Medizin

Mundbodenkarzinom: elektive Neck Dissection nützt

Bei Patienten mit Mundbodenkarzinom wird häufig auch dann eine Ausräumung der Halslymphknoten vorgenommen, wenn klinisch keine Hinweise auf Lymphknotenmetastasen bestehen. Der Nutzen dieser elektiven Neck Dissection wird durch eine randomisierte Studie aus Indien bestätigt.

Wie einer der Autoren, Anil d’Cruz, auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology in Chicago berichtete, werden am Tata Memorial Hospital in Mumbai seit über zehn Jahren Patienten mit Mundbodenkarzinom (Lokalisation zu 85 Prozent Zunge) im Stadium T1 oder T2 ohne klinischen Befall der Halslymphknoten auf eine elektive Neck Dissection bei der Primäroperation oder auf eine abwartende Haltung randomisiert.

Die mediane Nachbeobachtungszeit der ersten 500 Patienten beträgt mittlerweile 39 Monate, zitiert das Deutsche Ärzteblatt aus der Studie und berichtet, dass laut d’Cruz anhand der Ergebnisse bereits jetzt die Vorteile der elektiven Neck Dissection erkennbar sind.

In dem Arm mit der vorbeugenden Halslymphknotenausräumung kam es zu 81 Rezidiven und 50 Todesfällen gegenüber 146 Rezidiven und 79 Todesfällen nach einer therapeutischen Dissektion nach Auftreten von Rezidiven. D’Cruz errechnete eine Drei-Jahres-Überlebensrate von 80,0 Prozent nach der elektiven Neck Dissection gegen­über 67,5 Prozent nach therapeutischer Dissektion.

Ein Patient von acht rettet der Eingriff das Leben

Die Rate Ratio von 0,64 war mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,45 bis 0,92 signifikant. Sie bedeutet, dass auf acht Patienten mit elektiver Neck Dissection einer kommt, dem durch den vorbeugenden Eingriff das Leben gerettet wurde (Number needed to treat, NNT). Auch im Endpunkt krankheitsfreies Überleben nach drei Jahren war die elektive Neck Dissection mit 69,5 Prozent gegenüber 45,9 Prozent im Vorteil. Die NNT beträgt hier 4.

Die Neck Dissection, die vor nunmehr 100 Jahren von dem US-Chirurgen George Crile entwickelt wurde, ist seit langem ein Routineeingriff mit einem geringen Sicherheitsrisiko. Laut d’Cruz kam es bei 16 von 243 Patienten zu Komplikationen. In den meisten Fällen waren es Blutungen, Hämatome oder Folgen der Strahlentherapie.

Die Studie wurde im New England Journal of Medicine (2015; doi: 0.1056/NEJMoa1506007) publiziert.

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