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"Die Geschäfte der KBV sind in Ordnung gebracht"

Die KBV sieht sich nach Abschluss ihrer Vertreterversammlung für die Zukunft gut gerüstet: Ihr Vorsitzender Dr. Andreas Gassen will weitermachen, Vorstand Dr. Regina Feldmann tritt ab und eine neue Satzung räumt der VV mehr Kontrollrechte ein.

Dr. Andreas Gassen und Dipl. Med. Regina Feldmann KBV-Kahl

KBV-Chef Gassen gab sich auf der letzten Vertreterversammlung der laufenden Legislaturperiode am 9. Dezember in Berlin zuversichtlich: "Die Geschäfte der KBV sind in Ordnung gebracht", bilanzierte er in seiner Rede vor den Delegierten. Die KBV habe vom letzten Vorstandsvorsitzenden Köhler eine "schwere Hypothek" übernommen, dazu zählten unter anderem ein Immobilienskandal sowie Betrugs- und Untreuevorwürfe.

"Wir haben die Materie gründlichst aufgearbeitet",

Bei den Immobiliengeschäften sei eine wirtschaftliche Lösung in Sicht. "Wir haben die Materie gründlichst aufgearbeitet", zeigte sich Gassen überzeugt. Auch Probleme rund um den Dienstvertrag des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden seien aufgearbeitet. Die letzten offenen Fragen müssten nun die Gerichte klären.

In einer nicht-öffentlichen Sitzung am Vortag hatten die KBV-Delegierten Gassen ein Übergangsmandat bis zum 3. März - dem Datum der konstituierenden VV für die nächste Legislatur - gegeben. Die Amtszeiten von Gassen und seiner StellvertreterinFeldmann enden am 31. Dezember. Feldmann kündigte ihren endgültigen Abschied an, Gassen verkündete, für eine erneute Kandidatur als Vorstandsvorsitzender zur Verfügung zu stehen.

"Wir müssen unsere alte Glaubwürdigkeit wiederherstellen"

Kritisch äußerte sich Gassen zum geplanten GKV-Selbstverwaltungsstärkungsgesetz (GKV-SVSG). Die Pläne seien zu kleinteilig und würden der Selbstverwaltung die Luft zum Atmen nehmen. "Eine zu stark beschnittene Selbstverwaltung kann ihre Aufgaben nur schlecht oder kaum erfüllen", sagte Gassen. Derzeit führe man mit der Politik Gespräche, um die geplanten Regeln weiter abzumildern. Gassen: "Wir müssen unsere alte Glaubwürdigkeit wiederherstellen und der Politik wie auch den Patienten zeigen, wie fundiert wir in der ärztlichen Selbstverwaltung unsere Arbeit erledigen."

Mit einer klaren Zweidrittelmehrheit verabschiedete die VV eine neue Satzung, die ihr insgesamt mehr Kontrollrechte mit erweiterten Einsichtsrechten in die Geschäftsunterlagen der KBV einräumt.  Unter anderem ist auch die Möglichkeit eines dreiköpfigen Vorstandes vorgesehen, der weder dem haus- noch dem fachärztlichen Bereich angehören soll. Ferner ist geplant, dass die VV eine eigene Geschäftsstelle mit hauptamtlicher Leitung erhält. Es wird außerdem ein unabhängiges Justiziariat eingerichtet, das allen Organe, Gremien und der Geschäftsstelle zur Beratung zur Verfügung steht.

Mit der neuen Satzung wolle man gegenüber dem Gesetzgeber ein deutliches Zeichen setzen, hieß es seitens der Delegierten. Wesentliche Punkte aus dem GKV-SVSG seien bereits vorweggenommen. Ein Punkt, den Gassen auch in der Pressekonferenz unterstrich. "Möglicherweise ist die Satzung so überzeugend, dass der Gesetzgeber sagt, wir können auf das Gesetz verzichten," zeigte er sich selbstsicher. "Wir haben nun einen Vorschlag, der aus einem Guss all das zusammenfasst, was für eine moderne Körperschaft nötig ist."

Insgesamt blickte Gassen nach Abschluss der laufenden Legislaturperiode nach vorne. Trotz heftiger Auseinandersetzungen und Rückschläge habe man viel geschafft, sein Anliegen sei gewesen, den Prozess fair, konstruktiv und offen zu gestalten, bilanzierte er. Entscheidend sei für ihn, jenseits der Skandale der KBV eine vernehmbare Stimme in der Gesundheitspolitik zu geben. Gassen verwies auf das KBV-Konzept 2020 mit zukunftsweisenden Strategien für die neue Amtsperiode. Dazu gehörten die Themen Digitalisierung, Bereitschaftsdienst und Notfallversorgung.






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