„Zahnarztbesuche können Leben retten“
Eine aktualisierte klinische Leitlinie der ADA unterstreicht, dass Zahnarztbesuche eine erste Verteidigungslinie gegen Mundkrebs darstellen können. Die Leitlinie kommt zu dem Schluss, dass umfassende klinische Untersuchungen weiterhin der wichtigste erste Schritt sind, um frühe Anzeichen von Mundhöhlen- und Lippenkarzinomen zu erkennen.
Wird eine Läsion festgestellt, bleibt die Biopsie das beste weitere Vorgehen und die einzige definitive Methode, um die Diagnose potenziell maligner Erkrankungen der Mundhöhle sowie von Plattenepithelkarzinomen der Mundhöhle und Lippe zu bestätigen.
„Zahnarztbesuche können Leben retten“, bekräftigt Dr. Mark Lingen, D.D.S., Ph.D., Vorsitzender des Leitliniengremiums und Professor für Pathologie an der University of Chicago Medicine. Orale Karzinome könnten schwerwiegend sein, doch eine frühe Erkennung führe häufig zu besseren Behandlungsergebnissen.
Kein routinemäßiger Einsatz kommerzieller Zusatzverfahren
Die Leitlinie spricht sich grundsätzlich gegen den routinemäßigen Einsatz kommerziell verfügbarer zytologischer, lichtbasierter, vitalfärbender oder speichelbasierter Zusatzverfahren aus, wenn damit bei Erwachsenen mit sichtbaren Läsionen die Entscheidung über eine Biopsie oder Überweisung an Spezialisten unterstützt oder Patienten ohne sichtbare Läsionen gescreent werden sollen.
Eine Zytologie kann in bestimmten Fällen geboten sein, wenn eine Biopsie, bei der ein größeres Gewebestück untersucht wird, nicht möglich, nicht ratsam oder nicht angezeigt ist – insbesondere bei Läsionen, die Anlass zur Sorge geben. Speichelbasierte Zusatztests werden ausschließlich für Forschungszwecke empfohlen.
Eine sorgfältige Inspektion und Palpation von Mund, Kopf und Hals ist demnach ein routinemäßiger und wichtiger Bestandteil jedes Zahnarztbesuchs. Eine suspekte orale Schleimhautveränderung, die nach zwei bis drei Wochen nicht abgeheilt ist, sollte Anlass zur weiteren Abklärung geben.
Die Leitlinie ist eine Aktualisierung einer klinischen Leitlinie aus 2017 zur Beurteilung potenziell maligner Erkrankungen. Gleichzeitig ist sie die erste Leitlinie, die vollständig im Rahmen des 2025 eingeführten „ADA Living Guideline Program“ entwickelt wurde. Solche kontinuierlich aktualisierten, evidenzbasierten Leitlinien halten die methodischen Standards klassischer Leitlinien ein, werden jedoch angepasst, sobald neue Evidenz vorliegt.


169

