TK mit neuem KI-Symptomcheck

Ada hilft?

Die Techniker Krankenkasse (TK) bietet ihren Mitgliedern seit heute einen auf künstlicher Intelligenz (KI) basierenden Symptomcheck an: Die App "Ada" befragt Patienten zu den angegebenen Beschwerden so lange bis sie genügend Informationen für eine qualifizierte Einschätzung hat.

Die App Ada fragt die Nutzer so lange gezielt nach ihren Beschwerden, bis das System genügend Informationen für eine qualifizierte Einschätzung hat. So weit so gut. Doch welche Rolle spielt der Arzt? zm_TK_flickr

"Mit dem digitalen Symptomcheck und anschließendem Arzt-Chat geben wir bereits heute einen Ausblick darauf, wie Versorgung in der Zukunft aussehen kann", urteilt TK-Chef Dr. Jens Baas. "Wir brauchen auch für unsere Gesundheit praktische digitale Tools, die es erlauben, sich von überall aus mit dem Arzt zu verbinden."

"Der Arzt wird künftig also auch zum Datenmanager!"

Kein Arzt kann sich in allen Fachrichtungen umfassend auskennen, meint TK-Chef Jens Baas. Genau hier könnten Assistenzsysteme auf KI-Basis Unterstützung leisten, sagt Baas: "Sie analysieren die riesigen Datenmengen und stellen Korrelationen her, die ein Arzt für seine Diagnose und Behandlung nutzen kann. Der Arzt wird künftig also auch zum Datenmanager."

Jens Baas, Vorsitzender der TK, im Interview

Entwickelt wurde Ada von dem Berliner Unternehmen "Ada Health", mit dem die TK kooperiert. Im ersten Schritt erhalten TK-Versicherte, die bei ADA registriert sind, zu ihrem Symptomcheck "passende digitale Versorgungsangebote der TK". Ab 2019 soll der Symptomcheck von "Ada" direkt in die neue "TK-Doc"-App integriert werden.

Mit ADA direkt zu einem TK-Arzt

Nach der KI-Bewertung können die Nutzer auf Wunsch das Ergebnis über die App direkt telefonisch, per E-Mail, Text- oder Video-Chat mit einem Arzt besprechen, am besten mit einem von der TK: "Die Gespräche führen Mediziner des TK-Ärzte-Zentrums."

"Das Team unseres Ärzte-Zentrums steht den TK-Versicherten seit 14 Jahren rund um die Uhr für Informationen zur Verfügung", führt Baas aus. Es sei daher naheliegend, dass die Krankenkasse den bisher telefonischen Service nun mit TK-Doc "auf das nächste Level" hebe, "um via Smartphone von Angesicht zu Angesicht mit einem Arzt zu sprechen".

"Ein wichtiger Beitrag, um die Patientensouveränität zu fördern"

Aus Sicht der TK können Angebote mit Künstlicher Intelligenz wie der Symptomcheck kranken Menschen den Alltag spürbar erleichtern und sie dabei unterstützen, beim Thema Gesundheit kompetenter zu werden. Solche digitalen Angebote seien deshalb auch ein wichtiger Beitrag, um die Patientensouveränität zu fördern.

"Ada funktioniert im Prinzip wie ein Chat. Der Nutzer beantwortet Fragen zu seinen Symptomen bis genügend Informationen für eine qualifizierte Einschätzung vorliegen", erklärt Dr. Martin Hirsch, Mitgründer von Ada Health. "Ada informiert die Nutzer direkt über mögliche Ursachen ihrer Beschwerden und zeigt ihnen mögliche nächste Schritte auf - zum Beispiel, ob sie einen Arzt konsultieren sollten."

"Ada hilft"

Sieben Jahre Forschung stecken nach Angaben der TK in der Künstlichen Intelligenz von Ada: "Mehr als hundert Ärzte haben tausende medizinische Fälle in die Datenbank eingepflegt, zudem lieferten Studien und Fachliteratur weitere Informationen. Mittlerweile kennt Ada mehrere tausend Krankheiten und Symptome. Täglich kommen durch die Nutzer der Ada-App rund 30.000 neue Fälle hinzu", heißt es in der Mitteilung der TK. Qualitätssicherungen werden demnach durch das Ärzte-Team sowie externen Spezialisten dauerhaft durchgeführt.

"Dank Künstlicher Intelligenz wird Ada täglich schlauer, denn jeder einzelne Symptomcheck sichert die Datengrundlage und ist damit die Basis der Analyse für den Einzelnen", so Hirsch. "So schaffen wir den Eintritt in eine hochgradig personalisierte Gesundheitsversorgung in Deutschland."

Auch Ärzten soll ADA helfen

Doch nicht nur für die Patienten habe KI im Gesundheitswesen Potenzial: "Auch Ärzten werden Assistenzsysteme künftig den Überblick über die ständig wachsenden medizinischen Datenmengen und Forschungsergebnisse erleichtern, um diese in Diagnostik und Therapie einzusetzen", teilt die TK mit.

Baas vergleicht KI-Assistenzsysteme mit Bordcomputern, die den Piloten nicht ersetzen, aber entscheidend unterstützen können: "Wir werden immer Menschen brauchen, die die Daten deuten und die Empathie besitzen, daraus die richtige Therapie für den einzelnen Patienten abzuleiten. Patienten werden selbstverständlich auch weiterhin ihren Arzt oder Apotheker fragen. Ich bin überzeugt, dass es in zehn Jahren als Kunstfehler gelten wird, Diagnosen zu stellen, ohne ein digitales Expertensystem zu nutzen."

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