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Zahnärztliche Fortbildung

Zahnärztetag Thüringen: „Von der Wurzel bis zur Krone“

Dr. Ralf Kulick, Präsident der Landeszahnärztekammer Thüringen, begrüßte die Teilnehmenden im Congress Centrum Weimarhalle. nl/zm
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Zahnmedizin
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In Weimar treffen sich bis Samstag mehr als 900 Teilnehmende zum Thüringer Zahnärztetag. Neben dem zahnärztlichen Programm gibt es ein breites Angebot für Studierende, Azubis, Zahntechniker und ZFAs.

Die Kulturstadt Weimar steht an diesem Wochenende ganz im Zeichen der Zahnmedizin: Mehr als 900 Zahnärztinnen und Zahnärzte, Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA), Zahntechniker, Studierende und Auszubildende treffen sich im Congress Centrum Weimarhalle zum Thüringer Zahnärztetag 2026.

Am 25. und 26. September dreht sich hier alles um die ästhetische Zahnmedizin. „Das Thema ‚Ästhetik‘ hat mich schon immer begeistert, denn welcher Patient möchte keine schönen Zähne?“, sagte Prof. Roland Frankenberger, Wissenschaftlicher Leiter des Thüringer Zahnärztetages 2026 sowie Direktor der Klinik für Zahnerhaltung am Universitätsklinikum Gießen und Marburg. Der zweitägige Fortbildungskongress biete einen inspirierenden Treffpunkt für jeden, der sich für minimalinvasive, präventionsgeleitete, ästhetische Zahnmedizin begeistert, erklärte er.

32 Vorträge und sechs Seminare widmen sich Themen von Füllungsmaterialien und Keramik über Kinderprophylaxe, zahngesunde Ernährung, Patientenkommunikation und Röntgen bis hin zu digitalen Arbeitsabläufen in der Zahntechnik. Eine Besonderheit des Kongresses: Neben renommierten Wissenschaftlern aus vielen Universitäten kommt die Hälfte der Referenten aus der zahnärztlichen Praxis.

Fortbildung ist die Grundlage guter Versorgung

„Genau diese Verbindung von wissenschaftlicher Forschung, praktischer Erfahrung und ständiger Weiterbildung ist eine Voraussetzung dafür, dass der medizinische Fortschritt in der Patientenversorgung ankommt“, sagte Dr. Ralf Kulick, Präsident der Landeszahnärztekammer Thüringen. „Wir Zahnärztinnen und Zahnärzte wollen die zahnmedizinische Versorgung langfristig sichern. Deshalb investieren wir in Wissen und Qualifikation. Das gilt für erfahrene Kolleginnen und Kollegen, für unser Praxispersonal ebenso wie für den zahnmedizinischen Nachwuchs. Uns ist wichtig, dass junge Menschen hier studieren und lernen, berufliche Erfahrungen sammeln und gute Perspektiven für ihre weitere Tätigkeit in Thüringen finden“, so Kulick.

Der Thüringer Zahnärztetag richtet sich an alle Berufsgruppen in Zahnarztpraxis und Labor. Neben Seminaren und Vorträgen für Zahnärzte gibt es eigene Angebote für das Assistenzpersonal, Zahntechniker, Auszubildende und Studierende der Zahnmedizin.  

Versorgungsstrukturen nicht durch zusätzliche Regulierung schwächen

Zum Auftakt des Zahnärztetags nutzten Kulick sowie Dr. Romy Ermler, Präsidentin der Bundeszahnärztekammer, ihre Eröffnungsreden auch für einen gesundheitspolitischen Blick auf die aktuellen Herausforderungen der Zahnmedizin.

Kulick kritisierte, dass strukturelle Probleme zunehmend auf diejenigen verlagert würden, die die Versorgung sicherstellten. Die Zahnärzteschaft sei kein Kostenproblem, sondern habe durch Prävention und Vorsorge wesentlich zu besserer Mundgesundheit und einer vergleichsweise günstigen Kostenentwicklung beigetragen. Für Thüringen forderte er weniger Bürokratie, mehr Vertrauen in die Selbstverwaltung und den Verzicht auf unnötige externe Validierungsverfahren.

Ermler stellte die freiberufliche, inhabergeführte Praxis als Grundlage der wohnortnahen Versorgung heraus. Zu den zentralen Herausforderungen zählte sie den demografischen Wandel, den Fachkräftemangel, die Digitalisierung und die Versorgung ländlicher Regionen. Bewährte Strukturen dürften aus ihrer Sicht nicht durch zusätzliche Regulierung oder eine Schwächung des dualen Krankenversicherungssystems gefährdet werden.

Anschließend sprach die Thüringer Staatssekretärin für Gesundheit, Tina Rudolph. Sie betonte die enge Zusammenarbeit des Landes mit Zahnärztekammer und KZV und hob Prävention als Grundlage guter Mundgesundheit hervor. Zur Sicherung der Versorgung verwies sie unter anderem auf Niederlassungsförderung, zusätzliche Studienplätze und schnellere Anerkennungsverfahren.

Dentalausstellung macht neueste Technologien erlebbar

Parallel zu Vorträgen und Seminaren präsentieren bis Samstag mehr als 60 Unternehmen neue Materialien, Geräte, digitale Anwendungen sowie aktuelle Trends für die Zahnarztpraxis. „Wissenschaftliche Erkenntnisse müssen ihren Weg in die tägliche Praxis finden. Genau dafür ist die Dentalausstellung eine wichtige Ergänzung zum wissenschaftlichen Programm“, befand Kulick. Neue Technologien und Dienstleistungen würden hier unmittelbar erlebbar werden. Zugleich ermögliche die Ausstellung den direkten Kontakt mit den Unternehmen. So werde der Thüringer Zahnärztetag 2026 auch zum Schaufenster unserer modernen und patientenorientierten Zahnmedizin in Thüringen, ergänzte Kulick.

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