Umfrage unter Heilberuflern

Geflüchtete aus der Ukraine sind gut ins Gesundheitssystem integriert

Die Einbindung geflüchteter Menschen aus der Ukraine in das hiesige Gesundheitssystem ist aus Sicht der niedergelassenen Heilberufler gelungen. Das zeigt der neue Medizinklimaindex der Stiftung Gesundheit.

Die Hälfte der Hausärzte, Fachärzte und Zahnärzte hält die Einbindung ukrainischer Geflüchteter für gut beziehungsweise für sehr gut, ein gutes Drittel für durchschnittlich. Adobe Stock_Halfpoint

Die Stiftung hatte für ihren Medizinklimaindex in diesem Quartal die aktuelle Frage gestellt, wie gut die Einbindung der Geflüchteten in das hiesige Gesundheitssystem aus Sicht der niedergelassenen Leistungserbringer gelungen ist. 781 von 1.239 Teilnehmenden hatten die Frage beantwortet.

Es zeigt sich ein weitgehend positives Bild: Gut ein Drittel der Leistungserbringer bewertet die Einbindung als gut oder sehr gut, weitere 43,9 Prozent zumindest als durchschnittlich. Nur jeder Fünfte hält die Umsetzung für schlecht oder sehr schlecht.

Zusätzliche Versorgung ist eine Herausforderung

Die zusätzliche Versorgung von etwa einer Million Geflüchteter aus der Ukraine sei eine Herausforderung - sowohl für das System der öffentlichen Gesundheit (zum Beispiel hinsichtlich Impfstatus und Tb-Screening) wie auch für Leistungserbringer in der ambulanten Versorgung. Ärztliche und nichtärztliche Heilberufler sehen sich demnach vor der Aufgabe, diese Menschen im bestehenden Rahmen optimal medizinisch zu versorgen.

Mehr als 300 von ihnen hatten sich zusätzlich im Freitextfeld differenziert dazu geäußert. Das Votum fällt hier sogar noch besser aus: 41,5 Prozent von ihnen bewerteten die Einbindung als gut oder sehr gut, weitere 38,6 Prozent zumindest als durchschnittlich. Nur weniger als ein Fünftel hält die Umsetzung für schlecht oder sehr schlecht.

Bei den Hausärzten, Fachärzten und Zahnärzten halten jeweils rund 50 Prozent die Einbindung ukrainischer Geflüchteter für gut beziehungsweise für sehr gut, ein gutes Drittel für durchschnittlich. Der Anteil derer, die die Einbindung als schlecht oder sehr schlecht bewerten, liegt in diesen Gruppen bei höchstens 15 Prozent. Deutlich kritischer äußerten sich dagegen die Psychologischen Psychotherapeuten: Hier bewerten nur 17,8 Prozent die Einbindung als gelungen und knapp die Hälfte als durchschnittlich. 36,6 Prozent sind nicht zufrieden.

Ärzte und Zahnärzte können Leistungen inzwischen normal abrechnen

Die nichtärztlichen Heilberufler und Apotheker bewerteten die Einbindung der ukrainischen Geflüchteten deutlich nüchterner: Hier ist nur knapp ein Viertel der Ansicht, dass die Einbindung gut oder sehr gut funktioniert habe. Rund die Hälfte der Teilnehmenden aus dieser Gruppe antwortete mit „teils, teils“. Mehr als ein Viertel hält die Umsetzung für schlecht oder sehr schlecht.

Aus den Rückmeldungen in den Freitexten lässt sich nach Angaben der Stiftung Gesundheit vermuten, dass ein wesentlicher Faktor für die unterschiedliche Wahrnehmung in den verschiedenen Gruppen die administrative Abwicklung und die Möglichkeit eines schnellen Zugangs von Geflüchteten zum System der ambulanten Versorgung sei.

Ärzte und Zahnärzte können ihre Leistungen mittlerweile auf dem Standardweg abrechnen, denn seit dem 1. Juni haben in Deutschland registrierte ukrainische Geflüchtete Zugang zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Dagegen habe sich die Abrechnung bei den Heilmittel-Erbringern oftmals schwieriger gestaltet, insbesondere wegen des beschränkten Leistungskatalogs, der bis zum 1. Juni galt.

Die wirtschaftliche Stimmung bei Zahnärzten ist gesunken

Der Medizinklimaindex der Ärztinnen und Ärzte insgesamt ist laut der neuen Befragung im Vergleich zum 1. Quartal 2022 um 6,1 Punkte gesunken. Der Indexwert für die wirtschaftliche Lage ist in diesem Zeitraum um 5,7 Punkte gesunken, die Erwartung für die kommenden sechs Monate liegt 6,4 Punkte niedriger als im vergangenen Quartal. Auch nach Fachgruppen aufgeteilt gehen die Werte nach unten – das zeigt sich etwa bei den Zahnärzten. Hier lag der Index im ersten Quartal noch bei minus sieben Prozent.

Im zweiten Quartal sank er auf minus 14,9 Prozent. Ihre aktuelle wirtschaftliche Lage betrachten 30,6 Prozent der Zahnärzte als gut, 53,2 Prozent als befriedigend und 16,1, Prozent als schlecht. Auf die Frage, welche Erwartung sie in den nächsten sechs Monaten an ihre wirtschaftliche Situation haben, antworteten 3,2 Prozent mit „günstiger“, 53,2 Prozent mit gleichbleibend und 43,5 Prozent mit „ungünstiger“.


Die Ergebnisse der repräsentativen deutschlandweiten Befragung der Stiftung Gesundheit  stammen aus der aktuellen Befragung zum Medizinklimaindex (MKI) im 2. Quartal 2022. Die aktuelle Frage beantworteten 781 Leistungserbringer.

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