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Unzulässige Vergabe von Bachelor- und Masterabschlüssen

Warum ließ Luxemburg die DTMD so lange machen?

Nur Schein statt Sein: Die DTMD mit ihrem Sitz im Schloss von Wiltz. dtmd.eu
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Politik
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Auch in Luxemburg ist man besorgt über ungültige Abschlüsse, die die University for Digital Technologies in Medicine and Dentistry (DTMD) in Wiltz für teure Weiterbildungskurse vergeben hat. In einem Parlamentsausschuss befassten sich die Abgeordneten erneut mit der Causa.

Luxemburgs Forschungs- und Hochschulministerin Stéphanie Obertin stellte in der Sitzung am 15. September vor den Mitgliedern der Hochschulkommission (Commission de l’Enseignement supérieur) nochmals klar, dass die 2017 in Wiltz gegründete DTMD nach luxemburgischem Recht nicht zur Vergabe von Bachelor- und Masterabschlüssen berechtigt war und ist, da sie nicht als Hochschule akkreditiert ist.

Neun Jahre agierte die DTMD nahezu unbehelligt

Ein entsprechendes Gesetz zum Schutz akademischer Titel trat in Luxemburg am 15. September 2023 in Kraft. Obertin berichtete den Abgeordneten, dass ihr Ministerium nach dem Erhalt konkreter Beweise im Frühjahr schließlich am 23. April 2026 Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet hatte, nachdem sich eine Studentin gemeldet hatte. Die Ministerin bestätigte auch mehrere Gespräche mit der DTMD zur Anerkennung der Masterabschlüsse.

Einige Abgeordnete zeigten sich irritiert über die Verzögerungen, da der Sachverhalt wohl schon 2023 bekannt war. Kritisiert wurde insbesondere die Zeitspanne von fast drei Jahren zwischen dem Inkrafttreten des Titelschutzgesetzes im September 2023 und der Weiterleitung des Falls an die Staatsanwaltschaft im April 2026. Von der Aufnahme der Tätigkeit der DTMD im Jahr 2017 bis heute verstrichen sogar neun Jahre.

In der Sitzung wollten die Abgeordneten wissen: Gibt es weitere ungültige Diplome, die von Institutionen in Luxemburg ausgestellt wurden? Wie können Studierende besser informiert werden?

Abgeordnete zweifeln an den Kontrollmechanismen

In den Medienberichten äußerten sie zudem erhebliche Zweifel an den Kontrollmechanismen und warfen die Frage auf, ob das Ministerium überhaupt in der Lage sei, die Einhaltung gesetzlicher Zusagen privater Institute in der Praxis effektiv zu überprüfen, statt sich auf bloße Versprechungen zu verlassen.

Obertin plädierte dafür, die Kommunikation über gültige Abschlüsse in den Mittelpunkt zu stellen. Eine entsprechende Liste habe ihr Ministerium in einem Dokument veröffentlicht.

Nach unseren Recherchen hatten sich Hunderte – zumeist deutscher – Zahnärztinnen und Zahnärzte bei der DTMD für ein Masterprogramm eingeschrieben.

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