WHO-Statistikreport

Zahl der Krebsdiagnosen steigt weltweit

Der WHO zufolge stieg die Krebslast weltweit auf 18,1 Millionen neue Fälle und 9,6 Millionen Todesfälle. Deren Datenbank liefert Schätzungen zu Inzidenz und Mortalität in 185 Ländern, und das für 36 Krebsarten.

Neue Krebsfälle nach Art, Weltregion und Geschlecht in Prozent IARC/WHO

Der Report wurde von einer Tochter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstellt, der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC). In ihrem Bericht schreibt die IARC, dass einer von fünf Männern und eine von sechs Frauen weltweit im Laufe ihres Lebens Krebs entwickeln würden. Einer von acht Männern und eine von elf Frauen würden an dieser Krankheit sterben. Die Gesamtzahl der Menschen, bei denen innerhalb von fünf Jahren Krebs diagnostiziert werden könnte - das ist die sogenannte Fünf-Jahres-Prävalenz - wird auf 43,8 Millionen geschätzt.

Veränderte Prävalenz durch soziale und wirtschaftliche Entwicklung

Die zunehmende Krebslast sei laut IARC auf mehrere Faktoren zurückzuführen, darunter das Bevölkerungswachstum und die zunehmende Lebenserwartung sowie die sich verändernde Prävalenz bestimmter Krebsursachen in Verbindung mit der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung. Dies gelte  insbesondere für die schnell wachsenden Volkswirtschaften, in denen eine Verschiebung von Krebserkrankungen im Zusammenhang mit Armut und Infektionen zu Krebserkrankungen beobachtet wird, die mit den für Industrieländer typischen Lebensstilen einhergehen.

Wie es in dem Bericht weiter heißt, könnten wirksame Präventionsbemühungen den beobachteten Rückgang der Inzidenzraten für einige Krebsarten erklären, wie Lungenkrebs (z. B. bei Männern in Nordeuropa und Nordamerika) und Gebärmutterhalskrebs (z. B. in den meisten Regionen außer Subsahara-Afrika). Die neuen Daten zeigten jedoch, dass die meisten Länder immer noch mit einem Anstieg der absoluten Zahl der diagnostizierten Fälle konfrontiert sind, die eine Behandlung und Pflege benötigten.

Europa besonders betroffen

In Europa kommen 23,4% der weltweiten Krebsfälle und 20,3% der Krebstoten vor, obwohl dort nur 9,0% der Weltbevölkerung wohnen. Nord- und Südamerika zählen 13,3% der Weltbevölkerung und verzeichnen 21,0% der Inzidenz und 14,4% der Sterblichkeit weltweit. Im Gegensatz zu anderen Weltregionen sind die Anteile von Krebstoten in Asien und in Afrika (57,3% bzw. 7,3%) höher als der von bei Unfällen tödlich Verletzten (48,4% bzw. 5,8%). Grund: In diesen Regionen haben bestimmte Krebsarten einen höheren Anteil, die mit schlechterer Prognose und höheren Sterblichkeitsraten einhergehen, zusätzlich zu einem begrenzten Zugang zu rechtzeitiger Diagnose und Behandlung in vielen Ländern dieser Kontinente.

Zahlen für Deutschland vom RKI 2016

Seit 1970 hat sich die Zahl von Krebsneuerkrankungen in der BRD verglichen mit dem heutigen Deutschland nahezu verdoppelt, stellte das Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut in seinem "Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland 2016" fest. Demzufolge seien etwa 482.500 Menschen im Jahr 2013 an Krebs erkrankt, wobei die häufigen, aber nur sehr selten lebensbedrohlich verlaufenden nicht-melanotischen Hautkrebsformen nicht mit eingerechnet sind.

Zumindest bei Männern wirke sich der kontinuierliche Rückgang der Raucheranteile positiv aus – vor allem beim Lungenkrebs, der in 9 von 10 Fällen auf das Rauchen zurückzuführen ist. Dass auch Frauen und vor allem Jugendliche in den letzten 10 bis 15 Jahren weniger rauchen, schlägt sich aufgrund der langen Zeit, die zwischen dem Beginn des Rauchens und dem Auftreten des Tumors meist vergeht, noch nicht in der Krebsstatistik nieder. Bei Frauen steigen die Lungenkrebsraten nach wie vor an. Neben dem Lungenkrebs (bei Männern) sind vor allem die Krebserkrankungen des Magens und des Darms rückläufig. Langfristig ist auch ein starker Rückgang beim Gebärmutterhalskrebs zu beobachten. Weiterhin steigend sind dagegen die Erkrankungsraten beim Bauchspeicheldrüsenkrebs und bei den bösartigen Tumoren der Leber. Da sich hier die Behandlungsergebnisse in den letzten Jahrzehnten nicht entscheidend verbessert haben – immer noch führen die meisten dieser Erkrankungen zum Tode – steigt für diese beiden Krebsarten auch die Sterblichkeit nach wie vor an.

 

Die häufigsten Krebsarten im Jahr 2018

Krebserkrankungen der Lunge, der weiblichen Brust und des Kolorektums sind in Bezug auf die Inzidenz die drei häufigsten Krebserkrankungen. Sie werden in Bezug auf die Mortalität unter die ersten fünf eingestuft (erste, fünfte und zweite). Zusammen sind diese drei Krebsarten für ein Drittel der weltweiten Krebsinzidenz- und Mortalitätsbelastung verantwortlich.

Lungenkrebs ist verantwortlich für die größte Zahl von Todesfällen (1,8 Millionen Todesfälle, 18,4% der Gesamtzahl), wegen der schlechten Prognose für diesen Krebs weltweit, gefolgt von Darmkrebs (881.000 Todesfälle, 9,2%), Magenkrebs (783.000 Todesfälle, 8,2%) und Leberkrebs (782.000 Todesfälle, 8,2%). Weiblicher Brustkrebs gilt als fünfthäufigste Todesursache (627.000 Todesfälle, 6,6%), da die Prognose zumindest in den stärker entwickelten Ländern relativ günstig ist.

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