Studie der Bertelsmann Stiftung

Zwei von drei Patienten wollen Zugriff auf ärztliche Gesprächsnotizen

Am 1. Januar 2021 startet die elektronische Patientenakte (ePA) – ohne den Zugriff der Patienten auf ärztliche Gesprächsnotizen. Die Bertelsmann Stiftung hat dazu eine repräsentative Umfrage durchgeführt.

Bei der ePA haben Patienten nicht die Möglichkeit, die ärztlichen Notizen zu lesen. Dies wünschen sich aber einer Bertelsmann-Umfrage zufolge zwei von drei Deutschen. Adobe Stock_momius

Die Bertelsmann Stiftung hat im Rahmen ihrer Studie „Akteneinsicht – Chancen und Umsetzung von OpenNotes in Deutschland“ eine repräsentative Umfrage durchgeführt und herausgefunden: Zwei von drei Befragten würden gern digital die Notizen lesen, die ihr Arzt im persönlichen Gespräch nach dem Termin in der Praxis angefertigt hat.

Da gemäß Patientendaten-Schutz-Gesetz (PDSG) Ärzte ihre Notizen nicht in die ePA überführen müssen, wurden dafür keine technischen Voraussetzungen geschaffen. Demnach ist es Ärzten, die ihre Einträge ihren Patienten freiwillig zur Verfügung stellen möchten, nur mit Aufwand möglich, diese in die ePA zu überführen. Die Bertelsmann-Studie kritisiert, dass „hier Chancen vertan werden – ganz unabhängig davon, dass die Einsichtnahme in die Notizen heute schon ein verbrieftes Patientenrecht ist".

Drei Viertel der US-Ärzte bewerten OpenNotes als positiv

In einigen Ländern, darunter die USA, Schweden und Norwegen, wird das Freischalten der Gesprächsnotizen bereits erfolgreich unter der Bezeichnung „OpenNotes“ praktiziert. Einer US-Studie aus 2020 zufolge bewerteten 74 Prozent der befragten Ärzte die Anwendung von OpenNotes als „positiv“, 74 Prozent sahen es als nützlich an, um Patienten in die Behandlung einzubeziehen, 61 Prozent würden den Einsatz Kollegen weiterempfehlen.

Haben Patienten Einsicht in die Arztnotizen, schreiben Ärzte ihre Einträge in der Regel laienverständlicher als wenn sie davon ausgehen, dass niemand außer ihnen sie lesen wird. Das hat für die Patienten den Vorteil, dass sie ihre Arztbesuche genauer nachvollziehen können, was dazu beitragen könnte, die eigene Erkrankung besser verstehen zu können. Zudem halten sie sich stärker an die medikamentöse Therapie und bringen sich aktiver in die Behandlung ein. So werde laut Bertelmann Stiftung auch der Wandel hin zu einer vertrauensvolleren und offeneren Arzt-Patienten-Beziehung unterstützt.

Patienten halten sich zuverlässiger an ihre Therapie

Patienten, die Einsicht in ihre Einträge erhalten, entwickeln der US-Studie zufolge häufig eine bessere Arzt-Patienten-Beziehung und halten sich zuverlässiger an ihre medikamentöse Therapie. Ein erstes deutsches Pilotprojekt an der Universitätsambulanz Witten-Herdecke konnte die aus dem Ausland bekannten Erkenntnisse bestätigen.

„Die befragten Patienten aus dem deutschen Pilotprojekt, aber auch Patienten aus weiteren internationalen OpenNotes-Studien bestätigen einhellig, dass die Akteneinsicht zu einer Verbesserung der Arzt-Patienten-Beziehung führt und das Vertrauen in ihren Arzt steigt. Manche Patienten würden zukünftig sogar einen Arzt danach auswählen, ob er seine Notizen elektronisch zur Einsicht bereitstellt“, berichten Uwe Schwenk und Dr. Brigitte Mohn von der Bertelsmann Stiftung in ihrem Vorwort.

Laut der Studie kennen 87 Prozent der Deutschen ihr Recht auf Akteneinsicht, 41 Prozent haben es schon einmal wahrgenommen.

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