben. Für die aktuelle Befragung erhielten insgesamt 10.000 niedergelassene Hausärzte, Fachärzte, Zahnärzte und Psychologische Psychotherapeuten aus dem Strukturverzeichnis der Versorgung eine Einladung zur Befragung. Zusätzlich wurden 2.972 Ärzte angeschrieben, die regelmäßig an der Befragung teilnehmen. 1.006 valide Fragebögen (Rücklaufquote 7,8 Prozent). Die Ergebnisse sind repräsentativ mit einem Konfidenzniveau von 99 Prozent (Konfidenzintervall < ± 5 Prozent).







