Investigativ-Team liefert neue Details zu Millionenverlusten
Der Berichterstattung verschiedener Medien zufolge haben die Bahn BKK und die Viactiv-Krankenkasse jeweils 40 Millionen Euro mit dem Veriusfonds verloren, die Siemens BKK 20 Millionen Euro. Mit Verweis auf laufende Ermittlungen wurden die Beträge von keiner der Kassen bestätigt. Bedeckt hält sich laut tagesschau.de auch die Kassenärztliche Vereinigung Berlin. Sie hat laut Bericht allein in den Veriusfonds 15 Millionen Euro investiert. Damit hat sie womöglich gegen eine interne Anlagerichtlinie verstoßen, legt die Recherche nahe.
„Ich weiß nicht, ob es jemals einen größeren Finanzskandal im deutschen Gesundheitswesen gegeben hat. Ich glaube nicht.“
Rechtsanwalt André Große Vorholt gegenüber tagesschau.de
Die Journalisten von NDR, WDR und SZ berufen sich auf einen internen Bericht der KV, der ihnen vorliegt. So kamen bereits im Jahr 2024 bestellte, externe Wirtschaftsprüfer zu dem Schluss, dass bei fünf von sechs geprüften Geldanlagen „Zweifel hinsichtlich der Übereinstimmung dieser Finanzprodukte mit der Anlagerichtlinie“ bestünden, heißt es. „Von den geprüften Investments in Höhe von 42 Millionen Euro steht also die Frage im Raum, ob davon 36 Millionen Euro nicht hätten getätigt werden dürfen - darunter fällt auch das Investment in den Veriusfonds“, schreibt das Portal. Auf Anfrage von tagesschau.de wollte sich der Vorstand der KV Berlin nicht konkret zu den Fragen äußern.
Ganz anders läuft die Aufarbeitung etwaiger Fehlinvestments bei der KV Westfalen-Lippe (KVWL): „Die dortige Ärzteorganisation hat eine Rechtsanwaltskanzlei damit beauftragt, jedes einzelne Investment der vergangenen Jahre zu überprüfen“, heißt es. „Das Ergebnis: Die KVWL hat insgesamt 200 Millionen Euro Abschreibungen vorgenommen.“ Für den Rechtsanwalt André Große Vorholt, der den Vorgang für die KVWL aufarbeitet, sei klar, dass die KV weder in den Veriusfonds hätte investieren dürfen, noch in die meisten Schuldscheindarlehen.
Einige der Investments seien schlicht zu kompliziert konstruiert gewesen, um Verluste nahezu auszuschließen – wie es für Kassen und KVen gesetzlich vorgeschrieben ist. „Ich weiß nicht, ob es jemals einen größeren Finanzskandal im deutschen Gesundheitswesen gegeben hat. Ich glaube nicht“, sagte Große Vorholt gegenüber tagesschau.de.


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