Studie

Implantate bei antiresorptiver Therapie?

Bisphosphonat-assoziierte Kieferosteonekrosen (BP-ONJ) werden durch entzündliche Prozesse ausgelöst und durch chirurgische Eingriffe getriggert werden. Leider gibt es nur wenige Daten zur Vorgehensweise bei der Implantattherapie bei Patienten mit Bisphosphonatbehandlung. Daher wurde diese systematische Literaturrecherche durchgeführt.

Die Wissenschaftler wollten nun wissen, für welche Patientengruppe mit antiresorptiver Therapie Zahnimplantate einen Vorteil haben können in Bezug auf die orale Rehabilitation und die Lebensqualität -  ohne das Risiko einer Bisphosphonat-assoziierte Kieferknochennekrose einzugehen.

Methoden und Ergebnisse

Im Rahmen einer PubMed-Suche wurden zunächst alle 403 Publikationen zu diesem Thema identifiziert. Fallberichte und Studien mit weniger als fünf Fällen wurden ausgeschlossen. Im Ergebnis kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass es im Rahmen der 50 final ausgewählten Publikationen nur sehr wenige Daten gibt, und es sich dabei mehrheitlich um retrospektive Fallreihen handelt.

Bisphosphonat-assoziierte Kieferknochennekrosen können durch Zahnimplantate und Zahnprothesen bei Patienten mit gutartigen und malignen Primärerkrankungen ausgelöst werden. Typische Triggerfaktoren sind Parodontalerkrankungen, Gebissdruckstellen und chirurgische Eingriffe wie Zahnextraktionen. In den meisten Studien mit Osteoporose-Patienten wurden keine solchen Fälle im entsprechenden Beobachtungszeitraum dokumentiert. Die Autoren konnten auch keine Studien über Implantattherapien bei Patienten mit malignen Erkrankungen finden.

Viele Fallreihen, die die Triggerfaktoren für Bisphosphonat-assoziierte Kieferknochennekrosen analysieren, beschreiben Zahnersatz demnach allerdings als eine der Hauptursachen. Die perioperative antimikrobielle Prophylaxe hat dem Review zufolge einen Vorteil bei der Prävention.

Fazit

Die Autoren schlussfolgern, dass eine erfolgreiche Implantattherapie bei Patienten mit antiresorptiver Therapie möglich ist. Sie weisen aber darauf hin, dass der Patient über die Möglichkeit der Entwicklung von Osteonekrosen aufgeklärt werden muss. Eine individuelle Risikobewertung  sei wesentlich, wobei die primäre Erkrankung mit dem Medikament und weiteren wundheilungskompromittierenden Krankheiten und Medikamenten berücksichtigt werden muss. Zudem sollten nach Möglichkeit Knochenaugmentationen vermieden und eine perioperative antimikrobiologische Prophylaxe bei diesen Patienten dringend empfohlen werden.

Christian Walter, Bilal Al-Nawas,Tim Wolff, Eik Schiegnitz, Knut A. Grötz, Dental implants in patients treated with antiresorptive medication – a systematic literature review, in: International Journal of Implant Dentistry, 2016,DOI: 10.1186/s40729-016-0041-7

Empfehlungen zur Behandlung finden Sie in der S3-Leitlinie Zahnimplantate bei medikamentöser Behandlung mit Knochenantiresorptiva (inkl. Bisphosphonate).




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