Studie

Zahnärzte reagieren auf Kritik

Mehr als jeder zweite niedergelassene Mediziner leitet aus Arztbewertungen Maßnahmen zur Verbesserung der Patientenzufriedenheit ab. Auch 57 Prozent der Zahnärzte nehmen Kritik ernst.

55 Prozent der 2.360 befragten Mediziner gaben an, dass sie ihre Arztbewertungen auswerten und daraus Verbesserungsmaßnahmen für ihre Praxis ableiten. jameda GmbH

29 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, dass sie aufgrund von Online-Bewertungen Maßnahmen zur Verbesserung der Arzt-Patienten-Kommunikation umgesetzt hätten. Knapp jeder Vierte optimierte aufgrund von Arztbewertungen seinen Terminvergabeprozess (24 Prozent), mehr als jeder Fünfte änderte Abläufe in der Praxis (21 Prozent). jameda GmbH
Fachärzte reagieren stärker auf Kritik als Allgemeinmediziner: Mehr als zwei von drei Augenärzten gaben an, aufgrund von Arztbewertungen Maßnahmen für eine bessere Patientenversorgung eingeleitet zu haben (68 Prozent). Ähnlich viele Gynäkologen, HNO-Ärzte sowie Neurochirurgen, Orthopäden und Unfallchirurgen stimmten den Aussagen zu. Zudem setzten jeweils 58 Prozent der Urologen und Zahnmediziner sowie 55 Prozent der Dermatologen und 45 Prozent der Internisten Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung um. Am niedrigsten ist der Anteil unter den Psychiatern und Ärzten für Psychotherapie sowie den Kinder- und Jugendmedizinern (38 Prozent bzw. 40 Prozent). jameda GmbH
Sechs von zehn Ärzten werten ihre Online-Bewertungen mindestens einmal im Monat aus: 61 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ihre Bewertungen mindestens einmal im Monat auswerten: Jeder Dritte macht dies monatlich (32 Prozent), jeder Zehnte mehrmals im Monat und 19 Prozent sogar mindestens einmal pro Woche. Hierbei unterscheiden sich Fachärzte deutlich von Allgemeinmedizinern: 65 Prozent der Fachärzte werten ihre Bewertungen mindestens einmal im Monat aus, von den Allgemeinmedizinern sind es immerhin noch 52 Prozent. Die große Mehrheit der Ärzte wertet ihre Bewertungen selbst aus (85 Prozent). In fünf Prozent der Praxen ist dafür ein medizinischer Fachangestellter zuständig, in acht Prozent der Praxismanager. Zudem gab fast jeder Zweite an, er lese die Bewertungen von Kollegen (49 Prozent). jameda GmbH

Online-Arztbewertungen beeinflussen die Patientenversorgung. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Universität Erlangen-Nürnberg, für die 2.360 Mediziner und weitere Leistungserbringer des ambulanten Versorgungssektors befragt wurden. 55 Prozent von ihnen gaben an, dass sie ihre Arztbewertungen auswerten und daraus Verbesserungsmaßnahmen für ihre Praxis ableiten. Dies trifft insbesondere auf die Patientenkommunikation, Terminvergabeprozess und Praxisabläufe zu.

29 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, dass sie aufgrund von Online-Bewertungen Maßnahmen zur Verbesserung der Arzt-Patienten-Kommunikation umgesetzt hätten. Knapp jeder Vierte optimierte aufgrund von Arztbewertungen seinen Terminvergabeprozess (24 Prozent), mehr als jeder Fünfte änderte Abläufe in der Praxis (21 Prozent).

Mehr Mitarbeiter-Schulungen nach Patienten-Feedback

Außerdem gab jeder zehnte Befragte an, aufgrund von Online-Bewertungen Schulungen für das Praxispersonal durchgeführt zu haben. Fast genauso viele haben Mitarbeiterverantwortlichkeiten umverteilt. Sechs Prozent der Ärzte stellten aufgrund des Feedbacks von Patienten weitere Mitarbeiter ein. Bei drei Prozent führten Bewertungen zum genauen Gegenteil: Sie entließen aufgrund des Feedbacks auf Arztbewertungsportalen Mitarbeiter.

Des Weiteren haben acht Prozent der Befragten in neue Technologien bzw. neue Praxisausstattung investiert, ähnlich viele Ärzte haben ihre Sprechzeiten aufgrund von Online-Bewertungen ausgeweitet. Immerhin sieben Prozent der Mediziner gaben an, dass Online-Bewertungen dazu geführt haben, dass sie selbst Fortbildungen besuchten.


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Prof. Emmert, Studienleiter und Inhaber der Juniorprofessur für Versorgungsmanagement an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, interpretiert die Ergebnisse folgendermaßen: „Die Ergebnisse legen nahe, dass Online-Arztbewertungen die Patientenversorgung in deutschen Arztpraxen beeinflussen. Betrachtet man die stetig steigende Anzahl an Bewertungen und die wachsende Relevanz von Online-Bewertungen für die Arztsuche, dürfte der Einfluss in den kommenden Jahren weiter steigen. In den USA beispielsweise liegt der Anteil der Ärzte, die aufgrund von Online-Bewertungen Maßnahmen für eine bessere Patientenversorgung einleiten, bei über 75 Prozent. “

Ziel der Online-Befragung war es herauszufinden, ob Mediziner Arztbewertungsportale nutzen, um die Qualität der Patientenversorgung zu verbessern. Hierfür wurden im September 2015 25.000 Ärzte und andere Heilberufler, die mindestens kostenlos auf dem Online-Portal www.jameda.de registriert sind, angeschrieben, wovon 2.360 Personen an der Online-Befragung teilnahmen. Durchgeführt wurde die Studie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Die Studie wurde im „Journal of Medical Internet Research“ veröffentlicht und ist hier abrufbar.

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