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"Pflege-Bahr" boomt

Staatlich geförderte Zusatzversicherungen für den Pflegefall erleben einen großen Zulauf, informiert der Verband der Privaten Krankenversicherung. Bis Ende Januar schlossen mehr als 400.000 Bürger den sogenannten "Pflege-Bahr" ab.

Nach einer vorhergehenden Abfrage des PKV-Verbands bei den Unternehmen hatte es am 31. Oktober 332.600 Policen gegeben. Die Förderung beträgt fünf Euro pro Monat, wenn der Versicherte mindestens zehn Euro selbst zahlt.

Benannt wurde die Versicherung nach dem ehemaligen Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP), in dessen Amtszeit sie 2013 eingeführt worden war. Nach schleppendem Start vor gut einem Jahr wurden laut dem Verband Ende 2013 weit über 1.000 solche Versicherungen pro Arbeitstag abgeschlossen.

PKV-Verband rechnet mit 1 Million Verträgen bis Ende 2014

Der Vorsitzende des PKV-Verbands, Uwe Laue, sagte: "Angesichts der stark gestiegenen Nachfrage rechnen wir damit, dass die geförderte Pflegezusatzversicherung in diesem Jahr die stolze Marke von einer Million Verträgen erreichen kann."

Etwa zeitgleich meldete sich CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn zu Wort und forderte, in der Pflegeversicherung die Beiträge von Kinderlosen noch weiter anzuheben. Mit den zusätzlichen Einnahmen solle die geplante Rücklage aufgestockt werden, sagte Spahn der "Berliner Zeitung".

Spahn will Pflegeversicherungsbeiträge für Kinderlose erhöhen

"Ich kann mir vorstellen, dass wir den Beitragssatz für Kinderlose künftig weiter erhöhen und diese zusätzlichen Einnahmen dann in den Fonds stecken." Dies sei "fair und gerecht".  Wer keine Kinder hat und älter ist als 23 Jahre ist, zahlt schon heute etwas mehr als Eltern: nämlich einen Zuschlag von 0,25 Prozent und damit einen Beitragssatz von derzeit insgesamt 2,3 statt 2,05 Prozent.

Union und SPD haben in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, in der gesetzlichen Pflegeversicherung ab 2015 einen Vorsorgefonds anzulegen. Die Rücklage soll der Tatsache Rechnung tragen, dass die Zahl der Pflegebedürftigen stetig steigt.